ich bin

Schutzengel – Es gibt nur eines, was IMMER da ist: dein ICH BIN.

Deine Familie bietet dir die Not-Wendigkeit,
dich damit auseinander zu setzen,

dieses ICH BIN zu definieren.
In der Familie,
im Stamm,

warst du nicht ICH BIN,
sondern
ICH BIN DIE, WIE IHR ES SEHT!

Deine Rolle hier war die
einer heiligen Frau deines Stammes.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit Anja zu verbinden.
Anja bittet um diesen Kontakt.

Ich bin am Strand eines sehr breiten Flusses, ein Strom,
dessen anderes Ufer weit entfernt ist.
Hinter mir alte, moosbewachsene Bäume,
die weiter unterhalb des Stromes im Wasser stehen,
ein Kanu liegt vor mir umgedreht im Sand.

Es ist sehr still und fast unerträglich heiß.

Ein Vogelschrei direkt über mir lässt mich aufblicken:
Ein sehr großer Vogel zieht hoch über der Landschaft seine Bahn,
dann stürzt er hinab in den Fluss, kommt wieder hoch,
in den Fängen einen silbernen Fisch, der so schwer ist,
dass der Vogel Mühe hat, wieder an Höhe zu gewinnen…

G. Ein Seeadler…

Ich drehe mich nach der Stimme um.
Ein Mann, etwa 1,75 groß, gekleidet in Wildleder,
das braune Haar hinten zusammengebunden,
die graublauen Augen tief und warm,
das Gesicht geprägt durch eine sehr ausgeprägte Nase.

Er ist nicht im herkömmlichen Sinne schön,
aber von solcher Präsenz,
dass man die Augen von ihm nicht lassen möchte.

Vom ersten Augenblick des Kontaktes an spüre ich hier
eine Seele voller Tiefe, natürlicher Autorität,
gepaart mit Sanftheit und Geduld…

„Es ist schön, dass er da ist,“
ist die erste Reaktion meiner Seele auf ihn.

U. Bist du der Guide von Anja?

G. Ja! Ein ungewohntes Umfeld für dich?

U. Ja, wo sind wir?

G: Am Mississippi, lange, ehe hier Hochhäuser und Autobahnen, Flughäfen und Fabriken gebaut wurden.
Wir schreiben das Jahr 1786…

Siehst du dort drüben (am anderen Ufer) den Rauch?
Das sind meine Freunde, ich werde sie besuchen
und du kommst mit, einverstanden?
Ich möchte dir nämlich eine sehr wichtige Persönlichkeit vorstellen.

Wir setzen uns in das Kanu.
Die Strömung nutzend gleiten wir
zum schräg gegenüberliegenden Ufer.
Hier ist das Baumwerk am Rand des Stroms nicht ganz so dicht.
Mehrere Kanus liegen am Strand,
Kinder kommen uns entgegen gerannt,
sie sind alle indianischer Natur.

Anscheinend kennen und lieben sie meinen Gastgeber sehr!
Sie springen an ihm hoch, bedrängen ihn immer mehr,
bis dieser endlich aus dem „Rucksack“, den er trägt,
allerlei Zuckerwerk herausholt
und unter die lachenden Kinder verteilt.

G: Sie wissen, dass ich ihnen das Zeug mitbringe.
Sie wissen, dass ich es nicht ertragen kann,
wenn ich sie in ihren Erwartungen enttäusche.
Und ich weiß,
dass ich jetzt gleich eine strenge Ermahnung bekomme.
Komm, wir müssen da hinauf, dort oben ist das Dorf…

Während die Kinder lachend vor uns einen – wie mir scheint –
recht langen Weg an einem Steilufer hinauflaufen,
erzählt der Guide:
Anja, eine erstaunliche Reise,
die wir jetzt unternehmen, du und ich.
So erstaunlich wie die Reisen deines heutigen Lebens.

Ich weiß, ich hätte dir keines deiner Leben zeigen müssen
und ich hätte dir nicht in einer meiner
gelebten irdischen Gestalten vorstellig werden müssen.
Aber es ist mir wichtig,
dass du einen Anblick von mir hast und einen Namen.

