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Schutzengel – über Jeshua aus Nazareth: Der sprach, was er Innen war.

Über Jeshua aus Nazareth:
Der sprach, was er Innen war.
Dieser Jeshua,
der war auf eine Weise in dir
und außerhalb von dir wirklich DA!
Wie du es nie vorher erlebt hattest.

Es waren weniger die Worte,
die er sagte,
sie galten ohnehin nicht dir.
Es war diese Authentizität,
die dich zutiefst berührte.

Am Liebsten hättest du ihn noch tagelang da behalten,
so spannend war es für dich,
was du erlebt hast.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Ingrid zu verbinden.
Ingrid bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe in einem Olivenhain, es ist Nacht,
der Mond hat gerade etwa ein Sechstel abgenommen.
Aber er steht so klar und hell da, dass ich meine,
jedes Blättchen und jeden Grashalm sehen zu können.

Ganz still ist diese warme Sternennacht,
ich fühle mich hier seltsam vertraut, geborgen.
Und doch scheint hier etwas geschehen zu sein,
das den Nachklang einer Unruhe birgt.
Aber was es sein kann, weiß ich nicht auszumachen…

G. Unrecht!

Ich drehe mich nach der ruhigen, tiefen Männerstimme um,
die dieses Wort sagt.
Nicht weit hinter mir steht ein Mann,
gekleidet in einem hellen Kaftan,
das Haar mit einem ebenfalls hellen Tuch
aus schwerem Stoff halb verhüllt.

Er nimmt das Tuch ab.
Sein Haar ist kurzgeschoren, sein Gesicht ebenförmig,
die Nase aber sehr ausgeprägt,
die Augen groß und dunkel, freundlich.

U. Wer bist du?

G. Phoebus, ich bin Ingrids Guide.
Ich grüße dich, Ingrid.
Es ist sehr lange her, seit du dieses Gesicht gesehen hast:
mein Gesicht.
Es ist sehr lange her, dass du in diesem Garten standest:
viele, viele Inkarnationen.
Ja!
Nein, du irrst nicht, es IST der Garten Gethsemane…

Sei nicht brüskiert!
Ich bin nicht gekommen, um dir einen Glauben zu predigen,
der dir nicht den Boden lässt, um darauf sicher stehen zu können.
Und nicht die Luft, um den Atem der Freiheit zu atmen.

Darum geht es nicht!
Ich bin weder Christ noch Buddhist,
ich bin nicht Moslem und nicht Atheist.
Ich bin nichts weiter als auch eines der Kinder Gottes!
Oder sagen wir: auch eine der Früchte seines Willens.

Genauso wie du, Ingrid,
wie diese Frau hier,
wie dieser Garten, der nicht mehr in der Zeit der Welt existiert,
wie dein Leben im Heute deiner Stadt.

Und ich bin da,
um mit dir über deinen tiefsten und ältesten Schmerz zu reden,
über seinen Ursprung und über deine Kräfte,
die du entwickelt hast,
um diesen Schmerz zum Lehrer werden zu lassen.

Gethsemane, der Garten der Angst!
Der Garten der Gottverlassenheit:
Was er mit dir zu tun hat?
Oh, viel, viel…

Du warst hier, Ingrid!
Du warst da, um ihn zu begleiten.

Ja, Jesus!

Du warst Eine der Frauen des Hauses,
in dem er zum letzten Mal mit seinen Anhängern gegessen hat.
Du warst Eine von denen, die den Tisch deckten,
Eine von denen, die das Brot gebacken haben.

Und dein Mann war ein guter Mann, aber er war ein Eiferer.
Du hattest nicht sonderlich viel übrig dafür.
Erstens brachte er euch in Gefahr
mit seinen unerlaubten Meinungen!
Und Zweitens wechselte er, seit du ihn kanntest,
immer wieder seine Meinungen:
seine Politischen genauso wie seine Religiösen.

