Reinkarnation

Schutzengel – Seht euch um: Diese Art Finsternis wirkt ÜBERALL in eurem Land!

Seht euch um:
Diese Art Finsternis wirkt
ÜBERALL in eurem Land!

Es geht bei der Finsternis
nicht nur um Windkraftanlagen.
Es geht auch um Autobahnen,
es geht um Güterzug-Strecken 

und es geht um Endlager
und Fracking,

es geht um Skigebiete
und Off Shore Parks!

Es geht darum,
dass diese Notwendigkeiten

in Menschen und Natur verachtender Weise
durchgesetzt werden!
Überall!

Das ist der Geist eurer Zeit!
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Engel von Andrea zu verbinden.
Andrea bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem kleinen Zimmer, ein hoher schmaler Raum,
zwei Holzfenster, deren Scheiben an den Rändern Eisblumen haben.

Der Blick geht hinaus auf einen Innenhof, etwas Schnee fällt.
Die Häuser wirken seltsam leer, viele Fenster sind völlig zugefroren.
Ich sehe wenig Rauchsäulen über den Schornsteinen,
weit kann ich allerdings nicht sehen.
Vielleicht ist hinter diesem Häuser-Ensemble mehr Leben?

Wieder wende ich mich dem Raum zu, in dem ich mich befinde.
Außer einem sehr schmalen Bett steht hier nur ein kleiner Tisch
und zwei Stühle, ein Kleiderschrank mit ovalem Spiegel,
in der Fensterbank etwas Kochgeschirr,
ein kleines Waschbecken an der Wand,
gleich daneben ein Bücherregal, das aber fast leer ist.

In der Ecke gleich neben der Tür knistert es in einem kleinen Ofen,
aber viel Wärme bringt der nicht.
Seltsamerweise höre ich draußen Donner,
obwohl die diesige und anscheinend sehr kalte Luft
gar nicht auf ein Gewitter hindeutet.

Ich schau wieder hinaus:
Kinder laufen, die mehr oder weniger gut
gegen die Kälte geschützt sind, über den Hof.

In diesem Moment öffnet sich die Tür und ein Mann kommt herein:
nicht sehr groß, vielleicht 1,65 m, zierlich,
fast zu mager sein Gesicht.
Sanfte, braune Augen, das Haar schon grau und etwas schütter,
um den Hals einen dicken Schal,
die Hände in Handschuhen ohne Finger,
die Füße in Pantoffeln
In einer Hand hält er eine angeschlagene Teekanne,
aus der es dampft.
Es riecht nach Muckefuck / Caro-Kaffee
oder so etwas in der Art,
in der anderen Hand hält er zwei Becher.

Er lächelt mich freundlich an…

G: Das ist auch kein Gewitter, das sind Kanonen! 
Wir schreiben das Jahr 1945,
wir sind in Breslau.

Andrea, ich hab mir überlegt,
welche unserer gemeinsamen Inkarnationen wir betrachten sollten.
Schließlich dachte ich,
diese hier sei ich dir schuldig, aufzudecken.
Ich möchte, dass du dich verstehst,
dich als das begreifst, was du bist.

Nein, nein, es geht mir gar nicht darum,
dir zu sagen: 
Was du in deiner Andrea-Inkarnation SOLLST! 
Das ist es nicht.

Es geht mir darum, dass du begreifst,
was du BIST! 
Alles Weitere leitet sich letztlich daraus ab.

Uta, du verzeihst sicher,
wenn ich mein Wort gleich an Andrea wende?
Ich weiß, dass sie es nicht liebt,
wenn ÜBER sie gesprochen wird…

Die Situation ist schwierig,
deshalb würde ich vorschlagen,
du bist sozusagen eine Art Beobachter?
Wäre das denkbar für dich?

U. Natürlich gern,
dann mische ich mich nicht mit Fragen ein?

G. Solltest du den Eindruck haben,
dass eine eigene Frage
zur Vertiefung des Verständnisses dient, gerne.
Sonst allerdings würde ich gerne vom Interview-Teil
Abstand nehmen.
Wäre das akzeptabel für dich?

