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Elia – Welchen Gedanken willst du füttern?

Welchen Gedanken willst du füttern?
Den Gedanken,
Jemandem nicht gerecht zu werden?

Oder den Gedanken,
genug von deinen Möglichkeiten
gegeben zu haben?

Elia

Teil 1

Zu Gast ist Ursula.

Elia. Guten Abend, liebe Freunde.

Hajo und Ursula. Guten Abend, Elia.

E. Schön, dich Willkommen zu heißen.
Ich wirke amüsiert.
Das liegt nicht an dir.
Das liegt an meiner freundlichen Schülerin hier.
Sie sagte so eben zu mir:
„Hilf mir bitte, Elia.
Ich weiß da auch keinen Rat“.
Und ich lachte und sagte: „Wie immer, meine Liebe“.

Damit beginne ich diesen gemeinsamen Abend,
weil es ein Licht wirft auf dich.
Denn Victor sagt auch: „Wie immer, meine Liebe, helfe ich dir.“
Und hier in eine tragende Zuversicht zu kommen:
Das ist in der Tat eine Arbeit, die getan werden kann.

Hier liegt Macht!
Eure Macht!
Die Macht,
diese Vorstellung zu bejahen oder zu verneinen
allein ist nicht das Thema, um das es sich drehen darf.
So einfach kann es nicht gehen!
Nicht bei Seelen,
deren Vertrauen in Größeres missbraucht wurde!

Und ehe wir diesen Abend beginnen,
möchte ich dich auffordern, dir zu verzeihen,
dass dein Vertrauen auf einem sehr dünnen Eis gehen gleicht.
Victor verzeiht es allemal!
So, wie ich es Uta verzeihe, dass sie hier ihre Arbeit zu tun hat.

Sieh uns wie die guten Chefs, die genau wissen:
Wenn sie einen Auftrag geben,
dann braucht ihr Arbeiter Zeit,
um den Auftrag zu erfüllen!

Du kennst doch Trockenmauern, nicht wahr?

U. Ja.

E. Die sind zur Sicherung von Hängen.
Und wenn ich nun einem meiner Arbeiter den Auftrag gab: 
„Schaff mir hier einen sicheren Hang.“
Dann wusste ich, der fängt erstmal mit einem Stein an.

Jetzt stell dir vor, ich hätte einen Arbeiter gehabt,
der hätte sich zu Tode geschuftet, weil er meinte:
Ich würde von ihm erwarten,
dass er an einem Tag meinen Hang sichert.
Was würdest du von so einem Arbeiter halten?

U. Er würde mir sehr leid tun.

E. Ja, ganz bestimmt.
Mich würde der sogar ärgern.
Der zwingt mich aber zu etwas!
Der zwingt mich dazu:
Dass ich immer wieder selber dafür sorge,
dass der Pausen macht!
Denn anders werde ich nicht verhindern,
dass er sich zu Tode arbeitet.

Wir legen euch solche Pausen ein.
Wir wissen um eure anstrengende Arbeit!
Und wir wollen nicht,
dass ihr eure Seelen zu Tode arbeitet.
Ja?

U. Ja.

E. Also: So, wie ich amüsiert war
über den Ausspruch dieser meiner lieben Schülerin
„Hilf mir, da weiß ich auch keinen Rat“,
so geht es auch Victor.
Auch er weiß:
„Nein, du bist ja noch nicht fertig mit deiner Trockenmauer“.
Auch er weiß:
Es geht Stein um Stein, Meter für Meter,
bis irgend wann die Arbeit getan ist.

Ich hoffe, dass du mit dieser Einstellung in den Frieden kommst. Fangen wir an, zu arbeiten.

U. Hm.

E. Deine erste Frage, bitte.

U. Es geht um ein unglaublich starkes Gefühl der Ohnmacht bei mir, wenn jemand in meiner Umgebung
– in dem Fall war es meine Katze – sehr krank ist.
Und ich wirklich dabei fast durchdrehe,
ob ich auch alles richtig mache
und meiner Verantwortung gerecht werde.
Also diese Gefühle gehen so tief,
dass es mich dabei fast umhaut.

Kannst du mir zum Thema „Ohnmacht“ etwas sagen?

E. Ich möchte hier eine Teilung dieser Frage machen.
Bei denen, denen du deine Hilfe gibst
und die abhängig von dir sind,
hast du die große Angst, etwas zu übersehen,
was deren Tod bedeutet.
Und das ist karmisch!