An jenem Tag, als er diesen Nazarener samt Anhang einlud,
bei euch zu bleiben, bist du fast geplatzt vor Zorn.
Es ging dir wirklich nicht darum,
diese ganzen Leute bewirten zu sollen,
dererlei warst du schon gewohnt.
Mit Überraschungsgästen, die dein Mann dir herbei brachte,
hattest du dich nicht nur abgefunden,
sondern dich längst organisatorisch darauf eingerichtet.

Aber dass er ausgerechnet DEN! heimbrachte,
das war der Gipfel der Dummheit in deinen Augen!
Die halbe Stadt redete von dem,
der im Tempel diesen Aufstand verursacht hatte.

Die Einen hielten ihn für einen verrückten Rebellen:
verrückt und gefährlich.
Die Anderen für einen Propheten, der Wunder wirkte.
Und selbst eine deiner Dienstmägde hielt ihn für den Messias,
der gekommen war, um die Römer zu vertreiben!

Dieses Geschwätz wäre dir völlig egal gewesen, wenn dein Mann diesen Jeshua nicht nach Haus gebracht hätte!
Und das auch noch so kurz vor dem Passahfest!
Als hättest du nichts Besseres zu tun gehabt!

Das war gefährlich,
du spürtest die Gefahr geradezu in jeder Faser deines Körpers!

Du bist zu deinem Mann gegangen und hast versucht,
ihn mit vielen Argumenten davon zu überzeugen,
diese gefährlichen Gäste wieder auszuladen:
„Ist es zu viel verlangt, wenn ich dich bitte,
für unsere Sicherheit in dieser verrückten Zeit zu sorgen?“

Gerade als du diesen Satz deinem Mann gesagt hast,
trat dieser Jeshua (Anm: Griechisch für Jesus)
durch die Tür zu euch herein.

Er ging zu dir, sah dir in die Augen und sagte:
„Elena, du bist nicht aus unserem Volk
und doch bist du allen Menschen – auch deinem Mann –
stets eine gute Frau und Freundin gewesen.
Ich danke dir sehr dafür, du bist gut!
Und du hast Recht!
Ich bin eurem Haus eine Gefahr.
Aber ich bitte dich, dass wir bis nach der Abendmahlzeit
hier bleiben dürfen.
Danach werden wir hinaus gehen und nicht wieder kommen.“

Es waren weniger seine Worte,
die dich in deiner Sorge beruhigten.
Es war seine seltsame Art,
freundlich und so sicher das Rechte zu erbitten.
Zu deinem eigenen Erstaunen fielen dir keine Widerworte ein,
sonst warst du um solche keinesfalls verlegen.

Wenige Minuten später hast du dich über dich selbst gewundert,
weil du dir die größte Mühe gabst,
diese gefährlichen Gäste so ausgiebig
– wie es deine Speisekammer hergab – zu versorgen.
Ja, du hast es dir nicht einmal von deinen Mägden nehmen lassen,
sie selbst mit Allem zu versorgen,
sogar mit eurem besten griechischen Wein!

In diesen wenigen Stunden von Sonnenuntergang
bis kurz vor Mitternacht, als sie euer Haus verließen,
da ist etwas mit deiner Seele geschehen,
das sich nur sehr schwer beschreiben lässt.

Ingrid, du bist einem wahren Menschen begegnet!
Zum allerersten Mal hast du erlebt,
was es heißt, ein richtiger Mensch zu sein.
Alles an ihm war wahr!
Jede Geste, jedes Wort war so, wie du ihn in dir fühltest!

Du bist eine Seele,
die niemals die innere Kommunikation verloren hat.
Dazu möchte ich dir etwas erklären:
Die ursprüngliche Kommunikation der Seelen braucht keine Worte!
Im Gegenteil.
Nie und in keiner Sprache
lässt sich Wahrheit wirklich umfassend ausdrücken.

Sprache ist ein „Ersatz“ für echte Kommunikation!
Jene märchenhafte Erzählung
von der babylonischen Sprachverwirrung
ist im Grunde die Erzählung darüber,
dass die Menschheit durch ihren zunehmenden Hochmut
die Fähigkeit verloren hat,
sich ohne Worte miteinander zu verständigen.