U. Ja, natürlich…

G. Gut, danke!
Liebe Andrea, ich bin es nun also, dein Engel:
Ein etwas heruntergekommener Mann, klein, alt und in Pantoffeln.
Ich hoffe, dass ich dich dennoch
– wenn du so willst – „betören“ kann.
Ah… ein Scherz!
Du siehst mich nicht: Betörung meint Verführung?
Nein, nein, das nicht!
Aber ich hoffe,
dass ich deine Aufmerksamkeit
fesseln kann durch meinen Geist.
Durch mein Äußeres in diesem Leben hier
wäre ich wirklich nicht in der Lage…

Ach ja, mein Körper!
Ah, der war mir von Anfang an Last.
Ich hätte als schöner buddhistischer Priester kommen können…
Ich hätte als Astronom im Mittelalter
aus Konstantinopel kommen können.
Aber auch wenn ich in jenen Leben dir lieblicher erschienen wäre:
Meine Essenz hatte ich erst hier in diesem Leben,
zu dem du in bemerkenswerter Weise
einen ganz besonderen Anteil hattest.

Geboren wurde ich als viertes Kind eines Schuhmachers
hier in der Stadt.
Ich war immer krank!
Von Anfang an war das so und nicht anders.
Ich wuchs nicht und das, was wuchs, krümmte sich!
Ein Schwächling eben.

Aber wie viele Kinder meiner Art
suchte ich diese Anfälligkeiten
über den Verstand zu kompensieren.
Was immer ich an Wissen sammeln konnte:
Ich sog es auf!

Von dieser Gewohnheit konnte
ich selbst dann nicht lassen,
als ich schon ein Mann war,
der zu allem anderen
nun nicht nur schwächlich,
sondern auch am Beginn des Alters war.

1933 war das, im Mai.
Ich war 53 Jahre alt, sah aber zehn Jahre älter aus.
Meine Wissbegier hatte mich Fotograf werden lassen!
Keine große Sache.
Ein kleines Atelier irgendwo,
zwei Räumchen zum Wohnen dahinter.

Aber geliebt habe ich meinen Beruf!
Ich kannte fast alle Familien meines Viertels!
Ich hatte sie begleitet durch den Ersten Weltkrieg,
durch die schweren Hungerjahre danach.

Und nun?
Jetzt in eine Neue Zeit?
Na, was soll ich sagen:
Mir gefiel weder die alte Zeit noch die Neue.

Ich hatte nach dem Ersten Weltkrieg gehofft,
nie wieder uniformierte, junge Männer fotografieren zu müssen,
aber es kamen wieder Uniformen…

Noch waren sie nichts als Ausdruck von Torheit!
Aber es gefiel mir nicht,
es beunruhigte mich.
Ich war zu gebildet in den Philosophien der Welt,
um im ersten Anzeichen NICHT
den Ausgang einer Entwicklung zu verstehen.

Ach, schwer wurde mein Herz, immer mehr!

Draußen um mich herum war der Jubel laut
und wurde lauter
und in mir wurde es leise.

Ich hielt mich zurück mit meinen Gedanken.
Es schien besser, zurückhaltend zu sein.
Begründen konnte ich das damals allerdings nicht.
Es schien, als gäbe es zwei Lager:
Diejenigen, die laut waren 
und diejenigen, die schwiegen.
Und die Lauten, die machten mir Angst,
ganz gleich, welche Meinung sie vertraten.

Also schwieg ich.

In meinem Stadtteil gab es eine Bibliothek…
Ganz klein, nichts Besonderes, aber ich liebte sie!
Der Duft der Bücher…

Eines Tages – es war schönstes Mai-Wetter –
stand ich dort vor einem Regal
und wusste nicht so recht,
was ich mir auswählen sollte,
als einige junge Männer
mit drei großen Wäschekörben hereinkamen.

Sie schnarrten irgend etwas
von Requirierung und entarteter Literatur
und dann warfen sie Bücher in die Körbe,
die sie aus den Regalen zogen.
Der Bibliothekar stand kreidebleich daneben, offensichtlich bemüht,
dass man ihm seine wahren Empfindungen nicht ansah.

Ich wurde aus der Regal-Reihe gedrängt
und stand unversehens
vor einer beeindruckend großen, älteren Dame,
die ganz in Schwarz gekleidet war
und offensichtlich in den letzten zwanzig Jahren
ihren Kleidungs-Stil nicht geändert hatte.

