Tier

Elia – Medialität: Wenn Bilder lebendig werden.

Wenn Bilder lebendig werden.
Aber was ich dann immer sehe, ist:
Dass meine Katze mir immer von dem Bild
mit den Augen so zuzwinkert,
als wenn sie versteht und bei mir ist.
Elia

Zu Gast ist Martha.

Elia: Willkommen, liebe Freunde.

Hajo und Martha: Willkommen, Elia.

Elia: Dein Geist ist unruhig wie dein Herz.
Diese Zeit muss sein!

Ich hoffe, dass es uns gelingt,
dir dennoch Freude an deiner Gabe zu vermitteln.

Ohne Freude, Martha,
wird es nicht gehen.

Ohne das Bewusstsein dafür,
einen besonderen Segen in sich zu tragen, wird es nicht gehen.
Freude darüber, dass du Dinge siehst und wahrnimmst,
für die andere Menschen mitunter alles geben würden.

Das Geschenk sehen statt der Last!
Ich hoffe, dass es uns gelingt.

Stell mir bitte deine erste Frage.

Martha: Ich hatte das grad schon mit Uta besprochen.
Ich habe ja oben auch mein kleines Zimmer
in meinem Haus eingerichtet, wo auch der Heinz in der Mitte sitzt
und rechts davon sitzt meine Lucy,
mein Begleiter und jetzt ist auch Max daneben.
Und wenn ich dann immer so Kummer und Sorgen habe,
dann gehe ich nach oben und rede mit Beiden,
ohne jetzt unbedingt eine Antwort haben zu wollen.
Aber was ich dann immer sehe, ist
– und ich hoffe, ich bilde mir das nicht ein –
dass Lucy mir immer von dem Bild mit den Augen so zuzwinkert,
als wenn sie versteht und bei mir ist.

E: Nichts wirst du dir einbilden.
Aber ich schlage dir einen Test vor.

M: Okay.

E: Stell Lucy eine ungehörige Frage.
Eine, über die sie sich ärgert.
Freundliches Zwinkern glaubst du nicht,
vielleicht glaubst du aber Schmollen.

Verstehst du, was ich meine?

M: Hm, hm.

E: Wir sind uns im Klaren darüber, dass du Sicherheiten brauchst.
Die Sicherheiten empfindest du weniger stark,
wenn das, was du erhoffst, geschieht.
Sondern (dies ist sehr menschlich) dann,
wenn das geschieht, was du nicht erwartest.

M: Hm.

E: Du siehst, du spürst und du weißt „Jenseitiges“.
Du nimmst es auf, aber du wertest.
Und die Wertung, die macht es dir so schwer.

M: Hm.

E: Besser wäre es,
du würdest dich auf das Aufnehmen konzentrieren:

In welcher Weise wird mir etwas gezeigt?
Was steckt hinter dem Bild, hinter dem Gefühl?
Wie könnte ich es in anderer Form übersetzen?

Denn das, was du siehst,
ist immer ein Martha-Bild mit einer Martha-Wertung.

Wenn du anfängst,
damit spielerisch umzugehen wie mit einem Wort-Rätsel,
dann wirst du vielfältiger in der Deutung
und vielfältiger darin, den Sinn zu erfassen.

Denn was immer du bekommst: Es hat etwas Sinnhaftes.
Verstehst du mich?

M: Ich verstehe schon.
Aber die Problematik ist: Wenn ich den Sinn bekomme,
muss ich doch auch anfangen, darüber nachzudenken!
Und leider beginnt da dann die Wertigkeit sicherlich.
Ich bekomme etwas und werte es.
Wenn ich es stehen lassen würde,
dann dürfte ich auch nicht darüber nachdenken.

E: Du könntest – statt zu werten – beobachten.
Ein Wissenschaftler entzieht sich der Bewertung oft Jahre lang!
Sondern er beobachtet und hält seine Beobachtungen fest, ja?

M: Hm.

E: Vielleicht hilft dir das ein wenig.

M: Hm.

E: Die Wertung an sich wirst du nie ganz ausklammern können.
Es wäre auch verkehrt!
Denn das brauchst du für deinen Alltag.
Deshalb wollen wir darüber nicht klagen, dass du jemand bist,
der sehr viel Klarheit sucht und braucht.

Aber du greifst dem Ergebnis vorweg.
Versuch, dich länger in dem Bewusstsein eines Experimentes
zu halten gerade im Umgang…

M: Entschuldigung, aber das hat ja auch was mit viel Geduld zu tun!
Und die ist bei mir ja auch nicht gerade die stärkste Seite.

E: Oh, das sehen wir anders!

M: Echt?

E: Ja. Wir sind der Ansicht, dass du sehr dauerhaft bist,
wenn du von etwas überzeugt bist
und viele Anstrengungen unternehmen kannst.
Wahre Ungeduld zeichnet sich dadurch aus:
Dass man Dinge abbricht, ehe sie zu Ende sind.

M: Ach so!

E: Das kann man von dir nicht sagen, nicht wahr?
Ja?

Ein unruhiges Gefühl zu haben, schnell zu einem Ergebnis wollen,
das ist allein noch nicht Ungeduld.

M: Hm. Dachte ich mal…

E: Ja, deine Selbstsicht, liebe Martha.

M: Nicht ganz einfach.