Nun, deine Seele nicht!
Sie hat sich über alle Inkarnationen
einen Rest dieser ursprünglichen Fähigkeit bewahrt.

Und Jeshua aus Nazareth – der sprach, was er innen war –
der war auf eine Weise in dir und außerhalb von dir wirklich DA!
Wie du es nie vorher erlebt hattest.

Es waren weniger die Worte, die er sagte,
sie galten ohnehin nicht dir.
Es war diese Authentizität, die dich zutiefst berührte!
Am Liebsten hättest du ihn noch Tage lang dabehalten!
So spannend war es für dich, was du erlebt hast.

Aber er hielt sich an sein Versprechen!
Und ehe es noch Mitternacht war, verließen alle euer Haus.

Aber du, du konntest nicht von ihm weichen!
Und so bist du ihnen hinterher gegangen
und in dir der Wunsch, mehr und mehr von ihm zu hören.

Ingrid, damals schon – wie auch heute – 
warst du eine Gottsucherin!
Du warst Griechin, eine gut Gebildete obendrein
und als solche hattest du einen eher philosophischen Glauben.

Götter als solche waren dir eher Kräfte denn Personen.
Im Lauf der Jahrzehnte deiner Ehe hattest du dich
mit der Religion deines Mannes auseinandergesetzt. 
Du fandest aber seine sich immer wieder
verändernden Ideen darüber, wer und was sein Gott war,
nicht weniger unergiebig als deine heimatliche Religion.

Hätte ich dich damals gefragt: „Woran glaubst du, Helena?“
Du hättest gesagt:
„Ich glaube gar nichts, aber ich hoffe, dass sich das,
was sich zu glauben lohnt, mir irgendwann einmal bewusst wird!“

Ja, und das war an diesem denkwürdigen Abend geschehen!
Genau das war es!
Dieser Mann und das, was er glaubte
und das, was er sagte: Sie waren EINS!

Ich weiß, Ingrid, du suchst wieder danach:
Du suchst und suchst…
Einmal hast du es erlebt !

Du bist ihnen gefolgt bis in den Garten hier,
da hinten hinter der Mauer hast du gestanden
und du hast seine Anhänger gesehen.
Du hast gesehen, wie müde sie waren.
Und du hast ihn gesehen und du hast erlebt,
was mit ihm geschah!

So wie der Mond sich nach und nach verdunkelt,
wenn er sich dem Untergang nähert,
so ist sein helles INNEN trüber und immer trüber geworden.

Du hast es genau gespürt,
wie die Angst in ihm größer wurde als seine Wahrheit:
immer größer.

Lange hast du gezögert,
bist mit dir selbst in einen tiefen Konflikt geraten.
Dann endlich warst du entschlossen!
Du wolltest zu ihm gehen und sagen:
Komm, wenn du solche Angst hast,
dann weiß ich ein Versteck für euch alle,
komm schnell weg von hier.

Gerade als du den ersten Schritt zu ihm hin machen wolltest,
hörtest du die Soldaten kommen!
Schnell bist du im Schatten eines Unterstandes verschwunden.

Dann hast du nur Stimmen gehört,
weiter seine Angst gefühlt und dann sind sie herausgekommen.
Die Soldaten um ihn herum,
keine fünfzig Zentimeter sind sie an dir vorbeigegangen
und in dir hat alles geschrien vor Empörung über dieses Unrecht,
das da vor sich ging!

Wärest du nicht so wütend gewesen,
dann hättest du ihn hören können in dir.
Du hättest gehört:
Du durftest nicht helfen!
Deine Hilfe war nicht der Plan Gottes!

Aber das hast du nicht!
Du hast in dieser Nacht etwas so Kostbares verloren,
was deiner Seele eigen war:
Das Vertrauen darin, dass Gott es mit den Seinen gut meint.

Viele, viele Inkarnationen brauchte nun deine Seele,
um wieder zurück zu erobern, was ihr doch eigen ist:
Gottvertrauen!
Ich kenne all dein Bemühen,
ich kenne deine Sehnsucht und deine Angst,
es wieder nicht zu schaffen!

