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Schutzengel – Ich möchte mit dir über Karma sprechen.

Ich möchte mit dir über Karma sprechen.
Karma: Das ist ein so oft missverstandener Begriff!
Karma – so wird immer noch gelehrt –
sei der Weg der Strafe:
Alte Vergehen, die neues Leiden erzeugen,
wieder und wieder und wieder.
Denn nicht wahr:
Wie sollte es je gelingen, sich NICHT zu verschulden?
Außer man zieht sich gänzlich aus dem
MIT-TUN in der Schöpfung zurück,
hinterlässt durch die Verweigerung am Miteinander
keinerlei Spuren seiner irdischen Existenz.
Ja, so wird es gelehrt
und so wurde es gelehrt!
Auch du hast das einmal geglaubt hier in diesem Leben.
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Christa zu verbinden.
Christa bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem dichten Bambus-Wald.
Mein Blick reicht wenig weiter, als die Füße gehen können.
Schmal ist der Pfad, den ich nehmen muss.
Das zusammen bewirkt in mir
Anspannung und hohe Konzentration.

Je länger ich so zu wandern habe,
umso ungeduldiger werde ich mit dieser Lage.
Fast bin ich geneigt, aufzugeben, mich hinzusetzen und zu warten,
bis der Guide mich findet.
Nicht ich ihn!
Würde ich in dieser exotischen Landschaft nicht fürchten,
unangenehmen Tieren zu begegnen:
Wahrscheinlich würde ich genau dies tun.
So aber gehe ich weiter, unendlich lange scheint es mir.

Längst nimmt das Licht ab.
Und ich beginne, zu befürchten,
zu allem Überfluss auch noch in Dunkelheit zu geraten.
Da öffnet sich endlich dieser Bambus-Urwald:
Vor mir liegt ein kleines Tal, in dessen Mitte eine Pagode steht,
deren Dach gerade noch von der untergehenden Sonne
bestrahlt wird.

Bunte – mir unbekannte Vögel –
scheinen mir den Weg genau dort hin zu weisen.

Dort angekommen,
ist die Dämmerung schon so weit voran geschritten,
dass das Innere des Gebäudes dunkel ist.

Aber gerade, als ich von dem Versuch,
hinein zu gehen, Abstand nehme,
zündet ein Mann eine Laterne darin an
und dann ganz ruhig noch Eine und noch Eine.

Ich sehe einen kleinen goldenen Buddha
in der Mitte des Raumes stehen,
vor ihm ein niedriger Tisch, auf dem sich Blüten und Obst türmen.

Der Mann dreht sich zu mir um:
Sein langes Haar, das an den Schläfen grau ist,
hat er zu einem Zopf zusammengebunden.

Er verbeugt sich vor mir der Sitte seiner Region entsprechend.
Erst als er sich aufrichtet, kann ich sein Gesicht sehen:
Es ist für einen Asiaten ungewöhnlich schmal und kantig! 
Auch die Nase erscheint mir eher europäisch zu sein.
Wären da seine Augen nicht,
hielte ich ihn eher für einen Mittelmeer-Bewohner.
Ein strahlendes Lächeln antwortet auf meine Gedanken.

Guide: Fast, fast hättest du Recht.
Meine Mutter war eine Perserin,
mein Vater gehörte der Han Dynastie an.
Komm herein, komm zur Ruhe.

Ich spüre, seit er sein Wort an mich richtet, schon Ruhe.
Die Anspannung meiner Wanderung fällt von mir ab.

Und mit jedem Schritt weiter in diesen kleinen Tempel hinein
fühle ich mich behütet und dennoch frei.
Es ist mir, als könne ich klarer sehen, riechen!
Sogar das Atmen wird ganz leicht, wie befreit von schwerer Last.

Guide: Ja, ja, nicht wahr, Christa?
Die Welt kann wirklich ein Bambus-Dschungel sein.
Komm, Christa, setz dich auch ein wenig hierher, stell es dir vor.