In den Händen hielt sie ein Buch von Erich Kästner:
Pünktchen und Anton.

Einer der jungen Männer forderte sie nun,
auf das Buch herzugeben.
Sie aber stand da und zitterte!
Ob aus Zorn oder Angst, lässt sich nicht sagen.
Jedenfalls begann ein Gerangel um das Buch.
Schließlich siegte die jugendliche Kraft des Mannes
und triumphierend warf er es in einen der Körbe.

Woraufhin die alte Dame anfing, zu weinen!
Nicht laut, ganz leise.
Aber der junge Mann bemerkte das
und irgendetwas musste sein Herz
bei diesem Anblick berührt haben.
Denn er sagte zu ihr:
Meine Dame,
weinen Sie nicht um diese Schundliteratur!
Vertrauen sie auf den Führer,
der unsere Kinder vor derlei Machwerk bewahrt!

Da schaute die alte Frau ihn an,
machte sich ganz gerade,
sodass sie sogar größer war als er
und sagte sehr ruhig:
Junger Mann,
sie können mich wohl um das Vergnügen berauben,
meiner Enkelin ein gutes Buch vorlesen zu können.
Aber sie werden mich nicht daran hindern können,
darüber zu weinen!

Der Junge bekam einen roten Kopf!
Schweigend fuhren die „Herren“ in ihrer Tätigkeit fort
und provokant und nun offensichtlich
weinte die alte Dame darüber weiter,
solange es ihr „beliebte.“

Andrea, diese Dame warst du! 
Damals war dein Name Hermine.

Und der Tag vor der Bücherverbrennung war der Tag,
an dem eine tiefe Freundschaft begann.
Die Freundschaft zweier Menschen,
die Beiden Halt gab in einer Zeit,
deren Geist wahnsinnig war.

Zwei Menschen,
die diesen Geist sahen,
die ihn durchschauten und doch schwiegen.
Nur miteinander:
Da redeten wir frei und offen.
Du warst meine Insel und ich deine. 
Du warst die Witwe eines Arztes,
der sehr viel Gutes in seinem Stadtviertel getan hatte.
Eines jener Viertel, in der hauptsächlich Arbeiter
und kleine Gewerbetreibende lebten wie auch ich.

Ich kannte dich durchaus vom Sehen,
hätte es aber wegen unseres Standesunterschiedes
nie gewagt, dich anzusprechen.
Doch irgendwas hat uns das Herz füreinander geöffnet
in jener Situation und ließ uns alle Bedenken vergessen.
Du hast mich einfach gebeten, dich heimzubegleiten
und danach zu einem Tee eingeladen.
Dieser Tee bei dir wurde uns bald zur lieben Gewohnheit.

Dein Sohn hatte die Praxis in dem alten Haus
unter dir vom Vater übernommen.
Er hatte drei Kinder.
Seine Frau war einst eine sehr beliebte Sängerin gewesen.
Aber sie war jüdisch!
Und die Zeiten wurden schwieriger für Menschen,
die in sogenannten Mischehen lebten.

Dein ganzes Herz hing an dieser Familie
und das Herz aller an dir.
Du warst so etwas wie der ruhende Pol
in all den Wirrnissen der letzten Jahre gewesen.

Dein Trost-Satz war:
Man weiß nicht, was Gott sich denkt,
aber es wird schon alles einen guten Sinn haben!

Das sagtest du zu deinem Sohn, wenn er sich sorgte,
weil immer mehr seiner angeheirateten,
jüdischen Verwandten das Land verließen.

Und das sagtest du deiner ältesten Enkelin,
als sie vom Besuch des Gymnasiums
ausgeschlossen wurde wegen ihrer jüdischen Mutter.

Das sagtest du, als deiner Schwiegertochter
eine notwendige Behandlung
im Krankenhaus verweigert wurde.

Und das sagtest du, obwohl sich die Schlaufe,
die sich um den Hals deiner Liebsten zog,
immer enger und enger zusammenzog.

Und du hast das gesagt,
WEIL DU ES SELBST GLAUBTEST!