Ach, Ingrid, aber ich bin froh,
dir diese Zusammenhänge nun aufdecken zu können.

Das Leben der Helena wurde zu einem traurigen Leben.
Sie war nicht dabei, als man ihn hinrichtete!
Eine schreckliche Gallenkolik quälte sie, an der sie hoffte,
sterben zu dürfen, es aber nicht tat.

Sie gab sich die ganze Schuld am Tod dieses Menschen.
„Hätte sie nur nie verlangt,
dass er aus dem Schutz ihres Hauses ging!“
So meinte sie!

Sie hätte sich gerne den ersten „Christen“
(die nannten sich nie so, sie haben sich immer als Juden verstanden)
angeschlossen, aber ihre Scham war zu groß.

Ich aber, ich wurde ihr Lehrer.
Ich war einer der ehemals heidnischen Anhänger.
Und als du und ich uns trafen,
kamen wir schnell ins Gespräch.

Einmal im Monat war ich dein Gast und berichtete dir alles,
was sich in der Gemeinschaft der Jesujianer zugetragen hatte.
Oft versuchte ich, dich zu ermuntern, zu uns zu kommen.
Aber du hast es einfach nicht über dich gebracht,
so groß deine Sehnsucht auch war.

Was dich hinderte, war die feste Überzeugung,
dass du die Macht gehabt hast, das Rechte zu tun,
es aber nicht getan hast.

Und was dich wieder und wieder verzweifeln ließ, war,
dass du erlebt hast, dass Gott die Macht hatte,
das Rechte zu tun, es aber auch nicht getan hat!

Denn dass er Macht hatte, das hast du in Jesus „gelesen“!
Er hat dich an jenem Abend bei dir
in seine innere, unbestreitbare Wahrheit hineingelassen.

Umso unfassbarer war es,
dass dieser Eine – dieser einzige, wahre Mensch –
von Gott verlassen wurde!

Ingrid, versuch die ganze Tiefe dieses Konflikts
in deiner Seele zu verstehen:
Unbestreitbar und endlich nach so langem Suchen und Hoffen
WEISS die Helena:
Ja! Gott ist mächtig und er wirkt!

Und dann erlebt sie, dass er, der Mächtige,
NICHT das mit seiner Macht tut, was Recht ist!
Dass er das Unrecht siegen lässt!
Dass er keinen Deut besser handelt als du selbst.

Ja, Ingrid, das muss man verstehen,
um deine Suche nach ihm zu verstehen,
um deine Einsamkeit zu verstehen.
Es ist, als wäre das Tor zum Paradies
für den Bruchteil einer Minute offen gestanden,
um dann mit einem Knall vor deiner Nase zuzufallen.

Weißt du jetzt,
woher dir oft das Gefühl des Ausgespuckt seins kommt?
Daher kommt es.

Aber Ingrid, du hast viele weitere Leben danach gesucht,
diesen einen Augenblick des offenen Paradieses wieder zu finden.
Nur wo,
nur wie,
nur durch wen?

Seine Seele sprach zu deiner,
doch deine Wut machte dich taub!
Deine Wut auf dich,
deine Wut auf die ungerechte Welt,
deine Wut auf Gott.
Wut ist so laut… so laut!

Gottes Liebe ist so leise!
Ganz, ganz leise sagte sie:
Du DURFTEST nicht helfen, das war nicht der richtige Plan.

Und so sprach sie oft zu dir, meine liebe Ingrid.
Dich zu beruhigen, sprach sie in vielen Leben
und vielen Zusammenhängen zu dir darüber,
wie weit deine Macht reicht, das Richtige tun zu können.

Deine Macht:
Sie reicht so weit, wie dein Bewusstsein HEUTE! reicht,
das zu erkennen, was richtig ist.

Ja, ich höre dich fragen: WAS ist richtig?

Ingrid?
Ich habe eine schlechte Nachricht für dich:
Weder du noch ich noch alle Engel
werden darauf die letzte Antwort wissen.
Die Antwort darauf, Ingrid, ist zu hoch für unser Bewusstsein!

