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Elia – Teil 3, Götz: Die Hinterlassenschaften von Götz.

Die Hinterlassenschaften von Götz
Götz hat Wächter unter verschiedene Gebäude gesetzt,

die die Aufgabe der Kontrolle für ihn übernommen haben.
Für die meisten dieser Gebäude, die so,
wie sie zu seiner Zeit erbaut waren,

längst nicht mehr stehen,
aber auf den alten Plätzen errichtet wurden,

hat das keine besonders nachteilige Wirkungen.

Es ist etwas mühseliger in diesen Häusern als anderswo.
Man schläft ein wenig schlechter
und die Bewohner haben die Neigung,

ein bisschen trübsinnig zu sein.

Teil 3

Elia

Elia. Wir fahren fort.

Hajo. Ja.

E. Gute Arbeit!
Wir sind froh, dass er wieder bei uns ist.

H. Ja.

E. Seine Seele wird seinen richtenden Gott finden
und das wird ihm gut tun.
Er wird erklärt bekommen, was Böse ist.
Das weiß er nicht.
Seine Werte sind völlig verdreht,
denn er konnte sie immer nur
an seinem eigenen Wohl messen.
Gut war, was ihm diente!

Wir wollen für ihn hoffen,
dass die lange, beschwerliche Zeit
nach seinem irdischen Ableben ihm eine ewige Lehre sein wird.

Nun aber zum nächsten Schritt.

Andreas. Darf ich noch mal fragen,
was es mit dem Pergament auf sich hatte?

E. Ja, ja, er meinte, es sei ein Kontrakt mit dem Teufel.

A. Und das wollte er weiter geben?

E. Er meinte, dass er diesen Kontrakt geschlossen hat:
Ewiges Leben gegen seine Seele.

Die Vorstellung in jener Zeit war so:
Der Teufel als ein personifiziertes Wesen,
mit dem man Verträge schließen kann.

In seiner Wahrnehmung hat er tatsächlich ein ewiges Leben erlebt.
Er legte zwar den Körper ab,
aber er lebte weiter in Schepsdorf
sehr lange in seinem Schloss.
Aber es war kein erquickliches ewiges Leben,
wie wir nun wissen, nicht wahr?

H. Hm.

E. In seiner Vorstellungswelt kann man den
Kontrakt mit dem Teufel aber nicht lösen.
Der ist so mächtig wie ein Eid,
den man Gott gegeben hat.
Man kann ihn nicht lösen!
Man kann ihn nur weitergeben.
Und da du ihm abgrundtief unsympathisch genug warst,
hat er gerne dir dieses Erbe angeboten.

Es war nicht verlockend für dich, nein.
Und da er Niemanden hat,
dem er es sonst anbieten hätte können 
– denn alle seine Nachfahren zeichnen sich
durch eine bemerkenswerte Nicht-Medialität aus – 
musste er den Kontrakt mitnehmen.
Und dieser Kontrakt kann nun nur von Gott selbst gelöst werden.

Das wird er erleben.
Und das wird er als sehr große Erleichterung erleben.
Darauf dürfen wir zuversichtlich blicken.
Gut.

Nun zu dem, was er bewirkt hat:
In seiner Vorstellungswelt,
in seiner emotionalen Wahrheit
hat er Wächter gesetzt um all seinen Besitz.

Denn ihr habt gesehen,
wie mühselig es für ihn war,
alles im Blick zu behalten, Kontrolle zu bewahren! 
Und so hat er Wächter unter verschiedene Gebäude gesetzt,
die die Aufgabe der Kontrolle für ihn übernommen haben.

Für die meisten dieser Gebäude
– die so, wie sie zu seiner Zeit erbaut waren,
längst nicht mehr stehen,
aber auf den alten Plätzen errichtet wurden –
hat das keine besonders nachteilige Wirkungen.
Es ist etwas mühseliger in diesen Häusern als anderswo.
Man schläft ein wenig schlechter
und die Bewohner haben die Neigung,
ein bisschen trübsinnig zu sein.

Die meisten von ihnen halten es mit ihren Vorfahren
und saufen sich die Trübsinnigkeit weg!

Aber in eurem Haus kam etwas dazu:
nämlich der Zorn auf die Fremden.
Wolfersdorf wollte keine Fremden!
Frisches Blut, fremder Geist,
neue Gesetze und Regeln:
Nicht mit ihm!

Und so lud er jenes Kontroll-Wesen
– du darfst es vergleichen mit einem Hofhund –
mit sehr viel mehr auf.

