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Schutzengel – 17. Jahrhundert n. Chr.: Der Sinn für einen Fürsten, ein Labyrinth anzulegen.

17. Jahrhundert n. Chr.:
Der Sinn für einen Fürsten, ein Labyrinth anzulegen.
 Ein solches Labyrinth kann man nur bewältigen,
wenn man sich entweder wie ein Vogel
in die Höhen schwingen kann
und von OBEN auf das Labyrinth herabschaut.
Oder wenn man nach etwas Ausschau hält,
das außerhalb der hohen, grünen Mauern ist:
ein Stern zum Beispiel.

Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide,
mich mit dem Guide von Margit zu verbinden,
Margit bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe vor einer gelb blühenden Rose.
Ein leichter Duft von Apfel und Jasmin geht von ihr aus.
Es ist heiß, der Garten ist klein und direkt an einem Haus.
Aber mein Weg führt mich fort von hier…

Ich gehe auf einer menschenleeren Straße entlang,
bis ich den Rand von einem Wald erreicht habe.

Hier steht eine Bank, auf der ich mich niederlasse.
Meine Füße sind zu schwer, um weiterzugehen
und so hoffe ich darauf, dass der Guide von Margit mich hier findet.

Ich warte lange und bin in Versuchung, aufzugeben.
Von irgendwo her kommt eine bunte Murmel auf mich zugerollt
und ich höre die Stimme eines Mannes sagen:
Das ist hier kein Kinderspiel. Reiß dich zusammen!
Doch immer noch sehe ich niemanden!

Plötzlich rieche ich wieder jenen seltsamen Rosenduft
und genau in diesem Moment tritt eine ältere Frau
aus dem Schatten des Waldes heraus.
Gekleidet ist sie wie die Frauen um etwa 1700:
Eine weiße Haube, ein Kleid aus braunem und rotem Stoff,
darunter ein Hemd, in der Hand trägt sie einen Korb mit Eiern.
Lächelnd setzt sie sich zu mir.

G. Nein, das hier ist kein Kinderspiel…

U. Was ist kein Kinderspiel?

G. Margits Leben zurzeit, das ist kein Spiel, da ist es ernst.
Egal, wohin sie schaut: Es ist ernst!
Es ist schwer, so zu schauen.
Und noch schwerer, wenn der Blick scheinbar keinen Horizont hat.

Aber dazu will ich erst Weiteres sagen,
wenn ich mich vorgestellt habe:
Ich bin Gesche, der Engel von Margit.
Das ist nicht leicht für Margit, daran zu glauben!
Und du magst daran das ganze Ausmaß ihrer Belastung ermessen,
wenn sie geneigt ist, sich dieser Prozedur zu unterziehen.

U. Welche Belastung?

G. Sie sieht keinen Ausweg, sie sieht keine Lösung.
Warst du je in einem Irrgarten?

U. Nein…

G. Zu meiner Zeit legten die Fürsten
in ihren Gärten gerne solche Wege an.
Ich war Magd in solch herrschaftlichem Haus.
Möchtest du mit mir dorthin gehen?

U. Gern…

Gesche ändert das Umfeld.
Hinter uns sehe ich ein Schloss aus grauem Stein,
umgeben von einer Parklandschaft. 
Vor uns – soweit man sehen kann – hohe Thuja Hecken
und ein schmaler Eingang.

Dort stehen ein edel gekleideter Mann
und eine Frau in eben solcher feinen Kleidung.
Der Mann sagt:
Ihr werdet niemals den Weg allein dort heraus finden!
Doch ruft mich nur um Hilfe!
Ich werde zu euch kommen
und euch aus den Irrwegen reißen.

Die Frau sagt:
Mein Verstand allein vermag mir den rechten Weg zu weisen! 
Es ist so leicht für mich!
Ihr werdet sehen.
Ich lasse mich nicht verwirren
und brauche eure Hilfe auch hinein nicht.

Der Mann lächelt nur und macht den Eingang frei.
Die Dame betritt das Labyrinth, ohne zu zögern
und geht entschlossen hinein.

Aber es dauert gar nicht lange, dann hört man sie schimpfen,
dann klagen und letztlich tönt der Ruf:
Herr?
Herr, seid ihr noch da?
Ich finde nicht heraus!

