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Elia – Wir müssen einmal über den Wert eurer Gedanken reden.

Wir müssen einmal über den Wert eurer Gedanken reden: 
Was sind meine Gedanken?
Eure Gedanken:
die sind eigentlich nichts.

Die haben mit eurer Seele gar nicht so viel zu tun.
Gedanken entstehen einfach und automatisch!
Euer Gehirn entwirft ununterbrochen Gedanken!
Elia

Teil 3

Zu Gast sind Gudrun und ihr Sohn Hans.

E. Die nächste Frage, bitte.

G. Wie könnte ich mit meinen Ängsten besser fertig werden?

E. Gudrun, Angst ist gut und schlecht.
Was ist gut an Angst?
Weißt du das?

G. Hm.

E. Ja? Sie macht vorsichtig.
Und diese Vorsicht ist etwas so Gutes,
dass sie über die Jahrtausende hinweg
deinen Vorfahren das Überleben gesichert hat!

Die, die Angst hatten – um es anders auszudrücken –
die haben überlebt.
Die, die keine Angst hatten,
haben ihre Angstlosigkeit nicht weiter vererbt…
Ja?

G. Hm.

E. Angst ist also Teil deines Genoms.
Angst Wert schätzen da, wo sie gut ist! 
Aber Angst auch als überflüssig betrachten da, wo sie hindert.
Das ist etwas, womit du dich jetzt seit Jahren beschäftigst.
„Habe ich die Macht?
Oder meine Angst?“
Das ist deine Frage.

Es geht darum:
Dass wir einmal über den Wert eurer Gedanken reden müssen.
Und ich spreche dich, lieber Hans,
da gleich mit an.

Was sind meine Gedanken?
Vielleicht überrascht es euch, wenn ich euch sage:
Eure Gedanken?
Die sind eigentlich nichts!
Gedanken haben mit eurer Seele
gar nicht so viel zu tun.
Gedanken entstehen einfach – automatisch.

Euer Gehirn entwirft ununterbrochen Gedanken! 
Diese Gedanken entstehen nach einem bestimmten Muster:
Es braucht einen Auslöser,
dann kommt der Gedanke,
dann – erst dann – kommt der entscheidende Faktor:
Nämlich was die Seele bereit ist,
in diesen Gedanken zu investieren! 
Greift sie ihn auf, erweitert sie ihn
oder lässt sie ihn einfach los?

Manchmal erlaube ich mir,
in Utas Gedankenwelt zu lesen.
Und manchmal kommt in ihr der eine oder andere Gedanke
und ihre Seele sagt dazu sofort und ohne Umschweife:
„Ach, Quatsch!
Ach, Quatsch!“

Das kann jeder Mensch
und ihr tut das auch.
Jeder von euch kennt Quatsch-Gedanken!
Die sind euch so unwichtig,
dass ihr jetzt lange nachdenken müsstet,
welche Form von Gedanke das wäre.

Tatsächlich habt ihr am Tag
Dutzende solcher Quatsch-Gedanken! 
Da ist sich die Seele nämlich ganz sicher:
„Dieser Gedanke ist Unsinn, den brauche ich nicht.
Den brauche ich auch nicht weiter verfolgen.
Der geht auch wieder.“

Da ist sie sich sicher,
weil sie ihre Erfahrungen in anderen Leben
oder in diesem Leben gemacht hat,
dass ein solcher Gedanke nichts wert ist.

Ganz anders sieht es aus mit Gedanken,
die zum Einen eurem Genom entsprechen.
Ich sagte ja schon:
Ihr seid die Nachfahren von Menschen, die nur überlebt haben,
weil sie Angst hatten.

Und Zweitens: Wenn eine bestimmte Art, zu denken,
in eurem System als richtig, anständig oder typisch zu gelten hat 
und wenn ein bestimmter Gedanke
einem Glaubenssatz der Seele entspricht.

