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Elia – Weltschmerz nannte man das in alter Zeit.

Weltschmerz nannte man das in alter Zeit!
Weltschmerz gehört zum menschlichen Sein.

Die meisten Menschen versuchen,
ihn zu betäuben.

Aber der rechte Umgang damit ist,
ihn zu akzeptieren,
ohne ihn zu füttern.

Füttern ist ein Vorgang,
der entschieden dem Willen untersteht.
Elia

Zu Gast ist Gertrud.

Elia. Die nächste Frage, bitte.

Gertrud. Warum hab ich diese unerklärliche Abneigung
gegen meine Schwiegermutter?
Ich hab ja nun Zwei schon.
Sie sind mir sehr wohlgesonnen, doch reagiere ich wie eine Furie
und bekomme mich einfach nicht unter Kontrolle.

Ich bin wie ein Vulkan, der dann ausbricht,
obwohl sie mir – glaube ich – nichts Böses wollen.
Aber ich reagiere so und
erschrecke mich vor mir selbst.

E. Du bist nicht unbegründet so.
Du führst mich jetzt in die Versuchung, über jemanden zu reden,
den wir nicht gefragt haben.
Ich darf dir nur sagen: Du bist nicht unbegründet so.
Vielleicht könnt ihr das klären. Ja?

Ich möchte dich aber auf etwas aufmerksam machen, Gertrud.
Das Gute, was aus dir entsteht, das nimmst du zögerlich,
aber immerhin an.

Nicht dass du dich besonders darüber freuen würdest
oder besonders glücklich bist.
Aber du nimmst das Gute immerhin an.
Aber bei den kleinsten negativen Regungen,
da scheint es dir, als würden Abgründe sich öffnen.

Gertrud, jeder Mensch,
jeder hat Abgründe.
Jeder Mensch hat Gedanken und Gefühle in sich,
die ihn selbst erschrecken,
so schwarz sind sie.
Aber darauf kommt es gar nicht an.

Es sind nicht die Gedanken
und es sind auch nicht die Gefühle,
die eine Menschenseele destruktiv sein lassen!
Es sind die Taten.
Es sind die Taten!

Wut zu empfinden, Zorn, Eifersucht, Neid, sogar Hass,
das ist in eurer Natur.
Aber aus dem Hass
Taten des Hasses zu machen,
aus dem Neid
Taten des Neids zu machen, das ist, was unrein wirkt.

Und ich bitte dich, zu bedenken:
Bei aller Abneigung, das hast du nicht gemacht!
Hast du sie etwa von ihrem Sohn entfremdet?
Hast du sie gedemütigt und entehrt?
Hast du über sie falsches Zeugnis ausgesprochen, gelogen?
Hast du sie betrogen?
Bringst du sie in Ohnmacht und Ehrlosigkeit?

Nein, das tust du alles nicht!
Also: Sie ist eine Versuchung, ja.
Aber du hast der Versuchung widerstanden!
Denk darüber nach.


G. Hm.

E. Deine nächste Frage.

G. Okay.
Warum kann ich selten Lebensfreude empfinden?
Warum leide ich ab und zu unter Depression
und möchte, dass ich Gefühle habe?
Die gehören irgend wie nicht zu mir.
Und wenn es dann mal richtig schön ist und ich sage:
„Ja, jetzt ist es gerade ganz schön“,
dann bekomme ich starke Unterleibsschmerzen!

E. Das ist ein karmischer Grund für dich.
Ich empfehle euch,
dass ihr eine Inkarnationsarbeit zu diesem Thema macht.
Es ist noch etwas sehr Wichtiges für dich,
auch im Selbstverständnis deiner Selbst.
Ja?

G. Ja.

E. Ich werde das jetzt nicht vorwegnehmen,
sondern ich möchte,
dass du in gewohnter Weise dich dem hingibst.
Ja?


G. Ja. Okay.

E. Das ist zu heilen.
Wenn auch
– Gertrud, da sind wir wieder bei den Emotionen –
auch Melancholie ist eine Versuchung.

Und auch hier gilt: Was macht ihr damit?
Lassen wir sie mächtig werden?
Geben wir ihr Nahrung, bis sie wächst und wächst
und aus ihr das Monster der Depression gewachsen ist?
Oder akzeptieren wir,
dass sie Teil des Mensch seins ist?

