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Schutzengel – Ich fühle mich in meinem Körper nicht Zuhause.

Kontakt mit dem Schutzengel
für einen Mann mit Borderline,
der sich in seinem Körper nicht Zuhause fühlt.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Bodo zu verbinden.

Ich stehe in einem Tal, es ist sehr eng.
Rechts und links von mir geht es steil Bergauf,
die Felsen hier haben einen rötlich goldenen Ton.
Dort, wo ich stehe, fließt ein Fluss: Klares, helles Wasser.
Es ist nicht tief, man kann es durchwaten.

Viele Pflanzen wachsen hier, auch Kakteen.
Weit von mir entfernt nehme ich die Gestalt eines Mannes wahr. 
Er winkt mir, ihm zu folgen.
Ich frage Elia.
Der lächelt und sagt, ich soll nur mitgehen,
es ist in Ordnung.

Es geht am Fluss entlang, bis sich das Tal weitet.
Es endet auf einer großen Ebene.
Hier sehe ich, dass in die Felsen Türen gehauen wurden
und Leitern und Gerüste aus Holz führen hinauf.
Felder gibt es hier und Gärten.
Am Rande eines Bassins, in dem seltsame Pflanzen wachsen,
die ich nicht kenne, sitzt der Mann.

Er trägt helle Kleidung aus Leder
und ein langes, weißes, grob gewebtes Hemd.
Ein seltsamer Schmuck aus roten Federkielen liegt auf seiner Brust.
Sein Haar ist lang und schwarz,
sein Gesicht rund mit hohen Wangenknochen.
Er wird etwas über vierzig sein, denke ich und er nickt.

Er zeigt mir, dass ich mich neben ihn setzen soll.
Es ist sehr schön hier, sehr friedlich.

Guide: Ich bin Pouhy na Kschäi (ich schreibe es, wie ich es höre)
Bodo kann mich Pouhy nennen.

Uta: Bist du Bodos himmlischer Helfer, sein Guide?

Pouhy: Ja, das bin ich!
Es ist an der Zeit, sich den Dingen zu stellen, nicht wahr?

Dies hier war mein Tal,
hier lebte ich mit meiner Familie und meinem Stamm.
Priester waren wir hier alle,
ein heiliger Ort seit ewiger Zeit.

Aber wir arbeiteten, wir legten Gärten an
und die ersten Felder in dieser Gegend Amerikas,
wir waren gesegnete Menschen.

Bodo war auch hier.
In dieser Inkarnation war er mein Enkel,
er und ich waren oft zusammen.
Aber er ist ungeduldig,
er wartet nie lange,
um von einer Inkarnation zur anderen zu gehen
und so war ich sehr oft sein Guide, sehr oft.

U: Du bist also in dieser Inkarnation ein Priester gewesen?

P: Ja, und ein Vater
und ein Landmann
und ein Jäger
und ein Händler…
Aber in allem war ich Priester,
denn das ist die Aufgabe unserer Seelenfamilie!

U: Das erstaunt mich,
ich kenne das nicht als Aufgabe einer Seelenfamilie….

P: Dennoch ist es so, wie ich es dir sage.
Wir sind die Künder einer größeren Wahrheit als die,
die ihr wahrnehmen könnt.
Es spielt keine Rolle,
wie du diese Wahrheit nennst:
Manitu, Gott, Allah…

Wir haben den Namen eines Jeden verbreitet
und es war immer die Wahrheit.
Siehst du:
Es ist wichtig, um den Lauf der Erde zu lenken,
dass Menschen nicht vergessen,
dass sie Seelen sind,
die einen Ursprung haben und ein Ziel,
das unabhängig von ihrer Sterblichkeit ist.

Damit sie es nie vergessen, gibt es uns: 
die Seelenfamilie der Priester,
der Mittler zwischen Himmel und Erde,
Jenseits und Diesseits.

U: Aus dieser Seelenfamilie ist auch Bodo?

P: Ja, auch er.

U: Und seine leibliche Familie auch?

P: Oh, nein, nein, die nicht.
Er wurde nicht in eine Familie geboren in diesem Sinn.
Viele von uns werden in Familien geboren,
die nicht zur Seelenfamilie gehören.
Das ist gut so!
Denn wir sollen so früh wie möglich
den Kontakt zu Gott suchen.
Und das tun wir umso schneller,
je weniger unsere leiblichen Eltern
uns göttlich erscheinen können.

