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Elia – Thema Vegetarismus und Vegetarier.

Vegetarier sagen:
Vegetarisch leben ist der Verzicht auf Gewalt.

Aber der Verzicht auf Gewalt ist nicht so einfach.
So leicht ist jemand,
der auf Gewalt verzichtet,
nicht gut!

Das ist nicht identisch.
Es kann nämlich sein,
dass Gewalt sogar göttlich ist.
Elia

Zu Gast ist Ingrid.

Elia. Deine Frage bitte.

Ingrid. Anhaftungen und Besetzungen und Vegetarier:
Haben die etwas gemeinsam?

E. Nein, das kann man so nicht sagen.
Es ist zu einfach.
Wir müssen uns fragen:
Hat Vegetarismus
oder erzwungenes Zölibat
oder erzwungener Rückzug
oder Geiz
oder der Ehrgeiz, sich aufzuopfern
und Besetzung
und Anhaftung etwas miteinander zu tun?

Der Vegetarismus ist durchaus recht vielen Menschen angeboren.
Sie haben von Geburt an keine Neigung,
Fleisch zu sich zu nehmen!

Diese Menschen sind völlig ausgeglichen dabei.
Sie erwarten nicht, dass Andere es ihnen gleich tun.
Sie fühlen sich aber auch nicht bevorzugt,
weil sie diese Art der Nahrung vorziehen.
Sie sind also im Gleichgewicht!

Aber es gibt Menschen,
denen ist das fleischlose Leben keineswegs angeboren,
sondern sie erzwingen es von sich selbst.
Sie geißeln sich damit!

In vergangenen Jahrhunderten gab es im christlichen Raum
die Sitte der Selbstgeißelung.
Ähnliches hat man auch im Hinduismus.
Dort wird öffentlich zur Schau gestellt,
wie hart man gegen sich selbst ist,
wie erbarmungslos man mit sich selbst umgeht.
Und diese Erbarmungslosigkeit sich selbst gegenüber
findet die Anerkennung des Volkes,
der Mehrheit der Massen.
Sich selbst zu geißeln ist aber nicht in Gott,
sondern Gott fern!

Gott liebt euch.
Gott ist in euch und wartet darauf,
dass – je weiter ihr euch entwickelt – ihr ihn in die Welt bringt!
Dass eure Taten, eure Worte,
eure Handlungen immer mehr seinem Wesen entsprechen.
Wie kann er da anders,
als euch lieben?
Wie kann er da anders,
als euch wertschätzen, wer ihr seid?

Gott liebt den Fleisch essenden Menschen
ganz gewiss genauso wie jenen,
der von Natur aus vegetarisch lebt.
Was sollte der Unterschied sein?
Gott liebt den Raucher
und den Nichtraucher.
Gott liebt den Menschen,
der gerne in die Berge steigt wie den,
der gerne im Meer schwimmt.
Was sollte der Unterschied sein?
Das ist es doch nicht,
was die Seelen unrein macht!

Was die Seelen in ihrer Entwicklung hemmt,
sie sogar zurückwirft,
das ist etwas ganz Anderes!
Das ist sich von Gott entfernen,
von seinem Wesen immer mehr und immer mehr
in Distanz gehen.

Und diese Menschen, die du meinst,
jene Vegetarier
– die ihren Vegetarismus vor sich herhalten
wie eine Fahne und ihn benutzen,
um Andere zu beschämen
und sich selbst zu erhöhen –
die sind fern von Gott.

„Vegetarisch leben ist der Verzicht auf Gewalt“.
Das sagen sie!
Aber der Verzicht auf Gewalt ist nicht so einfach.
So leicht ist jemand, der auf Gewalt verzichtet,
nicht gut.
Das ist nicht identisch!

Es kann nämlich sein,
dass Gewalt sogar göttlich ist!
Gewalt ausüben gegen finstere Machenschaften,
das ist wahrlich göttlich.
Das muss sein!

Gewalt ausüben gegen heftige Überfälle
auf Recht
und Leben
und Gedeih von Menschen,
das muss auch sein!
Kein Mensch von euch würde sagen,
man darf kein Polizist werden, weil:
Der müsste ja einen Mörder vielleicht erschießen,
bevor der Mörder Jemanden umbringt.
Ja?
Das würde niemand so sagen!

Aber wenn es um das Leben von Tieren geht:
Dann sagen die Vegetarier, dann darf es keine Gewalt geben.
Gewalt gegenüber Tieren kann sich durchaus
in der Art und Weise äußern,
wie diese Tiere getötet werden.