Ich empfehle dir hier dringend,
diese wunde Stelle deiner Seele
in die Heilung zu bringen.
Es gibt hier keinen anderen Weg
als den über eine Inkarnation,
das ist wirklich dringend.
Denn – das weißt du selbst –
es geht nicht nur um deine Katze! 
In gleicher besorgter Weise
schaust du auf jeden, den du liebst.

U. Ja.

E. Und da ist auch eine gegenseitige Beeinflussung da!
Verstehst du?
Deine Angst überträgt sich auf die, die erkrankt sind.
Und so hast du einen Riesenberg vor dir,
der ins Rutschen gerät und
dich selbst zu erschlagen droht,
wenn tatsächlich etwas übersehen wurde.

Es geht nicht nur um gesundheitliche Themen!
Sondern es geht überhaupt darum,
dass jemand von dir
in irgendeiner Weise essenziell abhängig ist:
Das kann die Gesundheit sein,
das kann aber auch Fürsorge sein,
das kann aber auch finanzielle Mittel sein,
das kann aber auch die Mitarbeit bei bestimmten Projekten sein.
Das ist sehr vielschichtig.

Jedes Mal, wenn du dich verantwortlich weißt
für das Wohl und Wehe eines Anderen,
dann gerätst du in die Not,
dass du etwas Wesentliches
nicht leisten kannst oder übersiehst!
Und dass aus diesem Grund heraus
dieser Mensch schwere Folgen zu ertragen hat.
Ja?

U. Ja, so ist das.

E. Das ist in vielen Dingen so
und prägt viele deiner Entscheidungen.
Das prägt sowohl Entscheidungen für etwas,
aber es verhindert auch Entscheidungen gegen etwas.
Und beides ist nicht dazu da,
dich in deiner Kraft zu stärken
oder deinen Lebensweg ein bisschen einfacher zu machen.
Wollt ihr das Morgen bitte tun?

U. Ja, gern.

E. Eine Inkarnationsarbeit, ja?

U. Hm.

E. Gut. Der nächste Punkt ist der:
Dass Ohnmacht! 
Die wirklich erkennbar ist, sodass nicht nur du
– sondern auch alle Anderen,
denen du es erzählen würdest
oder die gegenwärtig sind, akzeptieren,
dass du ohnmächtig bist –
dich von dieser Verantwortung befreist.
So paradox es klingt:
Wenn du ohnmächtig bist, bist du nicht verantwortlich!

Es könnte Demut sein.
Aber das ist es nicht!
Sondern es ist das Gefühl,
vom Berg erschlagen zu werden.
„Ich tue alles,
ich gebe alles,
ich versuche alles,
aber ich schaffe es nicht!“
Da kann ja keiner klagen.
Du merkst:
Beide Themen sind aufs Engste miteinander verknüpft.
Verstehst du das?

U. Hm.

E. Und gleichzeitig mit dieser Ohnmacht
gerätst du in einen großen Zorn!
„Mein Wille geschehe!
Weil: Mein Wille doch gut ist!
Er ist doch gut und dienlich.
Aber es gibt den Willen der Größeren! 
Der ist nicht gut!“
Da kommt große Angst in dir:
Der Wille derer, die größer sind.
Ja?

Nein, nein, nicht schon wieder dein Vater.
Er ist nur ein Symptom.
Er ist nicht die Ursache.
Er ist nur ein Aufzeiger!

Das Vertrauen in die Größeren
– Götter,
Engel,
Prinzipien,
die Sterne,
egal, was du willst –
setzt voraus, dass du glauben kannst:
Dass deren Wille mit denen, die du liebst,
so gut ist wie dein Wille zu diesen.
Und das ist die Arbeit, von der ich sprach.

U. Ja.

E. Das ist nicht getan
mit einem Gedanken,
einem Satz,
einem Hinweis.
Das ist ein Weg!
Und der geht manchmal ganz leicht,
manchmal tief und steil
und manchmal hoch.
Der Aufstieg ist schwierig,
aber die Aussicht wunderbar.
Es ist eine Wanderschaft.

