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Elia – Die, die vor der Vollendung stehen, die rufen das Widersacher-Prinzip heraus.

Die, die vor der Vollendung stehen,
die rufen das Widersacher-Prinzip heraus.
Eben jenes Widersacher-Prinzip,
jene Kraft,
die verhindern will, dass Vollendung entsteht!

Darum leidest du.
So ist das!
Und so ist es bei Allen.

Die vollendeten Seelen beenden,
je mehr sie werden,
den Prozess der Dualität!
Elia

Zu Besuch ist Günther.

Elia. Guten Morgen, liebe Freunde.

Hajo. Guten Morgen, Elia.

E. Guten Morgen, Günther.

Günther. Guten Morgen, Elia.

E. Ein aufregender Morgen an einem – wie ich hoffe –
beruhigendem Tag.

Günther,
ich möchte zu Beginn unserer Begegnung eine These aufstellen,
der du gerne widersprechen darfst.

Und diese These lautet:
Nichts und kein einziger Tag deines Lebens war umsonst.

Ich möchte diese These damit begründen, dass du in allem,
was du lernst, der Grundstein bist für die Entwicklung Anderer,
die mit dir zu tun haben.

Das ist das Wesen der Priesterseelen.
Es gibt keine Priesterseelen, die nicht Leid zutiefst erfahren haben.
Wie sonst könnten sie Gott ein Du sein,
die diesem unendlich Anderen, das er ist, sagen können:
„Schau auf unser Leid
und schaffe Recht denen, die unterdrückt sind.“

Es gehört nicht mehr zur Tradition eurer Kirchen,
das Recht schaffen von Gott zu fordern.

Aber du tust es.
Ich will dir erklären, wieso!

Gott ist mit dir verbunden:
was du fühlst,
was du denkst,
was du weißt,
was du leidest,
vor was du dich fürchtest.

Und er weiß, was dir das Leid macht.
Und wenn du den Mut hast,
Unrecht auch Unrecht zu nennen,
dann wirkt das in ihm.

„Herr mein Gott, schau auf mein Leid und wirke Recht.“

Das ist ein Satz deines Gesamtselbstes von großer Wirkung.
Du in deinem Leben kannst nur das sehen, was dir begegnet.

Du weißt nichts über die Gedanken, die du auslöst in Anderen.
Über die Rückschlüsse, zu denen sie kommen und über die Wirkung,
die diese Gedanken haben.
Das wirst du erst sehen, wenn du bei uns bist.
Aber es ist mir wichtig, dir dies heute zu sagen!

Und nun stell mir bitte deine erste Frage.

G. Zunächst danke, Elia.
Meine erste Frage:
Ronald konnte sich nicht überwinden, Eva anzurühren,
als sie beträchtlich angeblich zugenommen hat.

Bin ich deshalb immer übergewichtig?
Auch Anna, meine Frau, konnte sich nicht mehr überwinden,
mich anzurühren, nachdem ich beträchtlich zugenommen hatte.

E. Ja. Das ist eine karmische Folge!
Oft drehen sich Verhältnisse um!
Damit die Chance besteht:
Aus dem Oberflächlichen in die Tiefe zu kommen.

Ronalds Problem war in weiten Teilen Oberflächlichkeit:
Alles war wunderbar, alles gelang.

Und als er die Chance hatte,
in die Tiefe zu gehen, ist er gegangen.

Du hast es umgedreht!
Du hast in der ganzen Tiefe Dinge begriffen,
für die Ronald völlig unzugänglich war.

Gelitten hat er auch.
Aber er hat sich nicht hinterfragt.
Er war – wenn du so willst – noch sehr unter entwickelt.

Statt die Oberfläche zu lieben, ist es gut,
die Wahrheit eines Partners zu lieben.

Wer möchte geliebt werden,
weil er äußerlich schön ist?
Er wird sicherlich Bewunderer finden, die dies tun.
Aber wahre Liebe ist unabhängig davon!

Und dies zu erfahren, das war wichtig, zu erfahren! 
„Ich habe ein Recht darauf,
dass mich die Frau, die von Liebe spricht,
unabhängig von Äußerlichkeiten liebt.
Ich muss nicht richtig sein,
um geliebt zu werden.“

Verstehst du?

G. Hm.

E. Anna hätte von dir lernen können. Ja?
Deine nächste Frage, bitte.

G. Spielt Ronalds Sohn in der jetzigen Inkarnation auch eine Rolle?

E. Ja. Er war ein – nun sagen wir – Kollege von dir.
Ein Kollege, der dich sehr hinderte, zu sein, wer du bist.
Einen Namen darf ich nicht nennen.

G. Ist dieser Kollege noch unter uns?

E. Nein.

G. Er ist schon im Jenseits?

E. Hm.
Deine nächste Frage, bitte.

G. Wo stehe ich in meiner Entwicklung als Gesamtselbst?

E. Ich bin versucht, mit einer Gegenfrage zu antworten.
Das aber wäre unhöflich.
Wenn ich dich fragen würde:
Was meinst du denn?
Dann würdest du zu Recht sagen:
Das will ich ja gerade wissen.
Du willst nicht meinen müssen,
sondern wissen!

Günther, ich fürchte,
du wirst dich fürchterlich erschrecken über meine Antwort,
wenn ich dir sage:
Du bist fast fertig.
Vielleicht noch drei, vier Mal –
fast fertig.
Das kann nicht sein?
Das kann sein!