Nun habe ich eine gute Nachricht für dich:
Es spielt keine Rolle, dass wir diese höchste Wahrheit dessen,
was Recht ist, nicht erfassen können!

DIE Wahrheit…
DAS Recht…
DIE Liebe…
Sie wirkt und wird entstehen lassen, was gut ist,
auch wenn wir uns in Irrtümern und Umwegen verstricken.

So groß ist sie!
So viel größer als unsere schlimmsten Ungerechtigkeiten, Unwahrheiten und Lieblosigkeiten je sein können!

Alles, was wir selbst zu tun haben, ist:
In unserem HEUTE und gegenüber den Seelen,
die uns in diesem Heute begegnen,
so recht, wie es uns bewusst wird, zu handeln.
Nicht mehr, nicht weniger!

Wir ruhen GANZ in Gott.
Ingrid, mit! allen unseren UN-Möglichkeiten.
Auch sie weiß er zu nutzen.

Der Schmerz der Helena hat deine Seele reifen lassen.
Aus einer eher oberflächlichen Seele, die sich vor allen Dingen
nach den irdischen Sicherheiten ausstreckte,
wurde eine zutiefst spirituelle Seele!
Die auf ihren Wegen durch die Inkarnationen
so viel Gutes gewirkt hat am großen Entwicklungsrad der Zeit.

Ihr Schmerz ließ sie nicht ruhen und tut es bis heute nicht!
Sie sucht nun, was oben ist!
Nicht, was unten ist.

Nun fehlt nur ein kleiner Schritt, Ingrid.
Der erste Schritt ging weg vom Weltlichen hin zum Spirituellen.
Und nun musst du nur noch einen Schritt
auf dem großen Kreis des Seelenfortschritts machen
wieder zum Weltlichen hin und erkennen:
Es ist alles, alles, alles
IN GOTT!
Aus Gott und
zu Gott hin!

Die Welt und das Weltliche ist gar nicht getrennt von Gott!
Es gibt gar kein eisernes Tor vor dem Paradies!

Gott ist ÜBERALL, in ALLEM und wirkt!
Er wirkt sein Recht, seine Gesetze sind wahr und gültig!
Mögen die Menschen und niederen Seelen
sie auch biegen, verwirren und missachten:
Sie wirken!

Gott wird sein Recht wirken ganz gewiss:
In der Materie wie außerhalb der Materie.
Nichts, was er schuf, ist Unrein aus sich selbst heraus.
Das einzig Unreine besteht darin,
ihn nicht in Allem zu erkennen!

Und nun will dein Lehrer als alter
und doch so naher Zeit es gut sein lassen
mit seiner Belehrung (er lächelt).

U. Vielen Dank, Phoebus,
ich hoffe sehr, dass es Ingrid hilft.

P. Ein kleiner Schritt nur… aber er braucht Mut!

U. Darf ich dir jetzt die Fragen von Ingrid stellen?

P. Ja, natürlich.

U. Hier sind sie.

I. Fragen an Dich, meinen Schutzengel:
Ich fühle mich oft unverstanden und auch einsam,
verstumme in der Gegenwart von bestimmten Menschen
immer mehr!
Woraus resultieren diese Gefühle und Situationen?

Liebe Ingrid, das Gefühl, nicht dazuzugehören, ist alt in dir.
Ich nannte dir eine karmische Ursache,
aber es gäbe so viele Ähnliche zu berichten.

Doch sag mir:
Wenn du die Ursache weißt, was weißt du dann?
Die Berechtigung deines Gefühls? Gut.
Und was – sag mir – tust du dann damit,
wenn du weißt, dass du eine berechtigte Ursache hast?

Ingrid, ich möchte diese Frage verändern:
Was ist der rechte Umgang mit denen,
für die ich keine Worte mehr habe?

Merkst du?
Darauf gibt es keine allgemein gültige Antwort!
So wenig, wie es allgemein gültige Ursachen gibt!