Den Namen, den ich hier trug, kannst du mir geben,
aber du darfst auch einen eigenen auswählen.
Dennoch liebe ich den Namen, den ich trug zu dieser Zeit:
Thomas.
Der ungläubige Thomas:
Der, der erst die Beweise braucht (lächelt),
eher er glauben kann.

Ich brauchte viele Leben und viele Beweise dafür,
zu glauben, was doch bewiesen war:
Ja, es ist wahr:
der Mensch ist Erde UND Himmel!
Ist Geist UND Fleisch!
Es IST wahr…

Ich war ein Gottessucher viele, viele Leben lang.
Aber obwohl ich Priester war und Gelehrter,
obwohl ich alle Religionen der Welt in vielen Leben erprobte:
Ich fand einfach nicht zu dem, was ich suchte,
bis meine Sehnsucht hier im heutigen Missouri Erfüllung fand.

Und du bist Teil dieser Erfüllung gewesen.
Das Volk hier wurde Oto genannt.
Ein seltsames Indianer-Volk:
Im Frühling und Sommer gingen sie auf die Jagd,
im Herbst und Winter hatten sie Häuser und Äcker und Vieh.
So waren sie doppelgesichtig…

In gleicher Weise teilten sie ihre Aufgaben des Mensch seins:
Ein Teil – sie nannten sie die Himmels-Brüder –
war ausschließlich für die spirituellen Bedürfnisse zuständig,
der andere Teil für die Irdischen wie Ackerbau und Jagd.
Dieses waren die Erden-Brüder.
Der Platz, den einer einzunehmen hatte,
wurde durch Geburt vererbt.

Ich lernte die Oto kennen auf einer
meiner unzähligen Wanderungen.
Ich war sowohl jemand,
der das Land im Westen zu ergründen hatte, als auch
– wenn es keine Aufträge dafür gab –
ein einfacher Fellsammler wie Viele hier im Westen.

Ursprünglich kam ich aus Ungarn.
Aber ich wollte, seit ich denken konnte, fort.
Nicht, um meine Heimat zu fliehen,
sondern um Eine zu finden.
Denn ich fühlte mich als Fremder inmitten meiner Familie,
inmitten meiner Landsleute.

Ich konnte nicht denken, wie sie dachten,
nicht fühlen, was sie fühlten
und vor allem nicht glauben, was sie glaubten.
Deshalb wollte ich die Welt
und was sie zu bieten hatte,
verstehen lernen und schließlich kam ich hierher.

Und traf ich dein damaliges Ich.

Meine liebe Freundin meines Seins, bitte versuche, zu verstehen:
Alles, was wir im Leben sind, sind Rollen!

Wir sind die Schauspieler:
Es gibt Rollen, die uns sehr liegen.
Und es gibt solche,
in denen sind wir uns Zeit unseres Lebens selbst Fremd sind.

Deine Rolle hier war die einer heiligen Frau deines Stammes.
Du musst wissen:
Es war ganz und gar unüblich,
dass eine Frau im Clan der Himmels-Brüder aktiv tätig war.
Frauen waren nicht befugt,
solche Leistungen zu bringen!
Sie wurden niemals in die heiligen Gesänge und Tänze eingeweiht,
aber mit dir hatte es eine ganz besondere Bewandtnis.

Im 18. Jahrhundert hatten die Europäer ihre Kriege
auch hier in die amerikanischen Länder getragen:
Engländer gegen Franzosen,
Franzosen gegen Spanier…

So weit die von Weißen besiedelten Räume reichten,
gab es Auseinandersetzungen um das Land,
das doch gar nicht ihnen gehörte.
Und je stärker diese Kriege tobten,
umso wichtiger schien es den einzelnen Staaten,
neue, bisher unbekannte Territorien zu erschließen.

Zuerst kamen Männer wie ich,
die erforschten die Gebiete,
zeichneten Karten und untersuchten die Böden.
Dann kamen Soldaten, die vertrieben die Einwohner.
Dann kamen die ersten Siedler:
Meist ausgewanderte Europäer, die keinerlei Hab und Gut hatten
und darum mit jedem Flecken Land zufrieden waren,
den man ihnen gab.

Wer zuerst ein Land mit SEINEN Bürgern besiedelt hatte,
dem gehörte es!
So einfach war die Rechnung.