Diesen Raum, Christa, den gab es wirklich einmal für dich.
Und mich hast du hier gerade so vorgefunden,
wie Uta es beschreibt.

Und wenn du es dir erlaubst, dann ist er immer noch da:
dieser Raum der Ruhe.
Ja, undenkbar zur Zeit…
Ich weiß, dass es sich so für dich anfühlt.
Und ich achte sehr, wie sehr du versuchst,
dich zu disziplinieren.

Ich achte sehr, wie du versuchst,
alle Gedanken zu ignorieren, einfach aufzugeben.

Du hast ganz Recht: Aufgeben geht nicht.

Christa, ich möchte mit dir über Karma sprechen!
Du suchst nach dem Sinn des Ganzen.
Du versuchst, zu verstehen,
WARUM dich das Schicksal getroffen hat,
die Mutter eines kranken Kindes zu sein.
Aber mir macht Sorge, dass du in falscher Richtung suchst!

Ich musste nicht lange überlegen,
welches deiner vergangenen Leben ich dir zeigen werde,
um dich in ein tieferes Verstehen der Zusammenhänge zu führen.

Dieses Leben steht dafür, auch wenn etliche Weitere folgten.

In irdischer Zeit sind mehr als 900 Jahre seither vergangen!
in der Entwicklungslinie deiner Wiedergeburten
aber nur eine Handvoll Inkarnationen.

Karma: Ein so oft missverstandener Begriff!

Karma – so wird immer noch gelehrt – sei der Weg der Strafe:
Alte Vergehen, die neues Leiden erzeugen,
wieder und wieder und wieder.
Denn nicht wahr: Wie sollte es je gelingen,
sich NICHT zu verschulden?

Außer man zieht sich gänzlich aus dem MIT TUN
in der Schöpfung zurück,
hinterlässt durch die Verweigerung am Miteinander
keinerlei Spuren seiner irdischen Existenz.

Ja, so wird es gelehrt und so wurde es gelehrt.
Auch du hast das einmal geglaubt hier in diesem Leben.

Ich war kein Priester, falls du das denkst.
Ich war ein Kämpfer, der sich zurückgezogen hatte,
um hier von Jenen nicht gefunden zu werden,
die mir nach dem Leben trachteten.

Ein guter Platz dafür: Ein ganz entlegener Teil unseres Reiches.
So entlegen, dass selbst die Steuer-Eintreiber ihn vergessen hatten!
Eine verhältnismäßig geringe Anzahl Bewohner
unter der Regentschaft eines alternden Adligen,
dessen Sinn längst nicht mehr auf weltliche Angelegenheiten
fixiert war.
Sondern der sich darin versuchte,
keinerlei weiteren karmischen Spuren zu hinterlassen.

Dieser Adlige warst du, liebe Christa.

In jungen Jahren warst du ein zum Übermut neigender Mann,
der versuchte, dass Leben und was es bot,
in vollen Zügen zu genießen.
Kein Fest, das du nicht ausgiebig gefeiert hast.
Kein sich anbietendes Mädchen, das du nicht genommen hast.

Kein Gefecht, das sich anbot, dass du nicht gefochten hättest.
So warst du, als du jung warst!

Aber dann allmählich wurde es dir immer bewusster:
Auch ich werde sterben!
Midlife-Crisis sagt ihr heute dazu!

In dieser Zeit kam ich in dein Tal.
Wir kannten uns aus unserer Jugend
und es war dir ganz selbstverständlich, mich aufzunehmen.

Damals wie heute gehörte Solidarität mit Leidenden
und ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn
zu den Wesensmerkmalen deiner Seele.

Dass ich gerade von Jenen verfolgt wurde,
denen ich Jahrzehnte lang treu gedient hatte,
einzig weil ich ein Geheimnis wusste,
das nicht bekannt werden sollte:
Das schien dir ungerecht.
Also durfte ich bleiben.

Du hast mir die Rolle des Fürsorgers
für Tempel und Garten gegeben.
Niemand stellte Fragen,
Niemandem schien es befremdlich.