Ingrid, in alter Zeit in China galten Lehrer als ehrwürdige Personen. Deine Seele ist eine Lehrerseele
mit starker Bindung zur Priesterseele.
Ganz ähnlich waren auch diese chinesischen Weisen
und ihre Wissensausrichtung war Deiner sehr nah.

Ein solcher Lehrer war dann „recht“,
wenn er dem antwortete, der ihm Fragen stellte.
Ohne Ansehen der Person gab er jedem, der den Wunsch hatte,
von ihm zu lernen, aus dem reichen Schatz seines Wissen.

Wer ihn aber fragte, ohne dann seine Antwort zu akzeptieren,
der bekam keine weiteren Antworten!
Und wer sich gar nicht an ihn wandte, um zu fragen,
zu dem war er freundlich,
aber niemals drängte er Solchen seine Weisheit auf.

Nun: Das ist doch eine einfache Verhaltensregel, oder?
Nein, ist es nicht!
Denn es befriedigt eine Strebung deiner Seele nicht:
Der tiefe Wunsch,
einfach Mit-Mensch sein zu können.

Dieser Wunsch kommt aus deiner Kindheit schon.
Schon damals hast du um Lösungen gewusst,
die niemand von dir haben wollte!
Schon damals hast du das Leben aus einer Perspektive betrachtet,
die niemand nachvollziehen konnte!

Es hilft aber nichts, liebe Ingrid:
In dir wohnt eine weise Seele!
Und darum gehört sie zu denen, von denen es WENIGE gibt!
Dass dich diese Situation als Kind in Gefühle der Einsamkeit
und des Ausgestoßen seins gebracht hat, ist sehr verständlich.

Dieses Kind in dir möchte immer noch MIT-Mensch sein,
mitten dazu gehören dürfen.
Und es bekommt Angst und Zorn, wenn das nicht geht.
Einem Kinde ist das die entsprechende, innere Haltung.

Nun bist du aber Erwachsen!
Und was dem Kinde fehlte, das kannst du durchaus finden.

Wenn es auch nie möglich sein kann,
etwas anderes als eine Ausnahme
unter den dich umgebenden Menschen zu sein,
so hast du doch den rechten Platz unter ihnen.

Sie sind dein Acker, auf dem du zu wirken hast! 
Und gleichzeitig lehren sie auch dich.
Wie schwierige Schüler einen guten Lehrer dazu animieren,
über sich hinaus zu wachsen.

Es ist eine Frage der liebenden Fürsorge,
wie du dich dieser Aufgabe stellst!
Dazu musst du dir nur glauben wollen, was du fühlst.
Dem Einen ist die rechte Fürsorge die,
ihm seine Fragen zu beantworten.
Dem Anderen ist die rechte Fürsorge die,
ihm nicht eher wieder zu antworten,
bis er sich des Wertes deiner Antworten bewusst geworden ist.

Und dem Dritten ist die rechte Art die, keine Fragen zu erwarten,
weil es über sein Verständnis ginge! 
Und dennoch freundlich mit ihm zu sein.

Weißt du, Ingrid:
Einsam fühlt sich ein Mensch nur dann,
wenn er gegen seinen Platz in der Schöpfung innerlich rebelliert,
statt ihn auszufüllen.

I. Gibt es eine Eigenschaft, oder ein Denkmuster oder Ähnliches,
die mich behindern, meinen Weg zu finden / zu erkennen?
Kannst du mir sagen, was mein Weg ist
und welche Fähigkeiten mich an meine Bestimmung bringen?

P. Meine liebe Freundin meiner Seele, ich habe es dir schon gesagt:
Es geht darum, dass du lehrst, zu Gott zu finden.

Wenn ich Gott sage, weißt du, was ich meine!
Man könnte sagen: Deine Seele ist in ihrem Kern Religionslehrer. Religion im Sinn von wieder Anbinden zu dem,
was der eigentliche Sinn des Seins ist!