Was soll ein Hofhund tun, Andreas?
Was ist die Aufgabe eines Hofhundes?

A. Ja, wachen und bellen.

E. Er soll die Bewohner schützen
und Menschen, die nicht erlaubt werden, weg beißen!
Das ist die schlichte Aufgabe eines Wachhundes.
Ja?
Die Fremden verbeißen
und die Bewohner schützen.

Götz war der Meinung,
dass ihr Fremde seid!
Und zwar Fremde,
die sich unredlicher Weise dort eingenistet haben,
wo eigentlich seine Nachfahren leben sollten.
Ja?

A. Hm.

E. Und so hat er all seinen Zorn
– oder besser gesagt, seinen Ekel vor Fremden
oder noch besser gesagt –
seine Fremdenangst in dieses Wesen gelegt.
All diese Emotionen – Ekel, Angst, Abwehr – hat er benutzt,
um diesem Wesen Leben zu geben.

Dieses Wesen ist ein ausgelagerter Teil seiner Selbst.
Kannst du das verstehen?

A. Ja.

E. Wie man ein Kind zeugt 
– das ja auch ein ausgelagerter Teil des eigenen Selbstes ist – 
so ist auch dieses Wesen.
Es ist ein Teil von Götz und zwar ein unangenehmer.
Dort ist seine Bissigkeit zu finden,
dort ist sein Zynismus zu finden,
dort ist seine Verschlagenheit zu finden
und dort ist auch seine Arroganz zu finden.

Götz war ja verschlagen, gerissen, trickreich.
Anders wäre er nicht zu Geld und Ruhm gekommen.
Er war im Übrigen ein sehr guter Schachspieler.
Dieses Wesen auch.
Es spielt Schach.
Es übernimmt einen Schritt und noch einen
und hat schon den fünften Zug im Kopf.
Aber – und das ist wichtig –
es ist nicht intelligent aus sich selbst heraus, Andreas.
Es hat kein Gehirn, das denkt.
Es hat nur den Willen von Götz gehabt.
Es hat keine unabhängige Existenz!

Verstehst du, was das bedeutet?
Dein Guide Anuk hat dir heute ein Bild gegeben.
Angesichts dessen, was ich eben sagte,
was bedeutet dann dieses Bild mit dem Strohhalm?

A. Eine Pipeline?

E. Ja.
Der Strohhalm war eine Art Pipeline
zwischen Götz und dem Wesen.

Und Götz musste es immer wieder neu speisen
mit seinen Aggressionen euch gegenüber,
mit seiner tiefen Abneigung.

Was hatte er vor?
Was sollte geschehen?
Ganz einfach: Ihr solltet weg.
Und ihr solltet Platz machen.
Für wen wohl?
Für seine Nachfahren.
Verstehst du?

A. Hm.

E. Das ist die Aufgabe dieses Wesens gewesen.
Es sollte euch demoralisieren!
Demoralisieren aus der strategischen Erfahrung
eines alten Kriegers – kein Kunststück!
Diese Technik hat Götz wunderbar beherrscht:
Verängstigen,
entmutigen,
auslaugen.

Götz war mehr als fünf Mal dabei,
wenn Städte und Dörfer belagert wurden.
Er wusste genau um die Wirkung:
Man hungert energetisch aus.
Und dann führt man sich auf,
als sei man völlig frohgemut und siegessicher.
Man spaziert um die belagerte Stadt herum.
Man isst und trinkt demonstrativ, wissend,
dass einem Hungernde zusehen.

Mit diesem Geist hat er dieses Wesen gefüttert.
Und das ist nicht anders.
Er schaut euch zu und versucht, euch zu demoralisieren.

Als wir uns das letzte Mal sprachen,
ging es vor allen Dingen darum,
dass dieses Wesen in der Lage war,
die Verstorbenen bei euch verstärkt herzuführen.
Und euer Haus war voller Verstorbener.
Das gefiel diesem Wesen sehr gut.

Denn es führte zu Demoralisierung
bei euch auf mehreren Ebenen.
Der Tod bekam einen Schrecken für euch.
Das Unbewusste, nämlich der Schlaf,
der kleine Bruder des Todes,
bekam einen Schrecken bei euch.
Das alles hat ihm sehr genutzt.