Der Tempel hier und der Garten herum,
den hatten deine Vorfahren angelegt.
Aber du warst kein sonderlich frommer Mann
und so verfiel beides während deiner Blütezeit.

Ich hatte viel zu tun und es gefiel mir sehr!
Denn nun waren meine Gegner keine Menschen mehr,
sondern wilde Tiere, die in dem Garten Verwüstungen anrichteten.
Und der ewige Bambus, der fast jede edle Pflanze erstickte,
die hier einmal zur Freude der Menschen und Götter gepflanzt war.

Wir beide entwickelten schnell eine Art Freundschaft.
Ich als Jemand, der nicht an die Machenschaften
deiner Hofhaltung interessiert war, wurde schnell dein Vertrauter.
Dir vertraute ich sowieso!

Dein Hof bestand aus einigen „Ministern“, deren Angestellten,
deinen mehr oder weniger erwachsenen Kindern
und deren Müttern und den vielen Dienern,
die all diese Menschen brauchten.

Als du jung warst, gefiel dir dieses Leben noch.
Aber je älter du wurdest,
umso komplizierter wurden die Verhältnisse.
Jeder intrigierte gegen Jeden! 
Jeder wollte mehr und mehr und mehr!
Und der, der sich all die Wünsche, Klagen,
Beschwerden anhören musste – und zwar Tag für Tag –
warst du!

Du musstest urteilen und entscheiden.
Das war an sich schon sehr anstrengend!
Dazu kam, dass auch deine Untertanen
deine Richtersprüche erwarteten.

Müder und müder wurdest du von dem Ganzen.
Ich riet dir, einen Weisen zu holen.
Einer, der in den Gesetzen genauso kundig wäre wie im Glauben
und diesen dann zu Rate zu ziehen,
wenn dir selbst die Mühe zu groß wurde.

Denn dass dir – meinem alten Freund – weder Diplomatie
noch Geduld noch Weisheit zu Eigen waren,
um endlich Ruhe in das ewige Gezänk deines Hofes zu bringen,
war mir klar.

Ach, hätte ich doch geahnt, wie schlecht mein Ratschlag war!

Es kam ein Mann, der sich den Anschein des perfekten Weisen gab.
Aber in Wahrheit war er nicht weise, sondern listig.
Und in Wahrheit war er nicht, wie er tat, demütig,
sondern machthungrig.
Doch all das ahnten wir nicht!

Sein Einfluss auf dich war immens.
Denn er sagte dir stets genau das, was du gerne hören wolltest.

Nein, nein, kein Lob, das hätte dich sicher gelangweilt!
Gelobt wurdest du ständig, nur war nie ein Lob echt.

Nein, was er sagte, war:
Dass du UNBEDINGT und SOFORT aufhören müsstest,
zu HANDELN und zu WOLLEN!

Pah! Ja, gerne hörtest du diese Botschaft!
Nur hättest du das ohne seinen Einfluss für Sünde gehalten.
Hatte dich nicht schon dein Vater gelehrt, dass du die Pflicht hast,
IMMER deine Macht würdevoll auszuüben zum Wohle aller?

Aber der Weise wusste es besser:
Nein, nein!
wie Buddha solltest du dich ganz aus deinen Pflichten zurückziehen.
NICHTS mehr wollen, in NICHTS mehr eingreifen!

Denn mit jedem so Handeln
würdest du dich tiefer und tiefer ins Karma verstricken
und das wäre sowieso schon schlimm genug.

Sicher würde dein nächstes Leben ohnehin schon
von Armut geprägt werden und Kinderlosigkeit.
Wahrscheinlich würdest du dann Sklave werden,
um einen karmischen Ausgleich zu schaffen…

Würdest du jetzt nicht innehalten:
DANN könnte es sein, dass du als Tier wieder zur Welt kämest.

Ach, ach, der Schreck saß tief in dir,
als du diesem ganzen Unsinn Glauben schenktest!

