Weißt du es immer noch nicht? Gott bist du gut genug!

Weißt du es immer noch nicht? Gott bist du gut genug!
Warum dir nicht? Weil du es besser weißt als er?
Es gibt viele „Götter“!
So viele Gesichter kann die Gottesvorstellung annehmen.
Du suchst immer noch außen, Lothar.
Du wirst ihn außen nicht finden.
Finde seinen Teil IN DIR! Oder du gehst in die Irre.
Fang damit an, DICH zu sehen, wie du bist!
Und betrachte das Wunder, dass Gott dich sieht, wie du BIST und dich dennoch liebt.
Übernimm die Verpflichtung, die darin liegt:
Nimm deine Wahrheit an, Lothar.
Nimm es hin: Du bist, wie du bist, einfach nur ein Mensch.
Und damit bist du Gott genug.
Er erwartet von seinen Kindern keine Vollkommenheit, aber er hofft, dass sie seinen Wachstumsimpulsen folgen.
Dabei ist er von großer Zuversicht und Geduld.
Du willst heilig sein? Dann gibt es nur einen Weg.
Erkenne, wer du bist: Nur ein Mensch von vielen!
Schutzengelkontakt

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide von Lothar zu verbinden.
Lothar bittet um diesen Kontakt.

Ich stehe auf einer Anhöhe: um mich herum eine karge, wüstenartige Landschaft, schroffe Felsen, steiniges Tal.

Etwas weiter entfernt liegt unter mir eine Art Oase.
Dort sehe ich einige Gebäude, auch kleinere Bäume und Büsche und wenige Felder, die sich bis an den Rand der fruchtlose Wüste hinziehen.
Hier oben wachsen vereinzelt dornige Büsche und einige Stellen sind etwas bewachsen mit einer Art Gras, das allerdings hart wie Holz aussieht.
Ich höre Ziegen, ohne sie sehen zu können.

Guide: Willkommen im Tal der Seligen…
Es ist eine fröhliche, männliche Stimme, allerdings sehe ich nirgendwo den Mann, der so zu mir spricht.
Bis er plötzlich direkt unter mir erscheint…
Ich habe nicht gesehen, dass unmittelbar unter der Kante der Anhöhe ein Weg vor mir liegt.
Den ist dieser Mann jetzt mit einem Sprung zu mir hochgekommen, was mich nicht wenig erschreckt.

Guide: Oh, erschreckt?
Nein, nein, nein… nicht erschrecken, verzeih mir, das sollte ein Scherz sein, das wollte ich nicht.
Magst du? (Er streckt mir eine frische Feige hin!)

Uta: Hm, nett von dir, danke
Bist du der Engel von Lothar?

Guide: Ja, Engel, der ungenutzte, aber hoffentlich nicht unnütze. (Er lächelt.)
Seltsam schaut er aus: sehr dunkles, langes lockiges Haar, ein kurzer Bart, braungebrannt, braune Augen, sehr ausgeprägt Züge, kantiges Kinn, ausgeprägte Nase.
Er ist mit einem grobgewebten, hellen Gewand gekleidet, das anscheinend sehr alt ist, denn es ist voller Flicken und am Saum ziemlich verschlissen.
An den Füßen trägt er eine Art Sandale, wie ich sie allerdings so noch nie gesehen habe.
Denn die Riemenbänder umschlingen nicht das nackte Bein, sondern Lappen aus Schaffell.

Guide: Oh, das! Ja, das kannst du nicht kennen. Das habe ich zum Schutz vor den Dornen getragen.
Wenn meine Brüder das sehen, werden sie mich rügen!

Uta: Deine Brüder?

Guide: Hm, hm… wir waren Essener, kennst du die? Hast du davon schon gehört?

Uta: Ja.

Guide: Die Brüder wollten nicht, dass ich mir das Fell umwickele.
Es ist edel und weise, den Schmerz, den Gott uns schenkt, zu tragen, so glaubten sie.
Sich vor solchem Schmerz zu schützen, zeigt, dass ich noch nicht genug Liebe habe, so sagten sie.

Uta: Und trotzdem wickelst du dir die Felle um die Beine?

Guide: Das habe ich getan, ja.
Ich war kein guter Essener, wie Lothar damals oft zu mir sagte: Du bist ein lausiger Mann, du liebst Gott nicht genug!
Du bist meine größte Prüfung!

Uta: Deine Verbindung zu Lothar begann hier?