Du warst eine Frau, die ihr Leben lang versucht hat,
dass ihr Gottesbild trotz allem,
was sie erlebt hatte, nicht wankt.
Und dieses Gottesbild war:
Das eines guten Hirten!
Doch weil du klug warst
und die Augen dem Zeitgeschehen gegenüber
nicht verschließen konntest,
darum brauchte es eine Philosophie, eine Richtschnur.
Etwas, das weiter glauben durfte
an den allmächtigen, guten Hirten,
der letzten Endes alles zum Guten wendet.
Ja, die Realität des Lebens
und die Philosophie des Glaubens:
Es gibt Zeiten, da lässt sich Beides
nicht so einfach zusammenbringen.
Wir trafen uns, um uns gegenseitig
in genau solcher Zeit zu helfen.
Wir WOLLTEN – nein, wir KONNTEN –
unseren Glauben an den Sieg des Guten nicht aufgeben! 
Aber das war schwer
und wurde immer schwerer!
Doch Eins passierte nie:
Wir hatten die Gnade,
unserem Glauben nicht selbst untreu werden zu müssen.
Viele Menschen verloren ihren Glauben
an das Gute in unserer Zeit! 
Wärst du nicht gewesen,
wäre es mir auch passiert!
Spätestens, als ich das erste Mal
nach einer Bombardierung der Stadt
über Kinderleichen zu steigen hatte.

Wäre ich nicht gewesen,
es wäre dir passiert!
Spätestens als deine geliebte Schwiegertochter starb! 
Weil sie sich umbrachte! 
Damit ihr Mann wieder Patienten bekam
und so die Versorgung der Familie gesichert war.

Weißt du, Andrea,
wenn man uns damals gefragt hätte,
ob wir der Ansicht seien,
dass unser Dasein in der Welt einen Sinn hat:
Wir hätten Beide verneint!
Wir fühlten Beide täglich unsere Ohnmacht!

Du, wenn du deine Enkelinnen unterrichtetest
und immer wieder an Grenzen deiner Möglichkeit kamst.
Du KONNTEST ihnen das Wissen nicht geben,
das sie brauchten, jetzt,
wo keine vernünftige Schule sie mehr aufnahm.

Und ich,
wenn ich diese von mir so verabscheuten
Soldaten-Fotos zu machen hatte.
Jeden Tag die gleichen Bilder:
Junge Männer, zuletzt halbe Kinder,
die ich fotografieren musste,
damit ihre Bräute und Mütter ein Andenken hatten,
falls sie starben!

Wie ohnmächtig wir dem Wahn der Zeit doch gegenüberstanden! 
Manchmal fragten wir uns beide,
ob wir Irgendwas getan hatten,
dass Gott uns so straft.
Manchmal wünschten wir uns,
dümmer zu sein,
um nichts zu verstehen,
nichts vorherzusehen
oder wenigstens aufhören zu dürfen,
an einen guten Gott glauben zu wollen.

Manchmal war es sehr, sehr Dunkel in uns Beiden.
Und den Sinn unseres Daseins:
Den suchten wir immer öfter ganz vergeblich!

Aber dann half der Eine dem Anderen!

Wenn ich mein Licht nicht mehr sah,
dann sagtest du:
Otto, du darfst jetzt nicht aufgeben!
Wer soll sich sonst um die Kinder kümmern? 
Mit den Kindern meinte sie die fünf Kinder,
deren Mutter durch einen Angriff ums Leben gekommen war
und deren Vater als verschollen galt.
Sie wollten nicht in ein Heim gebracht werden:
Marie, die Jüngste, galt als geistig behindert,
ihre Mutter hatte größte Anstrengungen unternommen,
Marie vor einer Internierung zu bewahren.

Sie ahnte vermutlich nur,
was Marie dort geschehen würde! 
Aber diese Ahnung blieb nun ihr Erbe an die älteren Geschwister.
Nun hielten die Kinder den Tod der Mutter geheim
und ich unterstützte sie, so gut ich konnte.

Und ich sagte das Gleiche:
Du darfst jetzt noch nicht sterben, Wilhelmine,
dein Sohn ist im Krieg.
Wer soll die Mädchen beschützen, wenn du tot bist?
Du weißt: Dann haben sie keinen Schutz mehr.