Ich konnte diesem Glauben nie folgen
und jetzt sah ich, was er anrichtete:
Während du Tag für Tag meditierend oder Gebete plappernd
hier vor dem Altar gesessen hast,
übernahm der „Weise“ die Regentschaft!
Zumindest heimlich.

Er wurde mächtiger und mächtiger,
während es an deinem Hof immer schrecklicher zuging.
Für alle Klagen hattest du kein Ohr mehr!
Wer etwas gegen den Heiligen sage wollte, erntete nur deinen Zorn.
Schließlich nicht einmal mehr das:
Du hast dich einfach schweigend abgewandt.

Gefährlich wurde es für all jene, die diesem Mann misstrauten!
Unter anderem für deinen ältesten Sohn.
Nein, der ist nicht dein heutiger Sohn, keine Sorge.

Diesen deinem ältesten Sohn galt früher dein ganzes Wohlwollen,
in ihm hast du dich gesehen:
Er war so lebensfroh, so stark und mutig, ganz wie du!

Und dass er einmal deine Herrschaft übernehmen würde,
war dir eine freudige Vorstellung.

Dem „Weisen“ gefiel dies natürlich gar nicht.
Und nachdem alle seine Versuche gescheitert waren,
auch deinen Sohn durch die Vorstellung
an ein böses Karma depressiv werden zu lassen,
griff er zu anderen Mitteln.
Dein Sohn wurde krank, niemand fand die Ursache
und schließlich starb er jämmerlich.

Dein Herz war längst so verstrickt in dem Wahn,
karmisch verschuldet zu sein, dass du versucht hast,
nicht einmal zu WOLLEN, dass er gesund wird.

Scheinbar DEMÜTIG hast du NICHTS unternommen,
um seine Krankheit untersuchen zu lassen.
Und als er starb, war das…
Na was? Karma!
Alles Leid war Karma und damit auch demütig hinzunehmen.

Nie hätte ich von dir derartige Resignation erwartet.
Wo war er: mein tatkräftiger Freund?
Erstarrt in Glaubensregeln!

Für die Trauer in deiner Seele schämtest du dich.
Die Reihe derer, denen du die Regentschaft
nach deinem Tod anvertrauen konntest,
weil sie dir auf Grund ihrer Fähigkeiten
und ihres Charakters als geeignet erschienen,
war nie sonderlich lang.

Doch innerhalb von nur zwei Jahren
war nicht Einer von denen mehr übrig!
Entweder waren sie einer unerklärlichen Krankheit erlegen
oder aber ein Unfall war die Ursache…
Und die Erklärung des Weisen?
Nun: Karma!

Aber das kümmerte dich nicht mehr wirklich.
Dein Karma war an allem Leid schuld.
Und war es dann nicht das Karma deiner Nachkommen,
unter einem ungeeigneten Regenten zu leben?

Du warst ohne Wünsche: Keine für dich,
keine mehr für deine Nachkommen.
Und du warst sicher, dies sei auch gut so!

Aber Einen gab es, der Wünsche hatte:
Der „Weise“!
Und er wusste, die Situation auszunutzen.
Er verängstigte dich mehr und mehr und mehr mit der Idee,
dass du zu all dem schweren Karma,
das du ohnehin schon abzubüßen hättest,
nun auch noch das dazu käme:
Dass daraus entstehen würde,
wenn du einen ungeeigneten Nachfolger installieren würdest.

Dies gelte es unbedingt noch vor deinem Tod zu verhindern!
Doch leider bot sich nun keines deiner Kinder mehr als geeignet an!

In welche Verzweiflung bist da durch diese These geraten.
Welch bittere Tränen sah ich dich – meinen alten Freund – weinen!

Ach, wie sehr habe ich mir da gewünscht,
dass du mir nur noch einmal so vertrauen würdest wie zu Anfang.

Aber dem war nicht so!
Mit mir hattest du schon seit Jahren nur noch geschwiegen,
ich war von dir längst nur noch geduldet, nicht aber mehr geachtet:
Mund-tot gemacht.

Selbstverständlich hatte der „Weise“ eine göttliche Eingebung!