Deine Familie stammte aus Frankreich,
dein damaliger Name war Yvette.
Mit 8 anderen Familien zogen dein Vater und deine Mutter
mit dir und deinen vier Brüdern den großen Fluss hinauf,
den ihr heute Mississippi nennt.
Eure neue Heimat sollte die Gegend um ein Fort sein,
das zwei Jahre zuvor eingerichtet worden war.
Du warst gerade zwei Jahre alt.

Am 14.6.1744 trieb ein unbemanntes, kleines Schiff
den Mississippi hinunter.
Toustze, einer der besten Jäger der Oto, sah,
wie es sanft am Ufer hängen blieb
und dann traute er seinen Augen kaum:
Aus dem Boot stieg ein kleines, hellblondes Mädchen,
ganz weiß, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt…

Das warst du!
Wie durch ein Wunder hattest du als Einzige
einen schweren Tornado überlebt,
dem alle Anderen der Expedition zum Opfer gefallen waren. 
Nun wäre sicherlich dein Schicksal besiegelt gewesen,
du wärest als eine Art minderer Frau
im Stamm aufgenommen worden
und hättest das Schicksal der Oto-Frauen zu teilen gehabt,
wenn es da nicht eine Besonderheit an dir gegeben hätte:
Du warst ein Albino.
Weißer als weiß deine Haut,
rötlich deine Augen, weiß dein Haar.

Von solcher Frau war die Rede im Stamm seit Urzeiten,
sie wurde erwartet.
Man sagte: Wenn sie käme,
dann würde eine neue Zeitrechnung beginnen
für das Volk der Oto.
Und deshalb wurdest du der heiligste Mensch,
den die Oto hatten.

Die große, weiße Frau:
Die Mondin!
So nannten sie dich.

Als ich dich kennen lernte,
konnte ich die Augen nicht von dir wenden.
Sie hatten dich in weißes Leder gekleidet,
während der Rest des Stammes fast nackt ging.
Dein Haar war durchflochten mit durchsichtigen Bergkristallen,
dein Schmuck – Ketten und Armreifen –
bestand aus weißen Federn, Muscheln und Perlen…

Ich dachte, es muss ein wunderbares Leben sein für dich.
Jemand, der derart verehrt wurde:
Wie beglückend muss das sein?!
Du musstest nie steinige Pfade gehen, sie trugen dich.
Nie musstest du altes Fleisch essen,
sie gaben dir in Allem den Vorzug.

Doch was die Weissagungen des Stammes anging, nun ja:
Eine neue Zeit begann in der Tat für die Oto.
Vielleicht nicht unmittelbar nach deiner Ankunft,
aber es war so: eine neue Zeit UND eine böse Zeit!

Sie hatten dich erwartet,
aber nicht diese Art der Neuerung.
Anfangs zeigte sich diese Wende im Schicksal dieses Volkes
in mehr oder weniger kleineren Katastrophen.
Öfter blieben die Bisons aus als früher,
kälter und vor allem schneereicher waren die Winter,
als die Alten sich erinnern konnten.
Mehr und mehr Weiße wurden beobachtet.
Man hielt sich fern von ihnen, solange das ging…

Häufiger wurden die Auseinandersetzungen
mit bisher befreundeten Stämmen,
langsam wurde das Leben härter.
Langsam begann sich die Zahl der Alten und der Kinder
zu reduzieren.

Doch noch schauten nur sehr Wenige dich skeptisch an,
noch sagten die Himmels-Brüder,
es seinen eben vorbereitende Zeiten der Reinigung.
Schließlich warst du noch ein Kind!
Ein solches konnte keine Zaubermacht haben, auch nicht,
wenn sie eine Mondin war.

Dann musstest du in die Riten der Spirits eingeweiht werden.
Als du auch körperlich zur Frau geworden warst,
hattest du Kenntnisse,
die weit über denen der Himmels-Brüder hinausgingen.
Denn wenn diese auch hin und wieder mediale Fähigkeiten hatten,
so galt dies doch eher dem magischen Beeinflussen der Welt
als dem tatsächlichen, unmittelbaren Verstehen des Jenseitigen.

Ganz anders bei dir:
Du musstest keine Riten vollziehen,
um dich in Trance zu versetzen,
auch keine geheimen Drogen nehmen,
um Visionen zu haben.
Du musstest all dies nicht suchen, ES kam zu dir!