Ja, so war das.
Wir erinnerten einander an unser Licht! 
Es durfte nicht ausgehen!
Und je dunkler die Zeit wurde, umso weniger durfte es sein. 
Wir durften nicht vergessen, dass es Gott gleich wichtig ist,
ob wir Hunderte retten oder Einen! 
Aber das war sehr schwer.

Als die russische Armee immer näher kam,
wurden alle Schulkinder evakuiert.
Deine drei Mädels natürlich nicht,
da hast du Angst gekriegt: Angst um sie.
UND Angst, falls ihnen doch noch ein Leid geschieht,
deinen Glauben zu verlieren.

Da hast du angefangen, mit dir zu hadern.
Du hast begonnen, dir Vorwürfe zu machen.
Du hättest es WISSEN müssen, worauf es hinauslief!
So sagtest du immer wieder!

Spätestens als Anton und Pünktchen
verbrannt werden mussten,
da hättest du es wissen müssen.
Du hättest REDEN müssen mit
den Verwandten deiner Schwiegertochter,
WARUM sie auswanderten, hättest dich belehren lassen müssen.
Aber so?

Du und dein Glaube daran:
Dass letztlich alles seinen Sinn haben wird und gut wird?!

Warst – so gesehen – nicht DU verantwortlich
für all das Leid deiner Lieben?
Hattest du und dein GLAUBE statt deines Wissen verhindert,
dass dein Sohn und seine Familie auch ins Ausland gingen?
Damals, als noch Zeit war?

Der Gedanke quälte dich:
Hatte dein Festhalten an deinen Glauben
diese bösen Opfer in deiner Familie verschuldet? 
Oh, das waren schwere Zweifel, die deine Seele sich da machte!
Und es war schwierig,
dich trotzdem noch weiter an dein Licht zu erinnern!

An einem Tag im Januar fielen
wieder einmal ein paar Bomben auf die Stadt.
Nichts Besonderes, keine großen Schäden, nur drei Häuser.
Aber Eines davon war dein Haus.
Du bist gestorben, zwei deiner Enkelinnen auch.

Ich selbst folgte dir bald nach.
Die Flucht aus der Stadt habe ich nicht überlebt! 
Ich war einfach zu schwächlich für so etwas.

Und jetzt bin ich dein Engel!
Und ich bin wieder da,
um dich daran zu erinnern, was du bist:
Ein Licht!
Ein Licht, das einfach nur Eines in der Welt soll:
In der Dunkelheit scheinen!

Es ist ganz gleich, ob das Licht einen großen Saal hell macht
oder ein Zimmerchen:
Aber scheinen muss es!

Denn nur, solange es scheint, solange darf man sicher sagen:
Letzten Endes hat alles einen Sinn,
letzten Endes wird alles gut!
Denn Gott ist ein guter Hirte seiner Schöpfung…

Ist er das?
Ach, Andrea, dem Einzelnen irdisch gesehen?
Hm… nein.

Aber der Blick von hier aus, der ist ein so ganz Anderer.

Lassen wir einfach den Glauben,
lassen wir den Versuch des Menschen,
Gott zu definieren.
Das ähnelt ohnehin dem Versuch einer Ameise,
die Straßenverkehrsordnung zu verstehen!

Lassen wir das einfach sein
und kommen wir auf den Kern der Sache:
Du, Andrea, hast LICHT zu sein!

Weil du es BIST!
Kleines Licht,
großes Licht?
Ach egal, wen kümmert das?
LICHT als Wesensmerkmal! 
So selbstverständlich wie Rosen da sind, um zu duften,
Schwalben, um Mücken zu fangen,
und der Wind, um die Wetter zu ändern.
Das Alles ist, was es ist, weil es seine Art ist!

Und deine Art ist es, zu leuchten!
Nein, nein, es geht nicht ums Glänzen
und erst recht nicht ums Blenden:
ums Leuchten! 
Das heißt: Was immer dunkel ist,
weil Dunkelheit sein Wesen ist,
findet in dir und denen deiner Art seinen Gegenpart!

Die ganze Welt ist so aufgebaut!
Alles hat seinen Gegenpart.
Dahinter steckt ein Prinzip, eine Gesetzmäßigkeit,
ein unausweichliches MUSS!