Weltschmerz nannte man das in alter Zeit.
Weltschmerz gehört zum menschlichen Sein!
Die meisten Menschen versuchen, ihn zu betäuben.
Aber der rechte Umgang damit ist, ihn zu akzeptieren,
ohne ihn zu füttern.

Füttern ist ein Vorgang,
der entschieden dem Willen untersteht:
„Ich will gar nicht, dass der weggeht.
Sondern ich will, dass ich Recht habe:
Dass alles furchtbar ist
oder auch nur langweilig
oder auch nur sinnlos.
Und deshalb suche ich nach Gründen
und sammele sie wie die Perlen auf einer Schnur.
Und noch ein Grund, das Leben zu verabscheuen,
und noch einer
und noch einer.“
Weltschmerz, der zur Depression führt.

Darum ist es besser, Gelassenheit zu üben.
Es mag Tage geben, da bestimmt der Weltschmerz
die Sicht auf das Leben.
Aber das vergeht.

Es vergeht, Gertrud, das ist das Entscheidende.
Ja?

G. Ja. Da sind wir eigentlich bei der nächsten Frage.

E. Ja, bitte.


G. Beim Rauchen.
Ich versuche das ja nun schon zum x-ten Male.
Und ich bin diesmal gar nicht so schlecht mit dem Aufhören,
meine ich.
Zwischendurch muss ich dann mal Drei hinter einander rauchen,
aber in den letzten drei Wochen war ich
– glaube ich – sehr diszipliniert.

Hat das jetzt auch was mit dem Willen zu tun?
Und dieser Husten, der mich so quält:
Das ist ja so was wie eine Mahnung für mich.
Steht das irgendwie in Verbindung?
Kannst du mir dazu etwas sagen?

E. Gertrud, du möchtest aufhören können.

G. Ja.


E. Ja. Dann tue, was du möchtest.
Bedenke aber bitte eines:
Es geht bitte nicht darum,
dich davon zum wiederholten Male zu überzeugen,
dass du es nicht schaffst.

Sondern es spielt gar keine Rolle,
ob du es schaffst oder nicht!
Es geht nur darum, dass du es möchtest.
Und solange du es möchtest, ist es gut.
Der Husten war ein Signal,
es erneut zu versuchen.
Ja?


G. Hm.


E. Auch hier, Gertrud:
Du musst dir nichts beweisen.
Du musst dir deine Güte nicht beweisen,
nicht deine Tapferkeit,
nicht deine Kraft.
Du musst Niemandem etwas beweisen.

Es reicht völlig, wenn du liebst,
was du liebst und daraus Taten werden lässt.
Mehr und Größeres kann ein Mensch nicht tun.
Und das kann er tun bis zum letzten Atemzug.

Noch eine Frage?

G. Ja. Lisa ist ausgezogen Zuhause
und ich höre jetzt immer Schritte oben in ihrem Zimmer.
Ich kann auch nicht ins Zimmer gehen.
Es ist mir unheimlich.


E. Hm. Jetzt möchtest du wissen, wer dort ist?


G. Wer dort ist, ja.


E. Lisa.


G. Das hab ich mir fast gedacht.


E. Du hast es dir nicht fast gedacht,
du hast es dir gedacht!


G. Ja. Weil die Schritte sich genauso anhören.


E. Ja. Gertrud, glaub dir doch bitte.
Es ist Lisa!
Lisa hat sich nicht wirklich verabschiedet.
Sie versucht nur, sehr groß zu sein.

Ihre Seele ist oft noch in dem Zimmer
und vielleicht nimmt es dir das Grauen,
wenn ich sage: Weil sie euch liebt.

G. Das ist schön.

E. Es ist ihr Zuhause.
Und drängt sie nicht.
Lasst sie herauswachsen.
Ja?
Das hat Zeit.


G. Ja. Okay.


E. Und wenn du es wieder hörst,
dann schick deine Seele hoch und sage:
„Liebe Lisa, Hallo, schön, dass du vorbeischaust,
ich fürchte mich nicht“.