Deine weitere karmische Verstrickung ließ sich dadurch lösen,
dass du IHN zum Regenten nach dir erklären würdest.
Fabelhafte Lösung, nicht wahr?
Nun, zumindest für diesen Menschen…

Sofort hast du ihm gehorcht!
Deine einzige Sorge war nun,
dass er nicht mehr so lange leben würde.
Aber die Sorge verflog schnell, denn:
Dich ergriff die gleiche seltsame Krankheit
wie deine verstorbenen Söhne.

Und ehe noch ein halbes Jahr verging,
hatte ich deinen Tod zu beweinen…

Meine liebe Christa, es ist nicht leicht, zu verstehen,
was dies alles mit deinem heutigen Leben zu tun hat.

Ich möchte dir, ehe ich dies erkläre,
aber Folgendes zum Karma sagen.
Karma ist nichts anderes als der Versuch,
einen ewigen Mechanismus der dualen Welt zu erklären:
Nämlich dass jede Wirkung eine Ursache hat
und jede Ursache eine Wirkung.

Soweit dies physiologische Zusammenhänge hat,
scheint dies eine banale Tatsache zu sein.
Aber das Ursache/Wirkungs-Prinzip gilt auch
außerhalb des Raum/Zeit-Kontinuums.

Aus dem lässt sich durchaus schlüssig folgern,
dass auch jedes menschliche Schicksal
dem Ursache/Wirkungs-Prinzip unterliegt.

Wenn du mir bis hierher folgen kannst,
dann würde ein leidvolles Leben Eines sein,
das die Wirkung ist von einem Leben, das so schlecht gelebt wurde,
dass es als Wirkung in einem folgenden Leben zum Leid käme.

Ja, klingt logisch, ist es aber nicht!
Denn ein anderes Gesetz, das auch universal ist,
wird dabei nicht in Betracht gezogen:
Alles ist Gott!

Oder wie es Christen formulierten:
Alles ist aus Gott, in Gott und zu Gott hin!
Von allen Gesetzen ist dies das Unabdingbarste!

Wenn aber Alles, was ist, zu Gott hin ist,
sich also auf einem Weiterentwicklungs-Weg befindet:
Wie kann es dann Rückfälle geben?

Wie kann es dann Strafen geben, die so angelegt sind,
dass der Gestrafte nicht einmal verstehen kann,
FÜR WAS er bestraft wird?

Dass er dann doch nicht einmal die Chance hat,
darauf zu korrigieren, was korrigiert gehört?!

Karma derart verstanden, bringt die Idee mit sich:
Das, was immer „Herr des Karmas“ genannt wird,
eine Herrschaft der Rachsucht  wäre.
Wie sehr zuwider dem tatsächlichen Geist dies ist!

Ja doch, doch, ihr seid ans Karma gebunden!
An das Wirk-Prinzip von Ursache und dessen Wirkung.
Aber nicht, um euch zu züchtigen und zu ängstigen,
sondern aus einem einzigen Grund:
Damit ihr weiter und weiter euren Entfaltungsweg geht.

Das Leben hier als regierender Fürst war die Folge eines Lebens,
in der du dich der Verantwortung,
die aus deiner Situation entstanden war, willentlich entzogen hast,
weil du überzeugt warst, dem nicht Würdig zu sein.

Mit dieser Grund-Fehlwahrnehmung
wurdest du nun wiedergeboren, um sie zu korrigieren.
Solange es dir leicht war, diese Verantwortung auszuüben,
hast du es dieses Mal auch getan.

Doch als es schwer wurde,
nutzte der destruktive Geist des „Weisen“ deine Seelen-Schwäche! Und er verunsicherte dich so lange, bis du wieder genau dort warst,
wo du im vergangenen Leben aufgehört hast:
Ich bin zu gering, um Verantwortung zu tragen1

Wenn dies im vorangegangenen Leben
auch noch nachvollziehbar war!
Tatsächlich mangelte es dir an Vielem:
Weder warst du sonderlich intelligent
noch hattest du Durchsetzungskraft.