Das ist ein großer Schmerz für ein Kind,
aber es ist der sicherste Weg, zu Gott
– oder wie ich ihn in dieser Inkarnation nenne:
zum großen Geist –
zu finden und den Kontakt aufzunehmen,
der unsere Aufgabe ist.

U: Ich glaube nicht, dass Bodo sehr religiös ist.
Er lebt zwar in einer christlichen Gemeinschaft,
aber ich hatte nicht den Eindruck,
dass er sich damit identifiziert.

P: Mit wem überhaupt identifiziert er sich?
Er identifiziert sich nicht einmal mit sich selbst, nicht wahr?
Siehst du,
wie kann er das also?
Siehst du,
das ist unser Problem mit ihm!
Er hat solche Angst vor sich selbst,
so große Angst.
Er ist da
und das, was er gerade spielt, ist da,
aber Beides findet nicht zusammen.

U: Borderline?

P: Natürlich!

U: Was kann er tun,
wie findet er Zugang zu sich selbst?
Ich bezweifele, dass er eine Therapie macht.

P: Das bezweifelst du zu Recht,
es hat ihm nicht geholfen.
Siehst du, er hat den Schritt nie gemacht,
eine eigene Identität zu finden.
Man könnte sagen:
Das, was er für alle sichtbar IST, nämlich „Bodo“,
das IST er nicht nach seinem Empfinden.
Das ist nur eine Person,
die ihm nahe steht.
Aber nicht sein Ich, sein Selbst!
Und es wird ein langer Weg,
dieses beides zur Einheit zu bringen!

Denn „Bodo “ macht ihm so große Angst!
Wie können wir uns aber mit etwas verbinden, was uns ängstigt?
Das geht gar nicht!
Und darum ist es sehr, sehr wichtig, dass er versteht:
Was er ist,
was es mit seiner Wut auf sich hat auf dieses merkwürdige Wesen,
das er ICH nennen soll und
das er doch ablehnt!

U: Das ist sehr schwer?

P: Nein, es ist leicht, sobald er es versteht!
Aber zuerst muss er verstehen:
warum es so ist, wie es ist!

U: Er wurde missbraucht,
das fühlte ich gestern sehr stark.

P: Ja, das wurde er.
Und was viel schlimmer war:
Im Grunde wuchs er mutterlos auf,
die Mutter war ein unerreichbar ferner Stern.
Und zwar von Anfang an! 
Bodo kam auf die Welt und war allein!
Weißt du, was das heißt für ein neu geborenes Kind?
Das bedeutet den größten Schrecken,
den eine so neue Seele erfahren kann.
Allein sein ist für ein Baby immer absolut tödlich
und deshalb zog sich seine Seele zurück!
Aus diesem fremden Etwas,
das da geboren war.
Die Seele eines Babys
und seiner Mutter sind EINS! 
Das ist die letzte Verbindung dieser Art,
die erlaubt ist in der Inkarnation.

Hier sind wir alle Eins,
das ist jeder Seele vertraute Heimat:
Eins sein mit Allem, was ist! 
Zum Trost und Schutz darf jede inkarnierte Seele
mit der Mutterseele eins sein.
Fast zwei Jahre lang dauert der Prozess des langsamen Lösens.
Aber bei Bodo gab es dieses Eins sein nicht mit der Mutter.
Und wenn es kein Eins sein gibt,
dann gibt es nur die Verschmelzung
mit dem großen Nichts, der großen Leere.
Das – nur das – ist sein wahrer Schmerz.

Der Missbrauch:
Ach, das ist nur die Folge der Ursache, du weißt es.
Kinder, die sich aus ihrem Ich herausgezogen haben,
werden oft Missbrauchs-Opfer!
Die Täter spüren das.
Sie spüren,
dass diese Kinder keine wirkliche Verbindung
zu ihrem Körper haben
und deshalb leichter zu unterdrücken sind.
Nein, wir werden nicht darüber reden!
Wir reden über die große Leere,
die es zu füllen gilt.
Ich möchte, dass er versteht, was geschehen ist!
Was er ist!

Er ist ein Mensch,
dessen Seele sich einen kleinen Schritt weit
von seinem inkarnierten Ich entfernt befindet.
Nicht weit!
Es gelingt ihm wenigstens im Schmerz,
für einen kurzen Augenblick sich damit zu verbinden,
es gelingt ihm wenigstens im Zorn!

Aber nur dann!
Ansonsten erreicht seine Seele nichts!
Ganz gleich, was ihm geschieht:
Es erreicht nicht seine Seele.
Sie steht da:
Immer noch zu Tode erschrocken,
sich mit dem Nichts verbinden zu müssen,
sobald sie sich wieder mit ihrem Ich verbindet.