Überall und jederzeit konnte es geschehen,
dass dir Verborgenes offenbart wurde:
Vergangenes,
Gegenwärtiges und
Zukünftiges.
Doch was du sahst in der Zukunft,
war nicht die vom Stamm erhoffte goldene Zeit!
Ganz im Gegenteil!
Doch darüber hast du ihnen nichts mitgeteilt.

Es war in einer warmen August-Nacht.
Mich ließ eine alte Schussverletzung nicht schlafen
und so ging ich im hellen Licht des Mondscheins hinunter zum Fluss.
Dort war zum Andenken an deine Ankunft das alte Boot,
mit dem du gekommen warst, wie ein Haus aufgestellt.
Der Bug schaute mit seiner Spitze in den Himmel…

Ich ging dort hin, den ich meinte, ein Weinen daraus zu hören.
Als meine Schritte aber näher kamen, verstummte es.
Als ich dennoch nachsah,
fand ich die „Mondin“ wie ein Kind
im Inneren des Bootes gekauert Tränen überströmt.

In jener Nacht hast du mir all dein Elend offenbart.
Von deinem Gefühl des Fremd seins,
von deiner Sehnsucht nach Jemandem, der dir gleich sei,
von deinem Wunsch, in die Welt der Weißen zu dürfen
und von deiner Angst,
dass deine Visionen wahr werden könnten…

Ich war ebenso erschüttert wie ratlos.
Und ich war so mitgerissen von deinem Leid,
dass ich unbedingt einen Ausweg suchte,
aber nicht finden konnte.
Eine Flucht von uns Beiden würde niemals gut ausgehen.
Schneller und geschickter als ich
würden uns die Stammes-Mitglieder einholen.

Und was uns dann drohte,
wollte ich mir gar nicht ausmalen!
Dennoch war ich der Ansicht,
dass du hier unbedingt weg musstest:
zurück in die Zivilisation.
Ich entschloss mich,
heimlich und nicht einmal dir etwas darüber verratend,
Hilfe zu suchen.
Schon am nächsten Tag brach ich auf.

Wenn du mich nach meinen Motiven fragst:
Hm, vielleicht, weil ich verliebt war in dich,
vielleicht, weil die Not, fremd im eigenem Zuhause zu sein,
so sehr meiner Not glich.
Vielleicht auch aus der Arroganz des weißen Mannes heraus,
der alle Ureinwohner für gottlose Wilde hielt.
Vielleicht all das zusammen.
Ich wagte es nicht einmal,
dir selbst zu sagen, was ich plante.

Fast ein Jahr später kam ich mit einem Trupp Soldaten
den Fluss herauf.
Natürlich wussten wir, dass wir beobachtet wurden.
Deshalb ging ich an Land und wartete
– den Gebräuchen der Oto folgend – auf offiziellen Kontakt.

Tatsächlich kam ein mir bekannter, junger Mann des Stammes,
um mich zu fragen, was es mit den Soldaten auf sich habe.
Ich erzählte ihm, sie seien gekommen,
um der Mondin ihre Aufwartung zu machen
und sich unter ihren Dienst zu stellen,
denn auch in meinem Volke gäbe es eine Prophezeiung von ihr.
Und so wurden wir offizielle Gäste der Oto.

Noch in der Nacht, die unserer Ankunft folgte,
raubten wir dich.
Anja, hätte ich nur geahnt, was ich auslöste!
Gegen die Gewehre der Soldaten hatten
die Krieger des Stammes keine Chance!

In den ersten Tagen war ich frohen Mutes,
dass mein Plan, dich zu befreien, gelungen sei.
Doch dann musste ich erkennen,
dass DU selbst nun eine zweite Entwurzelung erlebt hattest!
Jeder Krieger, den wir verletzten,
war einer deiner „Brüder“!
Jede Meile, die wir uns von deinem Dorf entfernten,
war eine durchgeschnittene Wurzel.

Und als wir endlich die erste zivilisierte Siedlung erreichten,
wurde mir mehr als klar,
was ich angerichtet hatte!
So sehr du anfangs bestaunt wurdest,
so sehr wurdest du zum Gespött besonders der Frauen.