Aber du hattest in diesem Leben hier alles zur Verfügung,
um ein guter Regent zu werden und zu bleiben.

Lediglich deine mangelnde Ausdauer war das,
was es zu lernen galt.
Wärest du einfach fest und beharrlich geblieben
ungeachtet der Überdrüssigkeit,
die du gegenüber deinem Rang empfandest:
nach und nach hätten sich die Schwierigkeiten gelöst!

So aber ist deine Seele mit einer neuen vermeintlichen Wahrheit
ins Jenseits gegangen:
Nicht nur, dass sie ihre erste Wahrheit bestätigt fand
– ich bin nicht gut genug, um Verantwortung zu tragen –
sondern nun auch noch:
Und ich darf Niemandem vertrauen,
der mir dabei helfen will, sie zu tragen!

Ach, oh, oh…
Keine gute Ursache, die natürlich auch keine gute Wirkung zeigte.

Von nun an gilt es für deine Seele,
sich Zweierlei bewusst zu werden:
Die Verantwortung, die zu erfüllen ich berufen bin,
die kann ich auch tragen.

Wenn ich sie nicht tragen kann, weil mir etwas fehlt,
um dies zu können, dann habe ich die Weisheit in mir,
mir solche Helfer zu suchen,
die dies aufgrund ihrer Fähigkeiten für mich tun können.

Hm, hm…
Siehst du, liebe Christa:
Und DAS hat wirklich mit dir im Heute zu tun.

Weißt du, warum du deine Verantwortungs-Kraft
als Seele trainieren musst?
Weil sie da ist!
Sie ist ein Teil deiner Wesenhaftigkeit.

Weißt du, warum du deine Fähigkeit, Vertrauen zu haben,
trainieren musst?
Weil auch diese Gabe Teil deiner Wesenhaftigkeit ist,
stark verknüpft mit deinem Gerechtigkeitssinn.

Beides ist Teil deiner Seele!
Aber untrainiert, wie diese Anteile deines ICHS waren,
hast du Fehler gemacht.

Fehler zu machen, ach, das ist doch ganz normal!
Jedes Kind macht Fehler!
Diese lassen sich auf dem Entfaltungsweg der Seelen
gar nicht vermeiden.

Es geht gar nicht darum, Keine zu machen!
Es geht auch gar nicht darum,
derartige Anfängerfehler zu bestrafen.
Nein.

Es geht darum: 
Die richtigen Erkenntnisse aus diesen Fehlern zu ziehen!

Solange eine Seele dies nicht tut,
begegnet ihr in ihrem nächsten Leben die Möglichkeit,
durch Einsicht zur Korrektur zu kommen.
DAS ist Karma!

Nicht die Frage
– Für was werde ich durch mein Leid bestraft? –
ist also die heilige Frage!

Sondern: Welche meiner Fähigkeiten gilt es,
hier in dieser Angelegenheit zu üben?
Denn Erkenntnis und Übung überwinden die Wirkung der Ursache!

Gut, ich hoffe, du verstehst jetzt besser,
worum es geht, liebe Christa.
Du verstehst dann besser meine Antworten auf deine Fragen.

Ich weiß: Am Stärksten bewegt dich dein Sohn.
Aber dein Sohn ist wie ein Samenkorn,
das in die Erde gelegt wurde.
Und diese Erde, liebe Christa, bist du!

Eine Erde, die vor allem Zweierlei entfalten soll:
Ihr Verantwortungsbewusstsein zu leben.

Und tatsächlich musst du das jetzt!
Du kannst deine Verantwortung weder völlig abgeben,
wie du es hier getan hast.
Noch leugnen, überhaupt Verantwortung tragen zu müssen,
wie es im davor liegenden Leben war.

Detlef ist dir anvertraut, weil dies gut und richtig für euch Beide ist.
Der richtige Same in der richtigen Erde!