Dein MUSS ist es, Licht zu machen!
Wo und wie auch immer!

Du hast schon vielen Licht angemacht
und das war schön für dich und sie.
Aber wie das so geht:
Es kommt darauf an, WO das Licht angemacht wird.
Manch ein Raum bliebe besser unbeleuchtet,
so abscheulich ist sein Inhalt,
wenn man ihn erst einmal beleuchtet.

Du kannst dir das weitestgehend aussuchen,
ob du etwas beleuchten willst oder nicht! 
Aber es gibt Grenzen.
Die sind immer dann erreicht,
wenn sich die Lebensplan-Punkte
auf deine Art des Seins verknüpft haben.

Damals in der Bibliothek, da war es so ein Moment,
an dem du NICHT aussuchen konntest,
ob du die Angelegenheit beleuchten willst oder nicht:
Du MUSSTEST!

Unsere Freundschaft basierte darauf,
aber auch drei andere Beteiligte wurden so darauf aufmerksam,
dass etwas DUNKLES geschieht.
Ganz besonders sogar eben jener junge Mann,
der dir das Buch entrissen hat.
Der hörte von dem Augenblick an nicht mehr auf,
kritisch darauf zu schauen, was ihm befohlen wurde!

Sein Leben lang hatte das weit reichende und gute Folgen…

Ich sehe, mein Gast wird unruhig,
sie hat mir schon so lange zugehört.
Nun will ich hier auch enden und mich nun deinen Fragen widmen,
soweit ich sie dir beantworten darf,
ohne dich in deinen Entscheidungen zu beeinflussen.

Liebe Uta, danke für dein Schweigen,
stell mir jetzt bitte Andreas Fragen.

U. Andrea fragt:
Welche Herausforderung für ihre Seelen-Entwicklung
bedeutet die Planung einer monströsen Windkraftanlage
12 mal 220 Meter hoch hier an meinem irdischen Heimatort
mitten im wunderschönen Odenwald,
mitten im Wald und Erholungsgebiet?

O. Andrea, es geht darum,
dich aus der Zeit des Schweigens heraus zu bewegen.
Dein Leben hier in Breslau ließ kaum etwas anderes zu!

Es geht wieder darum,
UNMENSCHLICHES zu beleuchten oder eben nicht. 
Du musst dich entscheiden: Damals wie Heute.

Deine Entscheidung damals war
– abgesehen von der Angelegenheit in der Bibliothek –
zu schweigen
und ansonsten die Dunkelheit zwar wahrzunehmen,
aber sie nicht bis in die Tiefe studieren zu wollen. 
Sondern mit dem Glaubens-Mantel
weiter im Dunkeln bedeckt zu halten.

Das war deine Entscheidung!

Heute hast du eine andere Entscheidung getroffen
und stehst nun am Anfang einer neuen Entwicklung.
Der Glaube – an was auch immer –
war viele Inkarnationen lang
dein MASS der Wahrheit.

In der letzten Inkarnation hast du gelernt,
dass dies allein nicht reicht!
Dass zum Glauben auch Wissen sammeln gehört,
um dann wirklich die Dinge, die finster sind,
ans Licht bringen zu können.
Du musstest Fakten sammeln, dir fremdes Wissen aneignen
und musstest zum ersten Mal glauben
an deine Werte und Wahrheiten
und die mit sachlichen Faktoren verbinden.

Das ist wirklich anstrengend für dich! 
Du WEISST ja immer noch genauso wie DAMALS
ganz intuitiv, was hell und was dunkel ist!

Aber dieses Mal geht es darum, so zu beleuchten,
dass auch NICHT GLÄUBIGE
über den Verstand „erleuchtet“ werden können. 
Das ist deshalb eine SEHR wichtige Arbeit für deine Seele!

Und im Gegensatz zum vergangenen Leben
hast du in diesem Leben eine ganz andere Einstellung
zu deinem Platz innerhalb des Lebens.
Damals warst du eben einfach die Frau deines Mannes,
die Mutter deines Sohnes,
die Schwiegermutter von Lisbeth,
die Oma von Anna, Inge und Lore.
Deine Welt war klein und auf dich bezogen.