Aber viel öfter – dramatisch viel öfter –
äußert sich die Gewalt gegenüber Tieren,
die euch ja anvertraut sind über eine viel längere Zeit.
Das beginnt mit der Aufzucht,
das geht über die Haltung
bis letztlich hin zum Töten
oder auch nicht Töten.

Da ist so manch einer, der nennt sich gewaltloser Tierfreund
und sieht doch nicht, dass er seine Tiere gnadenlos
und mit größter Gewalttätigkeit Artfremd hält.

Da ist mancher Tierfreund, der übernimmt nicht die Aufgabe,
dass er als Mensch,
der ein Tier aus seinem natürlichen Bezug genommen hat,
diesem Tier alles zu ersetzen hat,
was sonst die Natur erledigt.

Da werden Tiere viel zu lange am Leben erhalten.
Die Natur hätte längst dieses Tier begnadigt.

Da werden Tiere in Umständen gehalten,
die ihrer Natur zutiefst nicht entsprechen.
Erzähle mir jemand, was ein Löwe in einem Zoo zu tun hat.
Erzähle mir jemand,
was ein Fisch in einem Aquarium zu tun hat,
der doch die Weiten des Ozeans als natürliche Umgebung braucht!
Wenn ihr auf eure Gewalt schaut,
dann dürft ihr euch nicht ein Zipfelchen heraussuchen,
das leicht zu bewältigen ist.

Der Wahrheit ins Auge sehen:
der Gewaltfähigkeit,
der Gewaltbereitschaft der Menschen ins Auge zu sehen
in ihrer Gesamtheit:
das wäre Selbstbeherrschung, das wäre ein Opfer.
Und es würde zu großer Demut führen.

All dies kann leicht verwechselt werden:
Indem man zum Vegetarier wird, scheint man edel zu sein.
Aber um ein Edler zu werden, um eine Seele zu haben,
die Gott in die Welt bringt,
so gut sie es kann,
da braucht es viel mehr als Selbstgeißelung
und viel mehr als der Verzicht auf tierische Nahrung.

Menschen töten Tiere seit jeher
und Tiere opfern ihr Sein dem menschlichen Sein.
Sie sind wie eure Arbeiter, Angestellten, Kinder.
Sie sind da,
um eure Entwicklung als Seelen,
die in einem Körper sein müssen,
zu stärken mit ihrer Stärke,
zu ernähren mit ihrer Kraft.
Und deshalb seid ihr ihnen karmisch verpflichtet –
Zutiefst!

Aber das ist nicht damit getan,
dass ihr ihre Angebote nicht nutzt!
Sondern ihr müsst viel tiefer fragen:
Seid ihr ihnen dankbar?
Züchtet, pflegt und tötet ihr gerecht?
Seid ihr den Tieren wirklich
gute und verantwortungsvolle Herren?

Es braucht mehr,
um Vegetarier zu sein.
Es braucht mehr,
um gerecht zu sein gegenüber der Natur,
die euch umgibt.

Wer das nicht erkannt hat,
der hat eine andere Motivation
für seinen Verzicht auf tierische Nahrung.
Der liebt die Selbstgeißelung!
Und straft sich so oder er lebt den Hochmut,
der nichts anderes im Sinn hat, als Andere zu beschämen!

Hochmut und Selbstbestrafung sind aber oft genug eine Energie,
die Beltseelen benutzen,
um ihre Energie, die dem gleich ist, Stärkung zu geben.

Es haften an:
Hochmütige Seelen,
überheblich,
gotteslästerlich und menschenfeindlich,
neidisch und rachsüchtig.

Und es haften an:
Beschämte Seelen,
die sich als zutiefst unwürdig empfinden,
Gottes Kind zu sein.
Und beides findet Nahrung,
wenn der Vegetarier seinen Entschluss,
auf Fleisch zu verzichten,
aus oberflächlichen Begründungen gewählt hat.
Ja?

I. Danke.

E. Ich möchte noch etwas Prinzipielles sagen,
wenn ich das darf und du es mir erlaubst, Ingrid.

I. Ja, natürlich.

E. Es ist mir ein großes Anliegen.
Menschen sind Stolz auf sich.
Das sind sie gerne und dagegen ist nichts einzuwenden.
Ich fordere dich heute sogar auf:
Stolz auf dich zu sein.