G. Siehst du? Nun hat der Herr ihr beigebracht,
dass sie seine Hilfe braucht. 

Wenn er am morgigen Tag mit ihr Verhandlungen
über den Verbleib einiger Ländereien führen wird,
wird sie anders mit ihm reden,
als sie es ohne diese Erfahrung getan hätte.

U. Willst du damit sagen:
Dass dieser Herrscher vorsätzlich diese Dame
in eine Ohnmachts-Position gebracht hat?

G. Ja, das hat er getan!

U. Nur, damit sie ihn um Hilfe bittet?

G. Nein, damit sie die Erfahrung macht, dass er hilft.
Liebe Margit, ich weiß natürlich:
Dass deine Seele mehr als einmal um Hilfe gebeten hat. 
Ich weiß, wie enttäuscht du warst.
Denn wo war Hilfe?

Glaub mir: Ich war sehr traurig, dich so enttäuscht zu sehen.
Aber Margit: Weißt du, was unserer Dame hier gefehlt hat?
Nicht der Orientierungs-Verstand!
Natürlich hat sie ihre Schritte gezählt und jede Biegung,
die sie nahm, rechts oder links.
Dennoch ist auch der klügste Verstand überfordert,
wenn der Blick nicht in die Weite führen kann.

Ein solches Labyrinth kann man nur bewältigen,
wenn man sich entweder wie ein Vogel
in die Höhen schwingen kann
und von OBEN auf das Labyrinth herabschaut.
Oder wenn man nach etwas Ausschau hält,
das außerhalb der hohen, grünen Mauern ist: 
einen Stern zum Beispiel.

Wie ein Vogel fliegen kannst du nicht
und nach einem Stern zu suchen,
der dir die Richtung anzeigt, in die du gehst,
scheint auch keinen Sinn zu machen!
Denn du kennst dein ZIEL nicht.
Oder doch?

Ja, Liebe, natürlich!
Dein Ziel ist es, aus dem Labyrinth herauszukommen,
das dein Leben gerade ist!

Gut! Aber warum bist du überhaupt dort hineingegangen? 
Das fragst du dich!
Ach, Margit, sagen wir: aus Unerfahrenheit deiner Seele heraus. 
Oder sagen wir: Weil du dir als Seele mehr vorgenommen hast,
als zu bewältigen war.

Oh, nein, nein! Du bist in dieses Leben gegangen:
Um zu lernen, dich aus verstrickten Situationen zu befreien!

Das glaubst du mir nicht? (Lächelt.)
Du musst mir nicht glauben, aber versuche, zu verstehen:
Ein Vogel: Das kannst du nicht sein.
Und einer, der sich nach Sternen richtet: auch nicht.
Was nun?
Soll es ewig so weitergehen?

Margit, um aus einem Labyrinth zu kommen,
gibt es noch einen Ausweg!
Einen, den nie einer wählte hier in diesem Park!
Dennoch ist er möglich.
Diese Thuja Hecken sind keine Mauern!
Es sind Pflanzen!
Und jeder gesunde Mensch ist in der Lage,
diese grünen “Mauern” zu durchbrechen!

Aber wie seltsam:
Niemanden, der im Irrgarten ist, fällt dieser Ausweg ein.
Jeder scheint zu glauben, dass es nur EINEN Weg gibt:
nämlich die Mauern unversehrt zu lassen und Wege zu finden,
die eine Lücke in ihnen freigeben.
Jeder scheint zu glauben,
die vorgeschriebenen Wege nehmen zu müssen!
Und dass es verboten sei, die Mauern zu durchbrechen
und den EIGENEN Weg zu gehen!

Unser Fürst hier wusste das und nutzte es zu seinen Gunsten.

Viele Jahrzehnte manipulierte er so die Menschen,
machte sie “gefügig”, ohne wahre Gewalt anzuwenden.

Erst als er schon ein alter Mann war, kam einer,
der sich nicht an seine Wege hielt!
Ohne viel Federlesen durchbrach er eine grüne Hecke
nach der Anderen und stand in kürzester Zeit
wieder auf freiem Feld.

Alle, die dies sahen, hielten erschreckt den Atem an.

Sicherlich würde der Fürst
den jungen Mann schrecklicher Strafen unterziehen.
Aber das Gegenteil war der Fall:
Der Fürst ernannte ihn zu seinem persönlichen Ratgeber!
Er beschenkte ihn mit großen Gütern!
Und er war glücklich,
endlich einen wahrhaftigen Helden gefunden zu haben!