Du wirst viel lernen über diese deine Verantwortungs-Fähigkeit.
Du wirst lernen, dass sie Einerseits durch Niemanden ersetzbar ist,
außer Gott selbst fügt es.

Und Andererseits:
Dass deine Verantwortung genau mit dem Thema verbinden kann,
das dein zweiter Lern-Aspekt ist:
In die „Macht“ derer zu vertrauen, die genau an dem Punkt beginnt, wo deine aufhört.

Detlef fordert dich heraus, Beides noch weiter zu entwickeln,
als es bisher geschah: deine Verantwortung und dein Vertrauen.

Realistisch mit Beidem umzugehen,
das fordert deine Liebe zu ihm dich auf!

Weder nützt es ihm, wenn du es mit dem übertreibst,
wofür du dich verantwortlich fühlst und dadurch ausbrennst.

Noch nützt es ihm, wenn du entweder zu schnell
oder zu wenig Vertrauen hast.

So ist dir ein WIRKLICHER WEISER geboren:
Ein freundlicher Helfer, der sich nichts so sehr wünscht,
als dich aus den Ängsten zu befreien, die deine Seele mit sich trägt.

Und nun deine Fragen.

Uta: Christa fragt:
Was darf sie aus den Epilepsie Anfällen ihres Sohnes lernen?

Juinam!
Ich vergaß meinen Namen zu nennen: Juinam.

Zu deiner Frage habe ich dir sehr viel gesagt,
sicher kannst du sie jetzt selbst beantworten.

Aber Jenseits dessen, was ich sagte, lernst du auch Eines:
bedingungslose Liebe und! Geduld.

Ich habe Uta den Weg zu mir schwer gemacht.
Der Weg durch den Bambus-Wald ist wie dein Weg jetzt mit Detlef:
Immer nur so weit du sehen kannst, können deine Kenntnisse sein.

Es zwingt dich, im JETZT zu sein!
Weder darf dein Blick zu weit voraus gehen
noch auf Seitenwege sehen!

Du und er: Ihr habt das JETZT!
Das gilt es, anzunehmen.

Was euer JETZT ist?
Das ist ANGST?
Aber nein!
Deine Angst mag ein Weg-Begleiter sein,
der mal mehr und mal weniger Laut ist.
Aber euer JETZT ist LIEBE!

Uta: Christa fragt, was Detlef durch seine Epilepsie zu lernen hat?

Juinam: Unabhängigkeit von den Erwartungen Anderer an ihn.

Uta: Welche innere Einstellung hilft ihn am meisten?

Juinam: Vertrauen!
Wenn du Vertrauen entwickelst, dass NICHTS Falsch ist,
was mit ihm zu tun hat!
Er ist DER Richtige, der zur richtigen Zeit mit dir geht.

Uta: Was kann sie tun,
damit sich die Beziehung zum Vater von Detlef
wieder so harmonisch anfühlt wie vor der Epilepsie ihres Sohnes?

Juinam: Liebe Christa, sag mal:
Trägst denn du die Verantwortung dafür, was dein Mann fühlt?
Hm?
Ist hier nicht die natürliche Grenze deines Verantwortungsbereichs?

Es ist so schwer – ich weiß – zu warten, WIE etwas weiter geht…
Das ist wirklich wie ein schmaler Weg durch den Bambus-Wald.
Aber du kannst nur immer EINEN Schritt weiter gehen!
So folgt ein Schritt dem nächsten, mehr ist nicht zu machen, Christa.

Dein Mann hat seine Lernmöglichkeiten.
Ob er sie wahrnimmt oder nicht, liegt ausschließlich bei ihm.

Sei du Christa: Sei DU und sei WAHR!
Mehr und besser ist hier nicht zu raten.

Du wünschst dir die Zeit zurück, die vor der Erkrankung war.
Aber, Christa: Wie soll das gehen?
Der Weg ist zu schmal, um zu wenden!
Ihr müsst beide voran gehen!
Wenden und zurück: Das ist nicht möglich.
Auch für dich nicht.