Du schaust auf dein Leben und auf dein Leid.
Und wie es der Menschen Gewohnheit ist,
hast du danach gesucht:
Dass alles, was dir widerfährt,
eine gerechte Strafe ist für irgend etwas.

Es ist ganz anders, Günther!
Die, die vor der Vollendung stehen,
die rufen das Widersacher-Prinzip heraus!
Eben jenes Prinzip, jene Kraft, die verhindern will,
dass Vollendung entsteht!
Darum leidest du!
So ist das.
Und so ist es bei Allen!

Die vollendeten Seelen beenden
– je mehr sie werden –
den Prozess der Dualität!

Oder anders formuliert:
Sie beenden die Notwendigkeit des Bösen!
Deshalb widersetzt sich das Böse
diesen Menschen im besonderen Maß!

Es versucht – profan formuliert –
diese Seelen müde zu machen, aufzuhalten.

Es versucht, Traumatas zu setzen,
die wieder einige Leben dauern, bis sie überwunden sind.
Das ist das Prinzip!
Verstanden?

G. Ja und Nein.

E. Welche Frage bleibt?

G. Bin ich sensitiv, beziehungsweise sensibel?

E. Darf ich zurückfragen?
Hast du meine Antwort auf die letzte Frage verstanden?
Du sagst Ja und Nein.

G. Nicht so richtig.

E. Was hast du nicht verstanden?
Oder ist es so schwer, zu fassen?
Es sind nur noch wenige Leben, die du leben musst:
wenig Leben!

G. Ja, das hab ich verstanden.

E. Ich sagte ja: Es wird dir schwer fallen, es zu glauben.
Aber das musst du auch noch nicht.
Vielleicht ist es wichtiger, zu verstehen:
was dich hindert und warum!

Nicht zur Strafe ist dir dein Leid gegeben!
Sondern das Destruktive versucht,
dich mit diesem Mittel in deiner Entwicklung aufzuhalten! 
Das musst du wissen!

Und nun zu deiner Frage der Sensitivität.
Nein, das bist du nicht!
Aber was du bist
– und das möchte ich gerne erklären –
du bist hoch sensibel!
Teils als Ergebnis anderer Leben,
aber noch mehr aufgrund deiner Kindheit.

Es gab nur zwei Wege, dich vor der Zerstörung zu schützen.
Der eine Weg war:
Kluges Beobachten und Analysieren der Umstände.

Und der andere Weg war:
In das hinein spüren,
was noch längst nicht sichtbar, hörbar oder zu riechen war.
Also nicht das materielle Energiefeld deines Elternhauses.

Diese beiden Dinge waren Überlebens-wichtig!

Hast du zum falschen Augenblick gereizt 
– und sei es auch nur durch deine Nähe und Anwesenheit –
konnte das potenziell tödlich für dich enden.

Und das hat bewirkt, dass du sowohl deine Fähigkeit zur Analyse
– so gut es ging – ausgebildet hast.
Und sehr versucht hast,
die logischen Schlussfolgerungen aus ersten Anzeichen zu ziehen.

Als auch, dass du gelernt hast,
Energien, Stimmungen wahrzunehmen,
ehe diese sich überhaupt im Äußeren zeigten.

Dieses Offen sein für Stimmungen allerdings
wurde mit der Zeit zu so einer unerträglichen Last!
So, dass es ins Gegenteil gegangen ist.

Da hast du versucht, nur noch über das Vorausschauen,
über den logischen Weg dich zu schützen
und hast die Wahrnehmung der Energien des Emotionalen gekappt.

Heute findet beides wieder zusammen und das ist sehr gut so!
Hast du das verstanden?

G. Ja, das habe ich verstanden.

E. Gut. Hast du noch eine Frage dazu?

G. Nein, Elia.

E. Gut. Dann die nächste Frage, bitte.

G. Ich habe keine Fragen mehr.

E. Doch!
Eine noch.
Darf ich sie benennen?

G. Ja.

E. Wird alles wieder gut?
Weißt du, äußerlich, was deinen Körper angeht:
Nein.

Innerlich, was deinen Geist, deine Seele angeht:
Ja!

Besser, als es je war!

Es geht letztlich um den Triumph der Seele
über das Leid der Materie!

Du hast dir etwas sehr Großes vorgenommen
und du hast sehr viel Mut:
Dieses Große in aller Wahrheit
und ohne Beschönigung zu betrachten.

Heilig?
Nein, dafür reicht es in diesem Leben noch nicht.
Aber gut!
Ein guter Mensch!

Das ist ganz einfach, ein guter Mensch zu sein,
wenn man ein gutes Leben hat.

Aber was du in diesem Leben dir erarbeitest, ist:
Ein guter Mensch zu sein, obwohl es kein gutes Leben war. 
Heilig?
Noch nicht.
Aber sehr ehrenwert!

Ich danke dir für dein Vertrauen.
Und ich möchte dir sagen:
Dass es die ganz einfachen Menschen sind,
in denen das Göttliche sehr sichtbar wird.

Und Einer davon warst und bist du!

Nun geh!
Geh und lebe, so gut es geht.

Alle guten Mächte mögen dir beistehen.
Und das, was dein Vater dir zu rauben vermochte,
das möge wieder in dir groß werden:

Dein Vertrauen in dich selbst!

Auf Wiedersehen, Günther.

G. Auf Wiedersehen, Elia,
und danke.

E. Gern.