Aber es ist im Lauf der Entwicklung
etwas durcheinandergeraten.
Sie sind nicht Stolz auf ihr Wesen,
auf die in ihnen liegenden,
grundsätzlich guten Eigenschaften.
Sondern sie meinen,
ihr Wesen geißeln zu müssen,
unterdrücken zu müssen
und das hat schreckliche Folgen!

Denn so, wie sie es über die Jahrhunderte
in allen Weltreligionen gelernt haben,
ihr Wesen zu unterdrücken
und als grundsätzlich falsch
und schlecht zu begreifen,
so haben sie auch begonnen,
die Erde und ihr Wesen als grundsätzlich schlecht zu beurteilen.

Damit meine ich sowohl die Erde als solches
mit ihren Gegebenheiten
wie ihre Mineralien und Ölen und Wasser
und ihren Landschaftsformen,
den Flüssen,
den Seen,
den Meeren,
den Winden als auch jede andere Kreatur.
Es scheint sogar und wird auch so seit Jahrhunderten proklamiert:
Dass
– je weiter entfernt etwas von seinem ursprünglichen Wesen ist – desto kultivierter sei es.

Aber was für eine Kultur ist das, die das Wesen der Dinge
als grundsätzlich fehlerhaft und böse deklariert?
Das ist wirklich Gottes fern!

Gott ist das tiefste Wesen und aus diesem Wesen
hat er andere Wesen sein lassen.
Und wer die Wesenheit seiner selbst
und der Anderen mit Gewalt unterdrückt, verdreht, verwandelt,
der ist Gott fern!

Was du auch nimmst, liebe Ingrid,
was die Menschenseelen sind und
was die Tiere der Welt sind,
die Pflanzen der Welt, was du auch betrachtest:
Der Weg zu Gott, der führt zum Wesentlichen
und zur Anerkennung dessen.

Nie zuvor war die Menschheit
davon so weit entfernt wie jetzt!
Nie zuvor musste die gesamte Kreatur
sich solchen Zwängen unterwerfen!
Und das ist wirklich Sünde!

Der Vegetarier ist nur eine Ausformung dieser Sünde.
Damit schließe ich jene aus,
die aus natürlichem, wesenhaftem Instinkt
kein Fleisch essen mögen.
Aber das sind wirklich Wenige.
Das sind Jene, die ein Genom in sich tragen,
das noch aus jenen Zeiten stammt,
in denen der Mensch vorwiegend ein Sammler war
und eben aus solchen klimatischen Regionen,
in denen das Sammeln auch genügte,
um satt zu werden!

Alle Anderen mussten tierische Nahrung zu sich nehmen,
um zu leben.
Und weil sie das mussten,
hatten sie einen besonderen Wesens-Stand.
Sie trugen Verantwortung
für den Tod anderer Wesen!
Und sie hatten durch ihre Art und Weise zu beweisen,
dass sie dieses Lebensopfer anderer Wesen Wert waren.

Ich hoffe, es denken viele über diese meine Worte nach.
Denn es ist große Zeit, dass ihr dies tut!

Deine Erkrankung, deine Empfindsamkeit,
dein Aufzeigen des Ausmaßes der Vergiftung
hat sehr viel damit zu tun:
Dass das Wesen
der Nahrung,
der Kleidung,
der Luft, die ihr atmet,
des Wassers, das ihr trinkt,
vermeintlich kultiviert wurde
und in Wahrheit wesensfremd existieren muss!

Man möge mir meine Strenge hier verzeihen!
Doch manchmal ist es auch mir gänzlich unmöglich,
sanft zu bleiben!
Wo doch Zorn der einzige Weg scheint, um aufzurütteln!

Ihr seid als Seelen in diese Welt geboren
und es ist eine Herausforderung für jeden Einzelnen von euch!
Der Einzelne kann nicht rückgängig machen,
was Jahrtausende lang versäumt wurde! 
Der Einzelne kann auch nicht rückgängig machen,
was an Schäden angerichtet wurde!

Aber jeder Einzelne, der sich auch nur ein wenig mehr
um die bewusste Hinwendung
zum eigentlichen Wesen der Dinge bemüht,
der verändert im Kollektiv sehr viel!

Und ich bitte euch sehr, Eines zu bedenken:
Das Bewusstsein der Menschheit Heute
ist die Realität der Menschen, die Morgen leben werden.

Und das geht euch alle etwas an!
Denn die Wahrscheinlichkeit,
dass ihr auch Morgen inkarnierte Menschen sein werdet,
die liegt bei über neunzig Prozent!
Ich danke dir, dass ich dies noch anführen durfte.

I. Und ich danke dir für die Antwort.