Doch damals – in den letzten Jahren deines Lebens –
hast du auf eindrücklichste Weise erfahren,
dass es keine Einzelschicksale gibt!
Dass immer das Schicksal des Einzelnen
mit dem des Ganzen zusammenhängt.

Geglaubt hast du das schon immer, erfahren erst hier.
Diese Erfahrung umzusetzen: 
Das bist du aber erst im Leben der Andrea bereit.

Der Einzelne kann aus der Gegend ziehen,
sich einen besseren Ort suchen,
wenn die Windräder drehen.
Aber du weißt: Es geht hier um mehr!
Es ist eine Dunkelheit hinter dieser Entscheidung! 
Die ALLE trifft, überall!

Das wusstest du intuitiv auch in der Bibliothek,
aber es gab keinen Weg, es zu beleuchten.
Heute hast du diesen Weg!

Damit ist die zweite Frage beantwortet, Andrea:
Es HAT SINN für DICH und deine Entwicklung,
dich bis hin zu Gerichtsverfahren
dieser Sache zu widersetzen!

Aber bitte verzeih mir,
wenn ich dir NICHT sage,
ob ihr siegen werdet oder nicht!

Lass mich so viel dazu sagen:
Seht euch um!
Diese Art Finsternis wirkt ÜBERALL in eurem Land! 
Es geht nicht nur um Windkraftanlagen,
es geht auch um Autobahnen,
es geht um Güterzugstrecken,
es geht um Endlager
und Fracking,
es geht um Skigebiete
und Off Shore Parks…

Es geht NICHT darum,
ob ihr diese Schöpfungs-fressenden Installationen
braucht oder nicht.
Ihr seid derart verstrickt in eure Notwendigkeiten,
dass ihr sie braucht,
weil ihr gar nicht mehr darum herum kommt,
euch zwischen zwei Übeln entscheiden zu müssen.
Denn ihr MÜSST behalten, was ihr habt.

Würdet ihr dagegen angehen:
Euer Gegner wäre die Notwendigkeit,
die sich aus eurer Kultur ergibt!

Sondern es geht darum,
dass diese Notwendigkeiten
in Menschen und Natur verachtender Weise
durchgesetzt werden!

Überall! 
Das ist der Geist eurer Zeit.
Es gibt KEINERLEI Maß mehr,
niemand mehr,
der zwischen Notwendigkeit und Zumutbarkeit abwägt.

Zuerst verbrannte man Bücher,
am Ende brannten Menschen. 
Zuerst zerstörte man Landschaften
und am Ende?

Nun, du bist Licht, du weißt,
welche Kammer der Dunkelheit ich aufmache!
Aber mehr darf ich dir nicht sagen.

Natur verachtend ist Leben verachtend, Andrea! 
In vielen, vielen Facetten drückt sich der Geist aus!

U. Andrea fragt:
Wie kann sie am Besten zur die Bewahrung der Natur
und zur Gesunderhaltung der hier lebenden Menschen beitragen?

O. Andrea, manche Kämpfe müssen geführt werden,
um zu gewinnen,
andere nur, um zu beleuchten.

Es gibt Grenzen des Machbaren,
die sich aus der Position des Einzelnen heraus ergeben.
Du konntest Hitler nicht aufhalten,
du kannst die Macht, die jetzt wirkt, nicht aufhalten.

Das wissen wir Beide. 
Aber!
Der Weise ist in solchen Umständen auch mit dem zufrieden,
was innerhalb seiner Möglichkeit liegt.
Du konntest mich aufhalten, aufzugeben,
ich konnte dich aufhalten, mehr war uns nicht möglich.

Es MUSS darum gehen – falls ihr verliert –
Alles zu tun, um TROTZ der Anlage
so viel Lebensqualität wie möglich zu bewahren.
Erst wer das aufgibt,
der macht der Finsternis richtig Platz!

Sieh dich um!
Du wirst in der Natur ein neues Phänomen finden.
Tiere – von Natur aus scheu – beginnen,
sich mit den großen Städten zu arrangieren.
Manchmal ist das Arrangement
der erste Schritt zurück ins Licht!
Vorausgesetzt, man hört nicht auf,
die Finsternis als Finsternis zu benennen!