Margit, aus dem Labyrinth deines Lebens
kannst du nur auf zweierlei Weise entkommen:
Entweder du bist so geduldig, dass du abwartest,
bis dir ein Stern aufgeht.
Das bedeutet: 
Viel Weisheit zu sammeln über den Sinn des menschlichen Lebens.

Oder du hast den Mut, Mauern zu durchbrechen,
um DEINEN Weg zu DEINEM Ziel zu gehen?

Die erste Methode hat den Vorteil, dass du keinerlei Ärgernisse
mit den Besitzern der Mauern zu befürchten hast.
Was sollten sie auch verurteilen?
Du bleibst ja auf den von ihnen vorgeschrieben Wegen.

Aber um das auszuhalten, brauchst du viel Geduld.
Du musst die Geduld des Weisen haben:
Der abwartet, bis das Leben selbst regelt, was zu regeln ist.
Und die Möglichkeit, dass es darüber Nacht wird
– oder anders ausgedrückt, dass du darüber alt wirst –
ist durchaus gegeben.

Und der Stern, der dir dann die Richtung weist,
ist nichts anderes als die Tatsache:
Dass jedes Leben einmal ein Ende hat
und du im Himmel bessere Umstände findest.

Die andere Möglichkeit – nämlich die Mauern zu durchbrechen – 
die bringt sicherlich Ärgernisse mit sich!
Und unter Umständen sogar die Gefahr,
dafür einen Preis der “Entschädigung” zahlen zu müssen.
Das freilich ist nicht ungefährlich, da hast du schon Recht.

Nun, meine liebe Freundin meiner Seele:
Lass uns gemeinsam überlegen,
wie das mit dem zu zahlenden Preis ist.
Solltest du der Ansicht sein,
dass du lieber weiter auf den Wegen der Anderen bleibst,
wird der Preis dafür ganz sicher eine große Erschöpfung sein!

Denn Ausweglosigkeit erschöpft die menschliche Psyche,
macht krank und traurig zugleich.
Der Vorteil läge allerdings darin, dass alle mit dir zufrieden bleiben.

Solltest du der Ansicht sein:
Einfach da, wo du jetzt bist, stehen zu bleiben! 
Dann wäre der Preis dafür:
Dass du keinerlei Veränderung deiner Situation hättest!
Außer der Gewissheit:
Dass sich einige Dinge von selbst erledigen werden.
Die eine oder andere grüne Hecke wird vergehen und absterben,
aber andere werden an ihre Stelle treten. 
Aber keiner der Erbauer der Mauern würde an dir Anstoß nehmen.

Es wäre zwar recht langweilig mit dir,
aber einen Vorwurf würde dir niemand machen.

Der Preis beinhaltet allerdings auch:
Dass du erst heraus kommst,
wenn du zu den Sternen gehst
– “Flügel” bekommst –
und dass du die Zeit deines Lebens dann nur dafür genutzt hast,
zu warten, dass es vorbeigeht.

Der Vorteil wäre:
Dass du dich weiterhin als Opfer der Umstände sehen darfst
und du dir selbst nicht vorzuwerfen brauchst,
die Erbauer der Mauern geschadet oder getäuscht zu haben.

Die dritte Möglichkeit
– das Durchbrechen der Mauern –
hat ganz gewiss zum Preis, dass die Erbauer
sich darüber aufregen werden
und dass sie dich beschuldigen werden,
von ihrem Weg abgekommen zu sein!
Und dass man dir vorwerfen wird,
dich nicht an die “Spielregeln” zu halten.

Der Vorteil wäre, dass du sehr schnell einen weiten Blick hast!
Dass du Ziele siehst, die du bisher nicht wahrnehmen konntest!
Und du deinen Weg dort hin lenken kannst,
wohin du selbst willst, dass es gehen soll.

Dann ist es ja ganz klar?
Dann werden die Mauern durchbrochen?
Ach meine Liebe, nichts ist klar!
Denn ob es dir leicht fällt, eigene Wege zu gehen,
und ob du die Kraft dazu haben wirst: 
Woher sollst du das wissen?

Nie zuvor hast du es gewagt!
Was für ein Schutzengel wäre ich?
Würde ich dich nicht auch ermahnen,
daran zu denken!

Aber liebe Margit: Nicht jede Mauer muss niedergerissen werden,
um einen Ausgang zu finden.
Vielleicht reicht es zuerst einmal, Jene zu durchbrechen,
die dich dazu zwingen, Preise zu bezahlen,
die dich erschöpfen und krank machen!
Während du Andere bereitwillig
als Richtschnur stehen lassen kannst.