Und nun hast du etwas unternommen,
um diesen armen Seelen einen Weg zu weisen,
hast umgelenkt.
Und es konnte dieser Begebenheit
– die eher zufällig entstand
und keinesfalls ein Verdienst von Götz ist –
nun konnte es diese Szenerie des Schreckens
nicht mehr nutzen.

Ich sagte: er ist ein Schachspieler.
Er hat die Szenerie aufrecht erhalten.
Er hat Erinnerungen, die er hatte,
verwandelt in die Wahrnehmungen des Jetzt.
Er hat das Gefühl – so war es und so ist es – verdreht.
Er hat eure Unsicherheit für Realität genutzt.
Aber all das war Götz!
Götz, nicht das Wesen.
Götz, der euch durch die Wahrnehmung
des Wesens beobachtet hat.

Uta sah das Bild,
wie er von Einem zum Anderen blickte.
In Wahrheit blickt er nicht mit den Augen des Leibes.
Er kann nicht fünfhundert Meter
oder tausend Meter weit sehen,
sondern er blickt durch seine Wesen in die Häuser!

Das tut er nun nicht mehr.
Das ist vorbei.

Was bleibt, ist ein Hofhund,
der weder gefüttert wird noch Befehle bekommt.
Der aber auch nicht von der Kette kommt.

Wie findest du das, Andreas?

A. Ja, sehr ungewöhnlich.
Also erst mal erleichternd.
Aber es ist ein Wesen,
das keine Aufgabe mehr hat.

E. Keine Aufgabe und keine Nahrung.
Was wird passieren?
Es wird verhungern.
Hältst du das aus?

A. Ja.

E. Ich möchte einen Vorschlag machen.
Einen Vorschlag zum Guten.

Mein Vorschlag ist der,
eine Möglichkeit für dieses Wesen zu schaffen – 
das ein Teil von Götz ist,
zu Götz zu finden.
Denn ihm wird dieser Wesens-Anteil fehlen im Licht.
Er wird für all die Dinge,
die dort geschehen sind
und die er bewirkt hat durch dieses Wesen,
keinen Blick bekommen.
Es wird ihm fehlen.
Es wird sein wie jemand,
der – wie nennt man das – einen Filmriss hat.

Wir wollen versuchen,
dass dieses Wesen zu ihm findet.
Dies werden wir durch Engel-Energien tun müssen.

Und ich bitte hier, Hajo,
in keiner Weise einzugreifen.
Und ich bitte hier euch drei,
euch vorher im Gebet zu vereinen,
damit dieses Wesen vom Haus genommen wird.

Bittet Gott um seine Macht,
dieses Wesen dort hinzuführen,
wovon es Teil ist:
nämlich zu Götz.

Wollt ihr das tun?

A. und H. Ja.

E. Es ist ohne Schaden für Götz.
Götz beichtet ohnehin.
Aber er wird das Gefühl nicht los werden,
dass er irgendetwas beim Beichten vergessen hat,
bis dieses Wesen wieder zu ihm findet.
Dann kann er auch das beichten,
was dieses Wesen anrichten sollte.
Denn man wird Schulden nur los,
wenn man sie bekennt.
Versteht ihr?

A. und H. Hm.

E. Ich möchte dich bitten, Andreas,
dass du, wenn du heimkommst,
für die beiden Häuser, die Uta beschrieben hat,
das gleiche Gebet sprichst.
Ja?

A. Ja.

E. Alle anderen Teile sind inzwischen schon so schwach,
dass kaum noch etwas wahrgenommen wird.
Sie bewirken nichts mehr.
Götz war müde.
Er musste sich zunehmend auf Eins
von denen vielen Teilen,
die er ehemals installiert hatte, konzentrieren.
Das war unglücklicherweise euer Wachhund.
Verstehst du?

A. Hm.

E. Geht dieser Wachhund, ist es leicht,
die beiden Anderen auch in Gottes Hand zu geben.
Ja?

H. Also wir sprechen nur das Gebet, sonst nichts.

E. Ihr sprecht das Gebet.
Uta wird beschreiben, was geschieht.
Nur beschreiben,
nicht mehr eingreifen!

H. Nein.

E. Hier muss die Macht eures Glaubens
den Weg der Engel freimachen.
Du weißt, ich spreche hier nicht von uns Guide-Engeln.

Ich spreche hier von jenen Engeln,
die mit der Energie der Erzengel verbunden sind.
Du weißt…

H. Ja, wie damals in dem alten Haus.

E. Ja, gut.
Erholt euch ein wenig und dann froh ans Werk.

H. Ja.

A. Danke schön.