Es gehört Mut, Ausdauer und
Mitgefühl für sich selbst dazu,
diesen Weg zu gehen.
Er ist aber so wichtig,
dass er einer der wichtigsten Ursachen
deiner heutigen Inkarnation ist!
In dieses Vertrauen zu kommen,
ist eine deiner tiefsten seelischen Sehnsüchte!
In etwas zu kommen,
das ganz simpel klingt,
braucht es einen Satz:
„Letztlich wird alles gut.
Vorbehaltlos!“

Bist du bereit, darum zu kämpfen?
Ja?

U. Ja.

E. Ich weiß.
Bist du bereit,
Mitgefühl mit dem Maurer zu haben, der du bist?

U. Immer mehr.

E. Ja. Dann können wir auch weiter gehen.
Wenn du Pausen machst
und sie dir zugestehst,
können wir weiter gehen.
Und wenn du vielleicht sogar an irgendeinem Punkt sagen musst: „Hm, so ganz fertig wird meine Mauer nicht!“
Dann ist es gut.
Sie muss nicht fertig werden.
Sie muss nur fortgesetzt werden!
Ja?

U. Ja.

E. Gut.
Also ich fasse noch einmal zusammen, liebe Ursula:
Die eine Ursache ist karmisch,
die andere ist eine Frage der Achtsamkeit.

Was willst du beachten?
Welchen Gedanken willst du füttern?
Den Gedanken: 
Jemandem nicht gerecht zu werden?
Oder den Gedanken:
Genug von deinen Möglichkeiten gegeben zu haben?

Das ist in der Tat eine Entscheidung!
Ich komme hier auf deine Katze zurück
und jenes Ereignis mit der doppelten Pyramide.
Das Licht geht aus – ich habe es gehört –
das Licht geht aus,
der Stecker war gezogen.
Das hast nicht du getan!
Du hast es aber auch nicht getan,
dass der Stecker wieder in die Steckdose kam,
dass das Licht wieder angeht.

Und dem zu begegnen,
dass selbst beim besten Tun
und beim besten Einsatz deiner Möglichkeiten
jemand Anderes den Stecker zieht,
ist eine Frage der inneren Achtsamkeit.

Du kannst nichts daran ändern,
dass Gedanken entstehen.
Sie entstehen wie die Wolken über einem regennassen Land,
wenn die Sonne scheint.
Sie steigen einfach auf, bündeln sich
und der Wind treibt sie über den Horizont.

Nun ist die Frage:
„Auf welche Wolke achte ich?“

Und hier, Ursula,
hier liegt der nächste Stein für deine Mauer.
Du kannst lernen: 
Achtsame Gedanken denen entgegen zu setzen,
die einfach so aufsteigen!
Oder um im Bild zu bleiben:
Du kannst selbst dein Süppchen kochen
und eigene Wolken an den gleichen Horizont bringen.
Das wäre die Arbeit!

Und hier bitte ich, Uta zu informieren.
Es geht hier darum:
Dass achtsam mit den Gedanken gearbeitet wird, die man hat.
Sie weiß dann, was ich meine.
Ich bitte dich, Hajo, ihr das morgen Früh mitzuteilen.
Dann kann sie es in ihr Konzept einbauen.

H. Ja.

E. Hast du mich soweit verstanden, Ursula?

U. Ich weiß nicht genau.
Also:
Ich wusste, dass ich weder den Stecker ziehe…
Das passiert.
Da habe ich keinen Einfluss drauf.
Dann habe ich einfach nur noch gebetet und gefleht.
Das war das Letzte, was mir übrig blieb.
Was hätte ich da achtsamer tun können?

E. Nicht während der Stecker gezogen wurde!
Sondern in der Anspannung,
ob deine Katze überlebt oder nicht.
Hier liegt die Angst.
Ja?
Hier liegt sie.
Und hier machst du etwas mit der Angst.

Eure Gedanken sind wirklich Energien! 
Und eure ängstlichen Gedanken sind hemmend,
was den Energiefluss angeht.
Verstehst du, was ich meine?

U. Ja, sehr gut.

E. Das kennst du.
Und jetzt kommt es darauf an,
ob du den Gedanken,
der aufgrund ängstlicher Emotionen entsteht
– nicht genug getan zu haben,
nicht genug zu tun –
pflegst
oder ob du ihn als Wolken betrachtest,
die eben aufsteigen und weiterziehen… 
Oder ob du einen eigenen Gedanken,
der zu der Situation passt, dem entgegensetzt!

U. Jetzt hab ich’s.

E. Gut.
Das ist sehr, sehr wichtig.