Das ist die Erklärung für so vieles,
nicht wahr, mein Sohn?
Das verstehst du.
Aber ich sage dir:
Du bist nicht inkarniert, um daran zugrunde zu gehen,
sondern um zu überwinden!
Viele Prognosen dieses Zustandes sind negativ,
man erwartet nicht viel,
nicht wesentliche Möglichkeiten der Besserung.
Wie kann nun diese Seele dazu bewogen werden,
sich wieder mit ihrem Ich zu verbinden?
Was überwindet Angst, Uta?

U: Hm, Liebe.

P: Ja, so wie du deine Angst vor Hunden
dadurch überwunden hast,
dass du einen Welpen aufgenommen hast
und du mit dessen Wachstum
auch alle Angst vor großen Hunden
nach und nach verloren hast,
so soll auch Bodos Weg sein.
Verbinde dich durch Liebe
zu deinem Ich wieder mit ihm.

U: Wie?
Was soll er praktischer Weise tun?

P: Sich selbst eine Mutter sein! 
Ich spreche hier nicht davon, egoistisch zu sein!
Diese bedauerliche Tendenz gilt es, zu verlassen.
Nein, sich selbst Mutter sein bedeutet: 
Auf alle Erfahrungen seiner Seele zurück zu greifen,
in denen sie Mutter war! 
Dies zu tun, ist nicht einfach,
aber es ist möglich.

Ich schlage einen täglichen Ritus vor:
Jeden Morgen soll er sich ein Bild nehmen,
auf dem er als kleines Kind abgebildet ist
und dann soll er sich mit vollem Namen ansprechen:
Guten Morgen, mein lieber Bodo,
heute verspreche ich, gut für dich zu sorgen.
Ich werde dich behüten vor Gefahr,
ich werde dir gute Nahrung geben,
ich werde dich schützen vor Verletzungen,
ich werde dir Zärtlichkeit geben, Wärme und Nähe.

Ich verspreche dir, heute eine gute Mutter zu sein.
Ich liebe dich! 
Es ist wichtig, dass er das versteht!
Er muss es immer tun,
so wie ein anonymer Alkoholiker jeden Tag neu verspricht,
heute nicht zu saufen.
So soll er es machen so lange,
bis das innere Kind in ihm es glaubt
und Vertrauen hat in seine Mütterlichkeit!

Und ich möchte, dass er eine weitere Übung macht.
Nicht täglich, aber so oft wie möglich:
Ich möchte, dass er den Menschen,
die um ihn sind,
in die Augen sieht,
wenn er mit ihnen redet und auch,
wenn er mit ihnen schweigt.
Und dann soll er fragen, was sie fühlen.
Dabei immer in die Augen sehen! 
Wenn er das tut, verbindet sich die Seele,
so lange er beobachtet, mit ihm
und er lernt gleichzeitig,
andere Seelen wahr zu nehmen,
denn das ist ein weiteres Problem.

So wenig er sein Ich wahrnimmt,
so wenig nimmt er die Seelen der Anderen wahr.
Er nimmt genauso wie bei sich selbst
nur die Rolle wahr, nicht die Seele selbst!
Das ist der Grund seiner Beziehungsprobleme:
Er kann all die Reaktionen der Seelen
Anderer nicht empfinden!
Und wie du weißt, ist die Begegnung der Seelen
der eigentliche, wichtige Informationsaustausch.

Eure Worte und Gesten bilden nur 10 bis 20 %
des tatsächlichen Informationsaustausches,
der Rest wird über die Seelen vermittelt! 
Diese zwei Übungen wünsche ich mir von ihm,
in allem Weiteren werde ich ihn einführen
Schritt für Schritt.
Das Problem ist derzeit die nicht geübte Einfühlung
in die Seelenlage Anderer.
Darum ist auch mein Kontakt zu ihm brüchig, schwierig.
Er hat auch schon versucht,
Kontakt zu Gott oder Jesus zu bekommen,
doch auch hier hindert dasselbe:
Wahrzunehmen, was da ist.

U: Und diese Übungen des in die Augen sehens, usw.,
die hilft?

P: Ja, das hätte er normalerweise
gleich nach seiner Geburt
durch den Augenkontakt mit der Mutter gelernt,
bis er mit etwa drei Jahren darin
die zu erwartende Perfektion erreicht hätte.
So wie die Dinge liegen,
muss er es jetzt lernen und ich bin sicher,
dass seine Freunde ihm bereitwillig helfen werden.