Sag: WESSEN Kind ist Detlef, seit er krank ist?
Mehr Deines als Seines?

Tragt ihr ZUSAMMEN Verantwortung und Vertrauen? 
Oder trägst mehr du, als er trägt?
Warum ist das so, Christa?

Eure Beider derzeitige Aufgabe ist es, in ein RICHTIG zu wachsen,
in euer JA zu Detlef, wie er derzeit!!! IST!

Ja, er IST mit der Krankheit ungemein belastend!
JA, das geht mitunter über die Kraft eines einzelnen Menschen!
Aber JA: Jeden Tag und erst recht jede Nacht
steht die Angst euch näher als die Hoffnung!

JA, ihr müsst Entscheidungen treffen, ohne abschätzen zu können,
welche Folgen dies hat!
Ja, das ist für eine Partnerschaft sehr schwierig!

Aber auch: JA! Ihr wollt diese Aufgabe zusammen!!! schaffen?
Du MIT ihm, wie ER ist?
Er mit DIR, wie DU bist?

Christa? Deine Verantwortung an dieser Stelle besteht darin,
WAHRHAFTIG ihm gegenüber zu sein.
Nichts kannst du MACHEN!
Nur bitten, das kannst du!

Uta: Wie kann sie ihr Geschäft mehr in Schwung bringen
und ihre Fähigkeiten weiter entwickeln?

Juinam: Christa, nicht jetzt, alles hat seine Zeit…
Bleib einstweilen einfach beharrlich.
Die Zeit, in der dir wieder Ideen und auch die Kraft zukommt,
dein Geschäft zu verbessern und zu erneuern, hat seine Zeit.
Aber jetzt ist es genug, was du schon zu tragen hast.

Uta: Sie fragt: Welches Karma trage ich, dass ich immer,
wenn ich ein bisschen mehr Geld habe, als nötig ist,
irgend einen Tiefschlag bekomme
und das Geld wieder nur knapp reicht?

Juinam: Oh, die Ursache, dass das Geld immer reicht 
– wenn auch nur knapp – liegt darin,
dass dein Vertrauen in die Berechtigung deines Daseins
in der Welt erfreulicherweise ein tiefes,
inneres Wissen deiner Seele ist!
(Lächelnd.)
Nein, nein!
ICH habe deine Frage richtig verstanden.
Aber du nicht, als du sie gestellt hast, meine Liebe!

Manchmal verstehen Menschen den Segen nicht,
den sie im Leben erfahren.
Weil sie sich in ihrer Rolle als Mensch sehr verdreht einschätzen
und sich mit denen vergleichen,
die keineswegs der Mehrheit der Menschen entsprechen.
Das kommt vor und es trübt den Blick! 
Findest du nicht auch?

Uta: Ich danke dir, lieber Juinam!
Möchtest du deiner Christa noch etwas sagen zum Abschluss?

Juinam: Geh einfach Schritt für Schritt, Christa! 
Und versuche, nur so weit voraus zu denken,
wie du WIRKLICH sehen kannst.

Du kennst das doch vom Autofahren:
Wer schneller fährt, ist keineswegs auch schneller da,
nicht wahr?

Schritt für Schritt langsam und im Jetzt bleiben.

Du bist eine Seele, die Freiheit braucht! 
Um so schwerer ist jetzt das Gebunden sein an die Umstände.
Aber du bist auch eine Seele, die einen – nun, sagen wir –
besonderen Eigenwillen hat, der sie befähigt,
auch ungewöhnliche Erfahrungen mit Bravour zu meistern.

Ein Leben lang wird dies eine deiner Eigenheiten sein:
Andere Wege zu gehen als die Meisten!

Das ist von Gott erwünscht, ja gewollt!
Aber der „andere Weg“ muss weder der Schnellere
noch der Ungewöhnlichste sein.
Sondern einfach der, dem DU! vertraust ungeachtet dessen,
ob du Beifall dafür bekommst oder nicht.

Geh die Wege, die du JETZT Wahr und Richtig findest.

Dein dich ewig liebender Engel!