Nichts, was eine „anständige“ Frau tat, konntest du!
Du wusstest dich weder zu kleiden
noch konntest du dich angemessen bei Tisch benehmen.
Du wusstest dich nicht einzuordnen,
geschweige denn unterzuordnen.
Du warst wie eine Königin von einem anderen Planeten,
die nun in Unkenntnis der Gepflogenheiten
ihres neuen Umfeldes einen Fehler nach dem nächsten machte!

Drei Jahre hast du diese Situation durchgehalten.
Mir zuliebe?
Ja, auch, aber auch, weil du einen sehr starken Willen hast,
etwas RICHTIG zu machen.

Doch dann kam Nachricht über deinen Stamm.
Auf unserer „Expedition“ zu deiner Befreiung
hatte einer unserer Soldaten Pocken bekommen.
Wir maßen dem keine besondere Bedeutung bei,
denn er erholte sich schon während der Rückfahrt
und hatte nicht einen seiner Kameraden angesteckt.

Doch wie wir nun hörten,
hatte er deinen ganzen Stamm angesteckt.
Übrig geblieben waren weniger als ein Drittel der Menschen,
zu denen du fast dein ganzes Leben lang gerechnet wurdest.

Am Tag, nachdem uns ein Trapper diese Nachricht brachte,
bist du erkrankt:
Schon am Abend war das Fieber so hoch,
dass du fantasiertest.
Dann war das Fieber plötzlich weg
und du hast mir aufgebracht erzählt,
dass du all das VORHER GESEHEN hast!
Alles!

Mich, die Soldaten,
deine Reise über den Fluss,
die fremden, weißen Frauen, die über dich lachen,
und deine an Pocken sterbenden Brüder und Schwestern.
Du hast darüber, seit du dich erinnern konntest,
Bilder gehabt und NIE! gewagt,
es auch nur Einem anzuvertrauen.
Und nun?
Nun fühltest du in dir eine unsägliche Trauer,
einen abgrundtiefen Schmerz, SCHULD zu sein!

Drei Tage nach diesem Gespräch bist du gestorben.
Das Fieber kam zurück
und deine verzweifelte Seele fand keinen Grund,
weiter leben zu wollen.

Meine liebe Anja, all dies ist so lange vorbei!
Die, die du warst,
ist längst Teil deiner Seligkeit im All-Wissen deiner Seele.
Aber nicht alle ihre Wunden sind geheilt.
Einige ihrer Überzeugungen warten darauf,
in diesem Leben als Anja verändert zu werden.
Deshalb ist dein heutiges Leben eine Chance zur Heilwerdung
und ich bin voller Dankbarkeit,
dass ich dich dabei begleiten darf!

Du bist auf die Welt gekommen,
um auf folgende Glaubenssätze
der Yvette neue Antworten zu finden:
Ich DARF keine Sonderrolle spielen!
Ich darf nicht strahlen.

Ich darf nicht die Traditionen meiner Sippe verlassen.
Ich darf meine eigenen Bedürfnisse,
Träume und Wünsche nicht wichtiger nehmen
als die meiner Mitmenschen.

Ich darf keinen Mann so sehr lieben,
dass ich meine Aufgaben, die mir meine Mitmenschen geben,
darüber vernachlässige.

Es geht immer um ALLES oder NICHTS.
Für mich gibt es kein Zuhause.
Und last, but not least:
Wenn ich medial bin,
bin ich lebensgefährdend.

Ja, Liebes, wenn du diese lange Liste siehst,
dann wirst du feststellen:
Mehr oder weniger hast du an Allem schon gearbeitet.
Und da, wo du dich das nicht traust,
besonders bei deiner Medialität,
arbeiten doch Sehnsüchte gegen deine Ängste.

Einige Punkte
– besonders jene,
die deine Verpflichtung gegenüber deiner Sippe
und deren Traditionen angeht –
hast du schon sehr gut erkannt und verändert.
Aber immer noch gilt: 
Dass du in Krisenzeiten
dich den Erwartungen und Ängsten
deiner Ahnen fügst.

Was die Liebe zu einem Mann angeht,
so bist du immer noch in ANGST,
je näher die Liebe an dein Herz kommt:
Die Angst, den „Kopf“ zu verlieren!

Das Schwierigste aber ist nach wie vor ein Glaubenssatz,
den ich bisher unerwähnt lies:
Ich werde NIE wissen,
wer (oder was) ich bin!