Ja, natürlich weiß ich, dass du das schon lange tust!
Und trotzdem hast du mehr Fragen als Antworten!
Ingrid!
Und genau das zeichnet den Weg zur Meisterschaft aus!

Wer nicht weiß, dass er NIEMALS alle Antworten haben wird,
wer nicht weiß, dass es trotzdem darum geht,
weiter und weiter zu lernen, der ist gar kein guter Lehrer!

Geh weiter deinen Weg, er ist nicht falsch!
Sei ein lernender Lehrer.
Du machst es sehr gut.

I. Wie kann ich selbst Kontakt mit dir halten?
Wie spüre ich deine Führung?
Und gibt es ein Ereignis in den letzten Jahren,
wo ich dieser gefolgt bin?

P. Lächelnd.
Und du glaubst, du könntest dich widersetzen?
Ingrid, jeder Tag deines Lebens ist ein Tag MIT mir.
Und du hörst mich Tausendfach.

Aber es ist nicht so,
dass ich in dein Leben als übergeordnete Instanz eingreife.
WIR – deine Seele und meine – wir wirken zusammen DEINS.

Etwas Anderes ist es, wenn es darum geht,
sich meiner Liebe und Gegenwart bewusst zu sein.
Ich darf es dir dann erlauben, diese Sehnsucht zu stillen,
wenn du nicht mehr in Versuchung bist, in mir den zu sehen,
dessen Wort und Wille mehr Gewicht hat als deins!

Ich darf es dir dann erlauben,
wenn du mir „Nein“ zu sagen wagst!
Denn über mir, Ingrid, steht etwas, das heilig ist:
dein Gewissen!

Vertrauen in dein Gewissen zu fassen,
ist ein karmischer Auftrag in diesem Leben.
Du willst das als Seele schaffen,
diesem Gewissen wieder zu vertrauen.
Aber es macht in dir eine alte, alte Versagensangst!

Würdest du nun die Fähigkeit haben, mich zu hören,
wann immer du es willst:
Die Versuchung, nun nicht mehr deinem Gewissen zu folgen,
sondern meinem Wissen,
wäre sehr groß!

Für mich ist es ganz leicht, deiner Seele zu vertrauen,
ich kenne dich.
Aber du?
Kennst du dich?
Oder kennst du die Vorstellungen darüber, wer du bist?

I. Brauche ich noch Lehrer, Berater??

P. Nur Einen: Dem, der dir hilft, herauszufinden, wer dein Ich ist! Welcher Teil Gottes in dir lebt und wirkt.

I. Ich renne immer wieder zu verschiedenen
spirituell weiter entwickelten Personen
und mit den Meisten bin ich ja sogar unzufrieden,
lass mich aber auch beeinflussen.
Was meinst du dazu?

P. Liebe Ingrid, die Ursachen sind einerseits
deine Suche nach dem gerechten Gott.
Diese Suche ist gut, sehr gut!
Aber es ist auch die Suche nach Jemandem,
der dich deines Gewissens entbindet.

Jemand, der sagt, was Recht ist allgemein verbindlich.
Es gibt dieses allgemein Verbindliche aber nicht!

Es gibt das Jetzt und das Hier!
Und daraus ergibt sich, was Recht zu tun ist.
Es gibt die Gesetze, die die ganze materielle Welt zusammenhalten!
Und daraus ergibt sich, was innerhalb dieser Welt wahr ist.
Aber stets zeigt es nur einen Teil des Ganzen.

Das Leben ist euer Lehrer, Ingrid!
Dein Leben ist dein Lehrer!

Das Einzige, was du als Mensch lernen kannst, ist:
Die Betrachtungen dieses Lebens
klarer und klarer werden zu lassen.

Die Versuchung,
zu spirituell „weiter“ entwickelten Menschen zu gehen,
ist der Versuch, keine Irrtümer zu begehen,
die du selbst zu verantworten hättest.
Du misstraust diesem Selbst
und du misstraust Gottes Liebe zu diesem Selbst!

Aber in der Erkenntnis dessen, wer und was du bist
und warum du trotz allem
und wegen allem SEIN bist, ist das Größte,
was du in diesem Leben an Entwicklung erreichen kannst.