Arrangieren? Ja.
Begrüßen? Nein! Niemals!
Was finster ist, bleibt finster!

Und es braucht Menschen wie dich,
um der Täuschung zu begegnen:
Dies sei nicht so!

In diesem Leben hier haben wir
die Früchte unseres Einsatzes nicht mehr erlebt.
Aber es gab sie!

Deine überlebende Enkelin
wurde eine wunderbare Lehrerin
und hat viele Menschen bewegt,
wahrhaftig durchs Leben zu gehen,
Tapferkeit zu zeigen und Ausdauer!
Alles Eigenschaften,
die sie durch dich gelernt hat
und in anderen Menschen multipliziert hat.

Meine Mädchen haben alle überlebt
und wurden Menschen,
die Eines immer wussten
und an Andere weiter gaben:
Persönlicher Mut zum Widerstand
gegen Gewalt und Unterdrückung ist gut!
Und so haben sie meinen Geist vervielfältigt! 
Es ist selten so,
dass wir zu Lebzeiten die Früchte
unseres Einsatzes für die Gesellschaft ernten können.
Das Ernten ist auch nicht deine Aufgabe,
sondern die Saat.
Licht sollst du säen, Andrea,
darum geht es nun!

U. Andrea fragt,
was sie zur Heilung und Entwicklung
ihres ältesten Sohnes beitragen kann?

O. An ihn glauben, Andrea!
An ihn glauben,
an seine Unabhängigkeit
von seinem Körper glauben!
Das ist nicht einfach!
Aber es ist sehr hilfreich für ihn,
dass er sich nicht als Sklave
seines Körpers betrachtet! 
Sein Körper ist sein Fahrzeug!
Und er muss SELBST lernen,
dieses Fahrzeug zu lenken!

Versuch ihn dabei, zu unterstützen,
SELBST Wege zu finden,
die IHM helfen,
SEIN Maß an Gesundheit zu finden und zu halten.
Unterstütze seine SUCHE,
geh aber nicht davon aus,
dass du für ihn zu finden hast,
was seine Aufgabe ist!

Du kannst besser als er
Informationen sammeln, bring sie ihm
und überlasse es dann ihm,
woran er glauben will…

U. Sie fragt weiter:
Was können wir als Eltern
bzw. ich als Mutter am Besten tun,
um unseren jüngsten Sohn
beim Einstieg in seine Berufstätigkeit zu unterstützen?

O. Ach, fast die gleiche Antwort:
Vertraue seinen Entscheidungen
und vertraue darauf, dass er die innere Stärke hat,
sich seinen Platz im Leben zu NEHMEN.

Das ist wichtig, Andrea!
Dein INNERES Vertrauen!
Siehst du es nicht an dir selbst?
Hast du nicht auch genau den richtigen Platz gefunden,
um deinen Seelen-Aufgaben nah zu sein?
Das war aber nicht mit Bedacht getan,
sondern ES machte dies…

Auch er hat diese Kraft,
die ihn dorthin bringt, so es gut ist.
Versuche, das nicht zu beeinflussen!
Sondern begleite ihn
auf seinen ganz eigenen Weg durch das Labyrinth
der Möglichkeiten und Unmöglichkeiten.

Nur auf Eines achte bitte:
Dass es nie selbstverständlich für ihn werden muss,
für die Finsternis zu arbeiten! 
Er wird ihr begegnen:
der Menschen verachtenden Maßlosigkeit der Anforderungen!
Bleib immer Diejenige auf seinem Weg,
die das zu beleuchten wagt.
Darum bitten wir dich.

U. Danke, Otto, gibt es noch etwas zu sagen?

O. So vieles hätte ich noch zu sagen
über das Leben und Wirken,
über Ursachen und Folgen,
über Anfänge und Abschlüsse,
so vieles.
Aber ich weiß, deine Zeit mit mir endet längst,
ruh dich aus.

Du, Andrea, ruhe nicht, ehe du sicher bist,
beleuchtet zu haben, was im Dunkeln lag…
Das ist meine Bitte an dich.

Damit meine ich Außen und Innen.
Licht will hell sein:
Sei recht freudig und von Herzen hell.

Dein dich immer noch
sehr, sehr liebender Otto!