Liebste Anja:
Doch, du wirst es wissen!
Denn deine Seele WILL Antworten
und sie WILL sich von diesen Glaubenssätzen befreien!

Sie spürt in sich eine Sehnsucht!
Sie spürt:
Es gibt etwas, das sie verloren hat
und unbedingt suchen muss,
eher findet sie keinen Frieden.
Und dein Leben heute ist geeignet wie kein anderes,
zu finden, was sie sucht.

Und du musst ganz gewiss nicht allein auf die Suche gehen!
Ich darf es dir nicht abnehmen, zu suchen,
denn die Freude, zu erleben, es zu finden,
würde ich dir dadurch rauben.

Aber ich darf auf deiner Wanderschaft
dir Wegweiser geben! 
Und dieser Moment heute ist ein solcher Wegweiser:
Ich darf dir Wege, Menschen und Ideen zuführen,
die du annehmen kannst
und das erfüllt mich mit großer Freude,
wenn du es tust.

Nie zuvor waren wir der Heilung näher
als in diesem Moment deines Lebens!

Darum, Anja:
Der Weg wird schöner und einfacher,
je länger du auf ihm unterwegs bist.
Das Steile, das Finstere,
das scheinbar Ausweglose liegt hinter dir.
Noch werfen hohe Berge, über die du gehen musstest,
Schatten der Angst über dich!
Aber geh weiter!
Es lohnt sich!

Du hast Angst vor den Erwartungen der Anderen!
Doch du wirst sehen:
Du bist zu so viel Klarheit fähig,
SELBST sagen zu können,
welche Erwartung du erfüllen magst und welche nicht!

Deshalb nun: DEIN Leben!
Lass es DEIN Leben sein.

So viel, so viel habe ich noch zu sagen,
aber ich muss enden,
die Kraft der Frau, die mich hört, nimmt ab.
Wir sprechen uns wieder, ich bin gewiss.

U. Danke, Thomas, ich würde jetzt gerne Anjas Fragen stellen.

T. Ja, gut.

U. Anja fragt: Sie habe oft das Gefühl einer Einflüsterung! 
Bist du das oder bildet sie sich das nur ein?

T. Beides, liebe Anja!
Deine Medialität ist gänzlich ungeübt!
Du bist wie ein Radioempfänger, der unscharf eingestellt ist.

Du „hörst“ mich, aber auch dich und auch Andere.
ES ist da: Medialität!

Und ich musste dich darauf aufmerksam machen! 
Ich musste einen Wegweiser zulassen, damit du weißt,
dass es wichtig ist, zu verstehen
und auch unterscheiden zu lernen.

U. Welche Aufgaben sollten ich
und mein Freund meistern als Paar?
Kannst du mir sagen,
was meine Fehler in dieser Beziehung waren
und warum ich sie gemacht habe?

T. Anja, du hast seine Erwartungen nicht so erfüllt,
wie sie angeregt waren.
Aber sag: IST das ein Fehler?
Die Herausforderung bestand für euch Beide darin,
Realität und Erwartungen
NICHT als Bedingung der Liebe zu leben,
das DENNOCH der Liebe zu verstehen.
Ihr habt beide viel gelernt!

Für dich aber gilt, zu verstehen:
Liebe ist ABSOLUT,
obwohl sie begrenzt ist,
obwohl sie Unzureichendes hat,
obwohl sie facettenreich ist.

Liebe sagt IMMER nur:
Ich BIN, egal, wie sie ist.

Ein bisschen Liebe gibt es nicht,
es gibt nur unterschiedliche Arten.
Eine Rose ist eine Rose! 
Liebe ist Liebe!
Und du hast die Fähigkeit, sie zu leben,
auch wenn es dich immer wieder in die Distanz zieht!
Das ist eben deine Facette der Liebe:
Nah und fern wie die Wellen im Meer,
die doch beständig sind.

So kann ich dir nicht deine Fehler benennen,
denn es gibt sie nicht.
Aber ich will dich gerne darauf aufmerksam machen,
dass du deine Bewertung
deiner Emotionen fehlerhaft führst.

Du suchst die absolut richtige Art, zu lieben?
Anja, es kann aber nur die absolute Anja geben,
die in ihrer Art liebt.
Was du zu suchen hast,
ist also das Absolute in dir selbst!
Das, was immer und von Ewigkeit zu Ewigkeit
DU bist!