Vielleicht reicht es, Prioritäten zu setzen?
Ja, Margit, das reicht!
Aber nur, wenn DU ein eigenes Ziel hast!

Hast du? Du willst eben glücklich sein?
Jeder will glücklich sein
und jeder Mensch hat die natürliche und angeborene Aufgabe,
sein persönliches Glück zu suchen.

Diese Suche weckt seine größten Talente und Stärken in ihm!
Diese Suche ist es, die es möglich macht:
über sich selbst hinauszuwachsen.
Aber die Frage, WAS genau glücklich macht,
die können nur sehr wenige Menschen beantworten.

Liebe Margit, nicht einmal ich kann dir sagen:
Was GENAU dich glücklich macht! 
Denn Glück ist ein Experiment,
das bei jedem Menschen anders verläuft.

Gut, wenn wir also die Frage danach, was dein Glück ist,
nicht eindeutig beantworten können, dann vielleicht die: 
Was genau es dir Wert ist, in dieser Welt zu leben.

Margit? Diese Frage ist die wichtigste Frage deines Lebens:
Was ist es dir Wert?
Das Leben in der Welt mit seinen tausend Gefahren,
Härten, Enttäuschungen und Missverständnissen
auf dich zu nehmen?

So, wie du jetzt auf dein Leben schaust, scheint es dir,
als würdest du gar nicht DEINEN Werten,
sondern denen der Anderen folgen.

Zum Teil stimmt das, aber keineswegs in allen Dingen.
Margit: Was ist es DIR Wert, morgens aufzustehen?

Bitte, liebe Margit, mach dir einmal eine Liste darüber. 
Und wenn du die hast, dann ordne diese Liste nach Prioritäten.
Und wenn du das getan hast,
dann hinterfrage jeden einzelnen Punkt!

Frage dich: Ist das WIRKLICH mein Wert?
Oder habe ich nur von irgend wem gelernt, ihn zu haben?

Ist das wirklich WERTVOLL für mich und unverzichtbar
oder habe ich es nur von Anderen so übernommen?

Wenn du am Ende diese Liste auch nur
mit drei wahren Werten versehen kannst:
Dann hast du dein Ziel, dann hast du deinen Sinn gefunden! 

Dann weißt du, welche Mauern du einreißen musst
und welche stehen bleiben dürfen!

Dann weißt du auch, welchen Preis zu zahlen du bereit bist.
Und dann kannst du auch aufhören, dich als Opfer zu betrachten! 
Dann wirst du wieder zur Handelnden!

Margit, Liebes,
jeder Mensch handelt im Sinne von Wirkungen setzen.
Auch Menschen, die sich nie widersetzen,
die nie vom Wege abgehen, den Andere von ihnen verlangen,
bewirken etwas!
Und wenn es nur die Tatsache ist,
dass sie dazu beitragen, dass sich nichts ändert!
Obwohl es nötig wäre.

Du bist gar nicht so, es ist gar nicht deine Art,
sich passiv zu verhalten!
In der Tiefe deiner Seele liebst du es,
zu handeln, aktiv zu sein und Neues zu entdecken.

Aber jetzt liegt es an dir, dies auch zu tun!
Meine Begleitung dabei ist dir gewiss.

U. Vielen Dank, Gesche!
Ich hoffe, dass deine Worte Margit Mut machen,
ihr Leben – soweit es geht – wieder in die Hand zu nehmen.
Darf ich dir jetzt ihre Fragen stellen?

G. Ja gern.

U. Margit fragt, warum sich seit Jahren
finanzielle und gesundheitliche Katastrophen aneinanderreihen?

G. Margit, weil ihr so – und sei ehrlich, nur so – zusammen bleibt.
Was wäre denn, wenn dies nicht so wäre?
Würde es euch als Familie noch geben?

Seelen bewirken unbewusst das an äußeren Gegebenheiten,
was sie davor “schützt”:
Veränderungen einzugehen, vor denen sie sich fürchten.
Und es braucht wenigstens Einen,
der eine solche “Mauer” zu durchbrechen wagt!

U. Die schwere Krankheit meines Sohnes
macht mich psychisch immer mehr fertig.
Ich tue seit drei Jahren täglich alles,
was Heiler, Therapeuten, Heilpraktiker, Ärzte sagen.
Und nichts hilft!
Was kann ich noch tun?
Oder haben wir daran was zu lernen?