G. Okay.


E. Denk dran: Lisa ist eine starke Seele.
Und eine solche Seele hat die Kraft, Dinge in Bewegung zu setzen.
Aus Liebe tut sie das bei euch.
Ja?

G. Ja. Das finde ich dann schön.

E. Gut. Gibt es noch eine Frage?

G. Eine habe ich noch:
Bei den letzten Readings wurde ich öfters
mit dem Islam konfrontiert.
Sind das Hinweise für mich?
Ich weiß da wenig drüber, über den Islam oder Arabien.
Ich weiß nicht, was es mir was sagen soll
oder ob es mir überhaupt was sagen soll.

E. Nein.
Ich möchte hier aber die Gelegenheit nutzen,
dich auf etwas aufmerksam machen, Gertrud:
Du wirst immer Serien erleben.


G. Aha.


E. Und diese Serien haben inhaltlich immer auch eine Resonanz
zu deiner persönlichen Entwicklung.
Der arabische Raum:
Dort geht es um zwei große Themen im Wesentlichen.

Das Eine ist der Verbund der Sippe,
die scheinbar untrennbar ist,
die tiefe Solidarität,
aber auch die Zwänge, die damit zu tun haben.

Und das andere Prinzip,
da geht es um den Stolz
und die Würde der Persönlichkeit.
Beide Themen sind zurzeit auch deine Themen.

Also bitte achte auch in den folgenden Jahren darauf,
dass die Themen, die zu dir finden,
immer auch eine Resonanz bei dir haben!

Das ist eine der wunderbaren Seiten deiner Arbeit,
dass du Heilung übermittelst,
aber gleichzeitig auch selbst bekommst!
Ist das nicht schön?

G. Sehr schön.

E. Das kann man nicht in Euro zahlen,
aber in Weisheit.


G. Hm.


E. Gut. Sind wir am Ende?


G. Ich weiß nicht, ob ich sie noch stelle,
aber ich tue es einfach.
Kannst du noch, Elia?


E. Ich kann schon.


G. Kann Uta noch?


E. Ja.


G. Okay, dann stelle ich die Letzte noch.
Dann bin ich aber zufrieden.
Bei einem Ahnenstellen für meinen Sohn und mich,
da ging es auch um diese Traurigkeit und Lebensfreude.
Und da sah ich mich selbst in einem früheren Leben
einen Fluch aussprechen,
der die nachfolgende Generation betreffen sollte.

Kann es sein:
Dass ich nun selbst in die Familie hineingeboren wurde,
die unter diesem Fluch leidet?
Oder war das einfach eine falsche Wahrnehmung?

E. Nein, das kann sein.


G. Das kann sein.


E. Das ist sogar sehr häufig so.
Aber diesmal bist du nicht gekommen,
um unter diesem Fluch zu leiden. 
Sondern womit kann man einen Fluch brechen?


G. Liebe?


E. Ja. Aber Vorsicht!
Ich meine wirklich Liebe, nicht Opfer!

Liebe ist etwas sehr Konstruktives.
Liebe sind Taten,
Gefühle freilich auch.

Aber Gefühle, denen keine Taten folgen,
gelten genauso wenig
wie meine vorherige Ausführung über die negativen Gefühle. Ja?

Tätige Liebe in diese Sippe zu bringen,
ist für dich als Seele eine große Freude.
Ähnlich wie deine liebe Hündin.
Merkst du die Parallelen?


G. Hm.


E. Nimmst du das an?


G. Ja.


E. Ich glaube, dass du damit sehr viel freier umgehen kannst.


G. Ja. Gut. Danke schön.

E. Dann ziehe ich mich zurück.
Ich wünsche dir ein gesegnetes Wochenende.
Und ich danke dir, Gertrud,
für deine Kraft,
deine Ausdauer
und deinen Mut im Namen aller Guides.
Gute Nacht.


G. Gute Nacht. Dankeschön.


Hajo. Gute Nacht.