U. Anja fragt, wer den Brief an meine Freundin diktiert hat,
war das wirklich mein verstorbener Freund?

T. Nein, er war – wenn du so willst – Co-Autor.
Da liegt das gleiche Problem vor
wie bei dir selbst und deiner Medialität:
Die Stellen, die dir zu sehr nach deiner Freundin klingen,
sind von deiner Freundin.
Die, die dir gänzlich fremd anmuten,
sind Bewohner geistiger Welten.
Und das, was du erkennst,
ist dein verstorbener Freund:
Trau deiner Einfühlungsgabe!

U. Sie fragt:
Seit meiner Kindheit habe ich immer wieder
mit Ablehnung zu kämpfen,
besonders in familiären Kreisen.
Woran liegt das und was kann ich ändern?

T. Deine Bewertung kannst du ändern.
Nicht die Anfeindung ist veränderbar,
aber deine Bewertung dessen.
Anja, du bist NICHT gefährdet,
wenn deine Familie dich so,
wie du bist, nicht versteht!

Ich denke, du siehst anhand des Lebens,
das ich dir aufdeckte,
dass das Unbeheimatet sein, das Unverwurzelt sein
ein altes karmisches Thema ist, das noch nicht gelöst ist.
Auch die Erkenntnis allein, dass es ein Thema ist,
das aus alten Leben kommt,
reicht nicht aus, um zum Frieden zu kommen.

Wichtig ist, deinem Verstand,
deinen Gefühlen
und im tiefsten Grund deiner Seele
die Chance zu geben,
annehmen zu dürfen,
dass es nicht Menschen sind,
die den festen Grund der eigenen Existenz bilden,
sondern die Seele
sich ihrer Selbst bewusst werden muss!

Du nimmst dich überall hin mit auf jede Reise
in ferne Kulturen und Länder,
aber auch in jedes weitere Leben!
Deshalb: Es gibt nur eines,
was IMMER da ist:
dein ICH BIN.

Deine Familie bietet dir die Not-Wendigkeit,
dich damit auseinanderzusetzen,
dieses ICH BIN zu definieren.
In der Familie,
im Stamm warst du nicht ICH bin,
sondern ich BIN DIE, WIE IHR ES SEHT!

Damals wolltest du dich dem fügen
und KONNTEST doch nicht.
Dieses Mal willst du dich dem nicht fügen,
weißt aber
– außer sich verstoßen zu fühlen, fremd und unbeheimatet –
keine Alternative.
Nun: Letztere gilt es, zu entdecken!

Ich bin?
In mir zu Hause!
Eine Rose ist eine Rose
und ich bin! diese Art Rose!

Gefällt dir mein Duft nicht?
Meine Farbe, meine Form?
Nun, das ist DEINE Angelegenheit!

Ich bin, wie ich bin
und das ist gut so.

U. Anja schreibt,
dass sie einen sehr netten Mann kennengelernt hat,
von dem sie sogar träumt,
obwohl sie sich zu einer Liebe noch nicht bereit fühlt.
Warum hast du das eingefädelt?

T. Ich möchte dich damit konfrontieren,
ob deine Prinzipien dir dienen
oder du deinen Prinzipien dienst!

Das ist ein Unterschied und es ist sehr wichtig
in allen deinen Bereichen des Lebens,
dich mit dieser Frage auseinanderzusetzen:
Darfst du fühlen, was „man“ nicht fühlt,
dein ICH BIN aber schon?
Darfst du gar leben, was du prinzipiell nicht von dir erwartest,
dein ICH BIN aber ersehnt?

Du siehst, meine liebe Seele,
es geht immer wieder und wieder
um diese Frage der Berechtigungen
deines ICH BIN.

Nun, ich denke,
ich habe dir viel zum Nachdenken gegeben.
Geh nicht allein, nimm Hilfe und Rat an,
untersuche andere Prinzipien,
nutze die Gunst der Stunde!

Es ist, wie wenn ein neuer Tag erwacht:
Es wird hell, noch hält sich die Kälte der Nacht,
aber schon bald kommt die Sonne
und der Weg liegt vor dir in einen schönen, neuen Tag.

Dass du es so empfinden mögest,
das wünscht dir in tiefer Liebe

dein Thomas!