Fass Mut, Ingrid!
Keiner deiner Lehrer könnte Frieden
in dein unruhiges Herz bringen!

Lehrer sind, wenn sie gut sind, nur Wege!
Aber kein Ziel!
Und ob sie zu DEINEM Ziel führen,
liegt weder bei ihnen noch allein bei dir.

Es ist wie damals in Gethsemane:
Es gibt einen Plan!
Und der, der den schuf, der ist größer als alle Lehren.

I. Hast du eine Botschaft von einem Ahnen, einer Ahnin für mich?

P. Nicht heute, Ingrid.
Ich habe dir schwere Nahrung gegeben,
die ist wahrlich kein Kinderbrei.
Ich möchte nichts hinzufügen, was dich ablenken könnte.

I. Ich habe zwei Mal in meinem Leben eine Stimme gehört
(jedes Mal einen unterschiedlichen Satz).
Beim zweiten Mal hatte ich auch
noch deutliche, körperliche Wahrnehmungen.
Wozu war die Information beim zweiten Mal gedacht?
Habe ich da die falschen Schlüsse gezogen?
Kannst du dazu bitte was sagen!

P. Es tut mir leid, Ingrid, ich war es beide Male nicht.

I. Mein Lichtnahrungsprozess und sämtliche Erfahrungen im Zusammenhang damit, habe ich da die richtige Sicht darauf?
Gibt es dazu etwas, was du mir sagen willst?

P. Ja, ich hab es schon gesagt:
Es gibt nichts, was an sich Unrein ist, Ingrid.
Gar nichts!
Aber es gibt die Eitelkeit der Gläubigen:
Heute ist es Lichtnahrung!
In vergangen Zeiten war es Enthaltsamkeit
von allerlei bestimmten Speisen, Getränken und Vergnügungen.

Immer hatte es das Ziel:
Die innere Sicherheit zu erlangen, besonders Richtig zu sein!
Richtiger als Andere
und sich damit Gottes Wohlwollen zu erwirken.

Unerträglich die Vorstellung,
dass Gott wirklich alle Menschen liebt,
dass jedes dieser Leben es ihm Wert ist, darum zu ringen.
Schon Kain ist an dieser Vorstellung zerbrochen!

Ingrid?
Gott, der alles ist und alles sein lässt, was ist: 
Was will der Mensch diesem Großen alles opfern?

Ihr könnt nicht opfern,
aber ihr könnt ihm etwas schenken aus euch heraus:
Eure Freude, zu sein! 
Und eure Liebe und Dankbarkeit dafür, dass er die Welt
und was in ihr ist, so wundervoll sein lässt.

Ihr könnt ihm helfen,
dieses Alles zu fördern und zu bewahren, was gut ist!

Aber Verweigerung des Natürlichen,
Unterdrückung der Gesetzmäßigkeiten der Materie,
das ist weit davon entfernt.

I. DANKE! Uta und Dir.

P. Dank nicht mir, meine Liebe,
ich bin nur ein Bruder deiner Seele!
Und alles, was uns unterscheidet, ist die Tatsache:
Dass ich ein anderes Bewusstsein habe.
Alles, was ich dir gebe,
gebe ich als einer, der es weiterleitet.
Ich bin nur der Bote, nichts darüber hinaus!

Du bist Gottes Tochter,
du hast, wie Töchter es haben,
Teile seines Wesens geerbt!
Und es geht nur darum, diese Teile zu fördern.

Nun geh und versuch, das Geschenk zu verstehen,
das dein Leben ist.
Ein Geschenk, das deine Seele erhalten hat
und gleichzeitig ein Geschenk für die, die um dich sind.

Mir bist du jeden Tag ein Geschenk, für das ich danke!
Dein Phoebus!

Mit diesen Worten verabschiedet sich Phoebus auch von mir.
Ehe er geht, legt er mir eine blaue Anemone auf den Tisch.
Ich nehme an,
sie soll ein Gruß an Sie sein, Ingrid!