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Elia – Der Missbrauch von Kindern.

Der Missbrauch von Kindern.
Elia

Hajo: Uns ist in einigen Readings ein Missbrauch von Kindern
durch Familienangehörige und Fremde begegnet.

Wenn das Destruktive Kindesmissbrauch ist,
was ist dann das Konstruktive dagegen?
Was kann man Konstruktives dagegen stellen?

Elia: Ja, ganz einfach. 
Was passiert?
Was ist denn im Wesentlichen,
im Kern, was da angerichtet wird?

Hajo: Zerstörung oder Erkrankung der Seele?

Elia: Das ist zu oberflächlich!
Was wird zerstört?

Hajo: Das kindliche Vertrauen in das Leben.

Elia: In das Leben?
Nein, das Vertrauen in sich!
Dieses Kind ist in den eigenen Augen nichts wert!
Es besitzt keinen Wert, es wird benutzt und beschmutzt. 
Und es hat den Eindruck
– und das soll ja auch den Eindruck bekommen –
ausgeliefert zu sein, weil es nichts Wert ist.

Überlege dir bitte einmal den Vorgang. 
Ein so kleines Kind erfährt eine solche Beschmutzung
durch einen Erwachsenen!
Der vorgibt, es zu lieben!
Noch stärker lässt sich der eigene Un-Wert nicht erleben. 
Was also ist der Gegenpol?
Das Kind versucht ständig, diesen Gegenpol zu erreichen.

Hajo: Das ist schwer:
Es beschmutzt sich auf der einen Seite selber…

Elia: Das ist eine Seite…

Hajo: Und es versucht,
sich auf der anderen Seite sauber zu machen,
wo eigentlich nichts ist.

Elia: Nein, Hajo!
Was tut das Kind, wenn es Angst davor hat:
Dass herauskommt, dass es unwert ist?

Hajo: Es geht in eine Schauspieler-Rolle.

Elia: Ja! Und was spielt es dann?

Hajo: Nicht sich selbst, sondern andere Rollen!
Etwas, was es im Fernsehen oder im Film gesehen hat.

Elia: Ja, und was sind das für Helden, die er da spielt? 
Das sind die Coolen, das sind die Bewunderten.
Es macht sich größer, wichtiger, klüger.
Oder es versucht, unablässig zu beweisen,
dass es ungeheuren Wert besitzt:
im buchstäblichen wie im übertragenen Sinne!

Sein Sammel-Trieb,
sein Trieb, Geld zu haben,
sein Antrieb, für Größer und Erwachsener gehalten zu werden,
als es ist:
das ist das Bemühen, einen Ausgleich zu schaffen.
Den kann es aber nicht aus sich selbst heraus schaffen.

Sondern es bedarf der Bestätigung seines Selbstwertes.
Und das ist der Grund!
Das ist der Grund, warum ich riet,
eine andere Schulform für diese Kinder zu wählen.
Ob das nun die Rudolf-Steiner-Linie mit der Waldorfschule ist
oder eine Andere, ist unerheblich.
Es geht nur darum,
dass es eben nicht seinen Wert
aufgrund bestimmter Leistungen erlebt,
sondern seinen Wert aufgrund seines Seins erlebt!
Das ist bei ihm zerstört worden!

Es hält sich, so, wie es ist, für unwert!
Und das tun alle missbrauchten Kinder. 
Und das ist der Grund, warum sie später als Erwachsene
entweder schwer depressiv sind
und wie die kleinen Mäuslein durchs Leben huschen!
Oder im Gegenteil sich aufblasen ohne Ende.

Also der Gegenpol zum Kindesmissbrauch ist:
Diesen Kindern ihren eigenen Lebenswert wieder zu geben!
Das ist die einzige Heilungschance!

Was die Frau an dem Abend gemacht hat und gesagt hat:
„Gutes Kind, du bist ein gutes Kind…“
war so eine Gegenmaßnahme.
Und zwar unabhängig von einer Leistung.
Ihr könnt ein solches Kind loben für gute Leistungen,
das ist wunderbar!
Aber das ist nicht, was es braucht!

Was es braucht, ist: Dankbarkeit dafür, dass es ist! 
Dass muss es erleben!
Das Kind erlebt immer noch und natürlich,
dass es eine Last ist.
Ist es auch!

Je mehr aber die Eltern in der Lage sind
und sich bewusst macht, dass es für sie ein Geschenk ist,
einfach, weil es da ist, umso stabiler wird es wieder.

Und das ist ihm schon bewusst,
sonst hätte es den Eltern das alles doch gar nicht gesagt!
Es dämmert ihm schon, dass da mehr ist in ihnen.

Hajo: Aber können wir denn zum Beispiel Menschen dabei helfen?
Es ist ja in den Familien-Clans drin geblieben:
Dieser Missbrauch, wo die Menschen das gar nicht akzeptieren
und annehmen wollen, dass da ein Kindesmissbrauch geschehen ist.

Elia: Ich denke, Hajo,
ihr wisst es schon beide in eurem Herzen,
wen und was ihr fördern werdet.

Hajo: Das wundert mich!
Ich kann mir nicht vorstellen,
wie man solchen Menschen fördern kann,
wo wir doch nicht deren Eltern sind.

Elia: Ja, Hajo!
Ihr werdet auch diese Eltern fördern.

Hajo: Ach so.

Elia: Das ist gar nicht zu trennen.
Sondern diese Mütter, die es betrifft, brauchen auch Fürsorge.
Aber das ist etwas, was sich erst in einigen Jahren abzeichnet.
Zur Zeit ist es nicht euer vordergründiges Anliegen,
aber ihr werdet Schritt für Schritt vorbereitet.
Nicht nur ihr!
Sondern ihr werdet diese Arbeit nicht allein machen.
Es werden Andere dazu stoßen
und daraus entwickelt sich, was sich entwickeln soll.

Es ist thematisch für diese Zeit sehr wichtig,
dass dies geschieht, denn:
Zwar hat es immer Missbrauch gegeben, sehr viel sogar,
aber es hat nicht diese Kinder gegeben.
Das ist der Unterschied.

Wir haben hier die Situation, dass Kinder auf die Welt kommen
mit großen, spirituellen Fähigkeiten,
die dann aber einem solchen Missbrauch anheim liegen.
Dies wirft eine Verschärfung der Problematik auf.

Denn diese Kinder werden, wenn sie erwachsen sind,
weiterhin ihre starken spirituellen Fähigkeiten haben.
Und das wird nicht einfach sein. 
In ihnen ist Selbsthass, aber auch Hass!
Und da kommen wir wieder zu Gut und Böse.

Eure vordergründige Aufgabe:
Bitte, Hajo, denk nicht so weit nach vorne!
Löse bitte das, was anliegt!
Und aus jeder gelösten Position entsteht euch eine neue Erkenntnis.

Und ihr werdet in einigen Jahren
in der Gesamtschau sehr deutlich sehen,
was es damit auf sich hat.

Was dieses Kind angeht, ist es wirklich wichtig
– und das wird es über viele Jahre bleiben, täuscht euch da nicht –
ihm quasi mit Worten und Taten immer wieder zu sagen:
Du bist gutes Kind.