Nehmen wir den Gedanken, dass irgendwas an dir Falsch sei.
Das entspricht einem Glaubenssatz deiner Seele.
Der sagt: „Es können dich solche Gedanken
auch sehr nachhaltig und lange quälen.“

Die Seele sagt zu einem solchen Gedanken
nicht „Ach, Quatsch“, sondern sie findet ihn logisch,
völlig richtig und sucht im Gegenteil noch nach Beweisen,
wie Richtig der gerade ist.
Dann gibst du einem solchen Gedanken sehr viel Energie,
sehr viel Aufmerksamkeit!

Das Gleiche gilt für deine Angst.
Für deine Angst: zu verlieren, wer dir wichtig ist:
„Das überlebe ich nicht!“ 
Das meint deine Seele.
Und sie meint noch etwas anderes, sie meint:
„Ich könnte mich schuldig machen, weil ich etwas übersehe.“

Und wenn dann deine genetische Angst
mit dem Glaubenssatz deiner Seele zusammen trifft,
dann kommen Gedanken der Angst,
zu denen du einfach nicht die Distanz hast,
„Quatsch“ zu sagen!
Ja?

G. Ja.

E. Ja, ja!
Und das, liebe Gudrun, zu trennen:
Wann ist eine Angst gut und sinnvoll
und wann ist sie eine,
zu der ich früh genug
– und darauf kommt es an –
früh genug „Quatsch“ sagen muss!

Angst völlig auszuschließen,
Angst Gedanken nie zu haben,
das ist unmöglich!

Das geht so wenig, wie:
Dass du plötzlich 1,90 m groß wärest.
Das geht nicht!

Aber der Angst einen Riegel vorzuschieben
zum rechten Zeitpunkt, weil du verstehen kannst,
woher sie kommt, das geht!
Weil du verstehen kannst,
dass der Gedanke einem Glauben entspricht,
der überholt ist!
Und einem Befehl deiner Vorfahren, der genauso überholt ist.

Dabei können wir dir sicher helfen.

„Ich entscheide mich gegen diesen einen Gedanken!
Er ist ohne Sinn.
Ich lasse ihn kommen
und ich lasse ihn gehen.
Und ich werde mich nicht
Minuten oder gar Stunden lang
damit beschäftigen
und nach Begründungen für diesen Gedanken zu suchen.“

Angst will genährt sein!
Sie braucht Benzin, wenn du so willst.
Und dieses Benzin, das der Angst-Motor braucht, um zu laufen,
ist eure innere Aufmerksamkeit!

Je mehr Aufmerksamkeit ihr dem gebt,
um so geringer ist die Möglichkeit,
diesen Motor wieder abzustellen! 
Er wird gewiss anspringen, aber ob dann noch Gas gegeben wird,
ist eine andere Frage.
Das!
Das kannst du regeln, ja?

G. Hm, hm.

E. Hast du dazu noch Fragen?

G. Wie kann ich entscheiden, wann der Zeitpunkt ist,
wo ich sage:
Der Gedanke ist Quatsch.

E. Indem du genau das tust,
was du jetzt am Wochenende vor hast! 
Nämlich diesen Gedanken ergründen:
Woher kommt er?
Was ist seine tiefere Ursache?

Angst funktioniert nur so lange,
so lange kein Wissen da ist!
Denn dann löst sie etwas aus,
was ich die „Negative Fantasie“ nenne!
Negative Fantasien lassen sich
ab einem bestimmten Punkt kaum noch stoppen!
Ja?

G. Hm, hm.

E. Das hast du schon erfahren.
Es sei denn, Wissen ist da.
Hier wird es an diesem Wochenende
für euch Beide um Wissen gehen:
Dinge nicht fantasieren,
sondern wissen!

Gudrun, hast du Angst davor,
dass Regentropfen deine Nase berühren?
Ja, da lachst du.
Aber als kleines Kind hattest du Angst davor!
Es brauchte Wissen,
um diese Angst zu überwinden, ja?

G. Ja.