G. Margit, durch seine Erkrankung ist er eine Fessel geworden!
Er bindet zusammen, was nicht zusammengehört!
Und du zahlst den Preis, weil du seinen Weg gehst!

Es ist seine Seele, die sich dies zur Aufgabe gemacht hat.
Aber es ist deine Entscheidung,
mit dem Blick der Weisheit darauf zu schauen.

Denk nach:
Wenn eine Seele alle zur Verfügung stehenden Heilungen
nicht annimmt:
Was ist dann ihr Ziel?
Die Heilung?

Margit, wäre es so: Er wäre schon geheilt! 
Was ist dann dein Ziel?
Immer noch die Heilung!
Diese Mauer gilt es, zu durchbrechen!

Begleitung seiner Seele?
Ja doch, denn das Leben deines Kindes ist es dir wert,
diese Last auf dich zu nehmen.
Aber du darfst dein Leben nicht opfern!

Weißt du, warum?
Weil er sich dann als Seele als Täter weiß!
Und das wäre sehr schwer zu ertragen für ihn.
Tu das nicht länger!

Ihn begleiten, so weit DEINE Kraft reicht 
und du dennoch ein lebendiges Leben führst?
Ja, nur so ist es gut!

Und Margit, mein Rat ist:
Nicht zuzulassen, dass du wegen seiner Erkrankung
wichtige Entscheidungen FÜR DICH nicht triffst!
Auch so wird er indirekt zum Täter und du zum Opfer!

Er hat in eurer Familie die Funktion übernommen:
Durch seine Erkrankung Veränderungen zu verhindern,
die eigentlich nötig wären!
Damit sich wieder jeder SEINEN Themen widmen kann!

Nur würde das darauf hinauslaufen:
Dass ein Zusammenleben in dieser Form nicht mehr möglich wäre.
Er nimmt sein Leid auf sich,
um euch das Leid unliebsamer Entscheidungen abzunehmen!
 
Das ist eine schwere Last für seine junge Seele!
Wie kann er so je genesen?

U. Margit fragt, ob es eine Ahnenlast in der Familie gibt,
die es aufzulösen gilt?

G. Ja natürlich: Die sich “aufopfernde Frau”!
Nur sie hat “Ehre” zu erwarten! 
Zum Ausgleich dafür straft sie jeden, der ihr dies abverlangt!
Die Frau hat Mann und Kindern ihre eigenen Wünsche,
Hoffnungen, Ideale, Kräfte und Potenziale zu opfern!

Margit hört auf, Margit zu sein, sie wird Mami.
Margit hört auf, Margit zu sein, sie wird Frau.
Frag nach deiner Urgroßmutter! 
Frag, was sie aufgab, was deine Großmutter aufgab!
Was deine Mutter aufgab!
Sie alle: ihr SELBST!

Dir macht das Angst!
Du spürst in dir schon den Beginn IHRER Wut!
Du spürst, so sehr du dich auch bemühst: 
der große Zorn der Ahninnen beginnt zu wachsen!

Das sind nicht deine Mauern, liebe Margit! 
Reiß sie nieder! 
Das sind nicht deine Werte, gebe sie ab!

U. Margit fragt weiter, ob es am Haus liegt?
Das unter Bedingungen vererbt wurde,
die in der jetzigen Situation nicht mehr erfüllbar sind.

G. Eine solche Erb-Bedingung ist nichts weiter:
Als Bedingungen zu schaffen,
das AUFOPFERN als Gesetz der Frauen zu zementieren!
Keiner Frau wurde je dafür gedankt!
Ihre Selbstopferung ist selbstverständlich
und du bist darin eingebunden.

Margit: Irgend wann muss sich eine Frau dagegen wehren!
Sonst wird das Opfer immer größer,
bis es auch noch dem Letzten klar ist,
dass dieses Gesetz Leben zerstört!

Dieses Gesetz hat am Anfang Leben erhalten!
Und die es tat, ist aller Ehre wert,
denn sie hat sich selbst hingegeben!

Aber sie bekommt keine Ehre ihrer Nachfahren, die sagen:
Es ist selbstverständlich, ich kann das auch ganz leicht!
Ehre die, die es taten, aber gehe selbst DEINEN Werten nach!
Bring neue Werte ins System.