U: Das ist schön!
Und sicher Beides eine gute Möglichkeit,
weiter zu kommen.

P: Er will diese Leere verlassen,
er will gesund sein
und das ist das Entscheidende!

U: Ich würde jetzt gerne Bodos Fragen stellen,
sofern du sie nicht schon beantwortet hast.
Er fragt, warum du sein Schutzengel bist?

P: Weil wir uns sehr ähnlich sind! 
Doch ich bin im Gegensatz zu ihm
schon in dieser Inkarnation von der Idee abgekommen,
dogmatisch zu sein.
Ich habe erkannt,
das Gottes Liebe sich in allen Religionen spiegelt
und in Allem, was ist.
Er jedoch hat noch zwei weitere Inkarnationen damit verbracht,
die angeblich einzige Wahrheit zu verbreiten.
Und jetzt ist er gekommen mit der Schwierigkeit,
überhaupt keine Wahrheit mehr zu haben,
an die er glauben kann! 
Nicht einmal die über sein eigenes Ich.

Damit er jetzt dieses Leben nimmt
und sich mit allen Menschen
und allen Wahrheiten austauscht
– und hier meine ich echten seelischen Austausch –
um letzten Endes zu verstehen,
wirklich zu verstehen, das Gott in Allem ist, was ist.

Das ist eine sehr schöne Aufgabe und er wird,
wenn er sich nicht durch seine Ungeduld bremsen lässt,
sicher seinen Weg gehen.
Es wird ihm helfen.
All dieses Leid, das er erlebt hat,
wird ihm und Anderen sehr, sehr helfen,
ein Helfer denen zu werden,
denen es genauso geht wie ihm jetzt.
Aber, Bodo, alles hat seine Zeit!
Und ein Schritt muss nach dem Anderen getan werden.

Du musst deine Übungen machen
und du musst sie deshalb machen,
weil in deinem Gehirn die Wahrnehmung
seelischer Begegnungen nicht aufgebaut wurde.
Es dauert nun länger als bei einem Baby,
bis in deinem Gehirn
die entsprechenden Verbindungen aufgebaut sind.
Aber du hast die Möglichkeit, es zu schaffen
und du hast Freunde, die es mit dir tun werden.

U: Er fragt,
warum er diese innere Unruhe hat
und den Drang, zu lügen.
Suizid-Gedanken und schlechte Gedanken.

P: Er hat Gewaltfantasien, ja… 
Wut, wenigstens Wut empfinden,
wenn schon sonst nichts.
Lügen?
Nun ja, manipulieren,
das „Rollenspiel“ enttarnen,
durcheinander bringen…

Bodo ist sehr, sehr intelligent!
Aber alle, wirklich alle Schwierigkeiten liegen an dem,
was ich sagte.
Natürlich hasst er seinen Körper,
es ist ja gar nicht SEINER!
Es ist der Körper von Bodo!
Und nur weil der leben wollte,
leidet seine Seele solche Qual der Einsamkeit.
Hier denkt er wie ein trotziges, kleines Kind! 
Er muss sich eine gute Mutter sein!
Siehst du nun,
wie wichtig das ist?

U: Gut, ich danke dir sehr und hoffe,
dass Bodo es so umsetzen kann,
wie du vorschlägst.
Möchtest du ihm noch etwas sagen?

P: Du wirst an allem, was ich sagte, zweifeln! 
Du wirst an meiner Existenz zweifeln wollen,
aber du wirst es nicht können.
Der Zweifel soll dich davor schützen,
aus deinem Elend heraus zu kommen!
Ja, du hörst richtig!
Dir ist es viel lieber,
so weiter zu machen wie bisher,
weil du dieses Leid kennst,
das kann dir keine Angst mehr machen!

Aber wirklich erfüllt und glücklich zu sein,
das macht dir eine schreckliche Angst!
Nun, es steht dir frei,
dich zu entscheiden! 
Du kannst weiter ein erschrecktes Baby sein: 
das seine Mama nicht fühlt. 
Oder das ein fröhlicher, starker, weiser Mann wird,
der in den Abgründen der Hölle aufgewachsen ist
und sie überwunden hat durch seine Liebe.
Seine Liebe zu sich selbst,
zum Leben und
zu Gott.
Ich will,
dass du als Andenken an meine Worte dieses nimmst:
(Er zeigt mir ein gläsernes rotes Herz
und er zeigt mir einen Pilgerstab.)
Beides soll dich leiten:
Wo du sie findest, bin ich.

U: Dann danke ich dir
und sage lebe Wohl!