U. Margit schreibt:
Du weißt um ihre außereheliche Beziehung zu Klaus.
Ein Auf und Ab mit Kontakt und Kontakt-Pausen.
Warum kommen wir nicht zusammen und nicht voneinander los?

G. Liebe Margit, zusammen kommt ihr nicht,
weil es bedeuten würde: 
Dass Trennungen und Anstrengungen erforderlich würden,
die ihr beide nicht als Preis eurer Liebe zu zahlen bereit seid.

Und von einander los kommt ihr nicht, weil ihr beide fürchtet,
dann gar keine Hoffnung mehr darauf zu haben,
eine Glück spendende Beziehung zu genießen! 
So seid ihr einander zwei Versicherungen!

Die erste Versicherung ist:
Trotz meiner Sehnsucht danach, Liebe zu erleben,
wird es keine Veränderung meiner Lebensumstände geben.

Und die zweite Versicherung ist:
Obwohl meine Sehnsucht nach gelebter Liebe unerfüllbar scheint,
bekomme ich hin und wieder gerade genug davon,
um weiter so leben zu können.

U. Möchtest du ihr noch etwas sagen?

G. Margit, ich weiß darum, dass meine Worte kein Spiel sind.
Aber ich habe den Mut, an deinen Kampfgeist zu appellieren.
Ich habe den Mut, mit einer erwachsenen Seele
erwachsen zu reden!

Denke gründlich darüber nach, welchen Preis du bereit bist,
zu bezahlen!
IMMER! zahlt der Mensch, ob er handelt oder nicht!

Und immer zahlen auch die Menschen, die mit ihm zu tun haben,
ob er ihnen jeden Wunsch erfüllt oder nicht.

Mein Fürst hier zahlte auch für sein Verhalten.
Mit jedem Menschen, den er ins Labyrinth schickte
und der dort demütig wurde, verlor er mehr und mehr die Achtung
vor der Entscheidungsfreiheit jedes Menschen:
seinen EIGENEN Weg zu gehen.

So wurde er immer tyrannischer und verlangte immer mehr
von seinen Mitmenschen!

Sein Preis war Einsamkeit des Herzens! 
Ein demütigender Mensch wird weder geliebt noch geachtet!
Ein hoher Preis!

Erst jener, der dieses Muster durchbrach,
konnte sich wirklich zu ihm bekennen,
stand ihm tatsächlich bei und war ihm Kraft, Rat und Trost!
Denn seine Nähe zu ihm war freiwilliger Natur.

Margit, was wir gezwungenermaßen tun, hat immer Folgen!
Nicht nur für uns!
Sondern auch für jene, die das von uns verlangen!

Denk darüber nach und versuche, zu verstehen:
Was es dir WIRKLICH wert ist, ein Opfer zu bringen!
Denn dann kannst du Selbstwert
und Selbstbewusstsein aus deinem Opfer ziehen.

Da, wo du es nicht kannst, meide ein Opfer!
Denn solche Opfer bringen nur noch mehr Leid
für dich und Andere.

Und nun ruh dich aus, Margit!
Sammle erst einmal wieder Kraft.
Noch ist nicht die Zeit, zu handeln, sondern zu ruhen.
Dann kommt die Zeit, zu beobachten, ob meine Worte wahr sind.

Und dann erst kommt die Zeit,
den eigenen Werten auf die Spur zu kommen.
Erst dann ist die Zeit, zu handeln!

Geh und sammle Kraft!
Nimm sie aus dem Duft der Rosen,
nimm sie aus dem Anblick der Sterne.
Die Rose schenkt dir ihren Duft,
ohne dass du ihr etwas opfern musstest.

Und die Sterne schenken dir ihre Schönheit,
ohne dass du ihre Erwartungen erfüllt hast.

Nimm all das bewusster in dir auf!
Schau auf das, was dir gegeben ist!

Du kannst Schönheit sehen,
du kannst das Leben spüren mit seinem Duft und Klang
und du kannst immer noch lieben!
Dir mag es selbstverständlich sein, aber das ist nicht so!

Nimm alles das und stärke dich daran!
Komm zur Ruhe und dann beginne:
Prioritäten zu setzen,
Ziele zu finden, die sich an deinen Werten orientieren!

Jetzt aber: Zuerst wünsche ich dir die Kraft,
zur Ruhe zu kommen!
Und wenn es auch nur eine vorübergehende Ruhe sein kann.
Deine Gesche!