Guide: Ja, Brüder waren wir, echte Brüder und Brüder des Bundes, beides.
Lothar, ich möchte dir sagen: Genau das bin ich immer noch!
Ich bin dein Bruder: dein Bruder der Seele.
Heute kann ich zum ersten Mal offen mit dir reden, kann ich dir zum ersten Mal sagen: Bruder, schüttele den alten Staub von deinen Schultern!
Wach auf, Bruder, es ist Zeit, zu verstehen!
Vielleicht verstehst du, wenn ich dir von diesem Leben hier erzähle, denn vieles hast du von hier in weitere Leben getragen: Helles und Dunkles.
Das Helle ist der Wille, zu lieben.
Das Dunkle ist die Angst, nie gut genug zu sein.
Vielgerühmt werden die Essener bis heute.
Ein Mythos in deiner Zeit.
Man sagt, dass Jesus hier bei uns war, um Gott zu finden.
Er war auch da, er suchte uns, denn er spürte, dass wir Gott eifrig suchten aus ganzem Herzen.
Aber er hat nie von uns gelernt, sondern wollte uns lehren, doch er galt uns als schlechter Mann.
Denn er weigerte sich, unseren Glauben anzunehmen, dass nur strengste Gebote und die vollkommene Opferung aller irdischen Bedürfnisse uns Gott gefällig machen.
Es gab viele von uns.
Wir waren keine einheitliche Gruppe oder gehörten einer einzigen Glaubensausrichtung an.

Heute würde man sagen, dass wir „Aussteiger“ waren.
Manche stiegen komplett aus der Gesellschaft aus wie wir.
Sie zogen raus in die Wüste, bewirtschafteten kleine Oasen irgendwo im Niemandsland, andere lebten mitten in den großen Städten.
Jede Gruppe hatte ihren obersten Rabbi: Den wahren Gelehrten, der im Besitz vollkommener Weisheit war.
Jedenfalls behauptete er das und glaubten wir es.

Alle Gruppen sahen sich selbst als Einzige, die den wahren jüdischen Glauben erfüllten.
Jeder Einzelne wurde darin unterrichtet, alle Gebote Gottes zu kennen und musste sie strengstens einhalten.
Was das angeht, unterschieden wir uns nicht von den Schriftgelehrten im Land. Aber wir versuchten mehr als diese, ein Leben zu führen, das gottgefällig war.
Wir vertraten große Tugenden: Gastfreundschaft gegenüber Jedermann. Hilfsbereitschaft für jeden Menschen, egal welcher Herkunft er war.
Gleichheit aller Brüder, Eifer im Lernen und Handeln für Gott und absolute Friedfertigkeit.
Aber es gab auch das Dunkle: Wir lehnten alles Irdische ab.
Jeder Genuss der Sinne war uns teuflische Versuchung!

So mieden wir gewürztes Essen, alkoholische Getränke, warme Mahlzeiten, weiche Betten, angenehme Kleidung, brannten selbst in kältesten Nächten kein Feuer, um uns zu wärmen.
Wir schützten uns weder vor Regen noch Sonnenglut durch Kleidung.
Und wir versagten uns komplett der irdischen Liebe und gönnten uns keine Ruhezeiten außer zum Gebet und zur Meditation.
Denn wir lebten zwar in der Welt, aber diese achteten wir für NICHTS.
Freuden waren NICHTS, Frauen waren NICHTS, Schmerzen waren NICHTS.
Hatte einer Kummer, galt der NICHTS, es sei denn, es war ein Kummer über seine eigene Sündigkeit.

Kommt dir das bekannt vor?
Ja, natürlich!
Das ist das Wesen aller Sekten.
Sie stellen Regeln auf, deren Befolgung den Angehörigen irgendwie „heiliger“ machte als alle anderen Menschen.
Sowas nennt man Hochmut, lieber Lothar.

Als wir hierherkamen, da war es für uns das Paradies!
Hier fanden wir Zwei, was wir immer vermisst hatten: Gemeinschaft und Respekt.
Man nahm uns herzlich auf, wir fühlten uns wohl: zuhause eben, einfach zuhause. Endlich!

Wir waren so jung: Ich war 14 und du 16 Jahre alt, als wir hierherkamen. Unsere Mutter war gestorben, sie war – ich sag es nicht gern, aber es war die Wahrheit – eine Hure, eine, die absolute Verachtung aller anderen Menschen in der Stadt zu leiden hatte.
Aber sie war unsere Mutter.
Unsere Väter? Die kannten wir nicht.
Wir kannten den, der sie „beschützte“: Der schlug uns, der jagte uns zu Diebestouren raus.
Aber sonst?

Doch, wir hatten trotz allem zwei große Schätze: Wir hatten einander, es war eine ganz tiefe, tiefe Liebe zwischen mir und dir.
Und wir hatten Mutters Liebe.
Sie war eine Hure, eine Trinkerin, sie war manchmal völlig verrückt, sie schlug uns, sie umarmte uns…
Aber immer, was immer sie auch tat, wir spürten: Sie liebt uns.
Eines Tages hatte sie keine Kraft mehr, ihr schreckliches Leben auszuhalten: Sie brachte sich um.
Das war schlimm, ganz furchtbar für uns!

Ich war der Jüngere und du hast mich angesehen, hast geweint und gesagt: Samuel, so geht es nicht weiter, wir gehen irgendwo anders hin.
Da, wo uns keiner kennt, irgendwo muss es besser sein als hier.
Irgendwo muss es Liebe geben für dich und für mich.

Du musst wissen, um dich heute als Lothar verstehen zu können: Nichts, nichts, nichts sucht deine Seele so sehr wie Liebe!
Hier hast du alles getan, damit Mutter dich liebt, damit ich dich liebe. Wirklich ALLES!
Ich werde dir jetzt nicht sagen, was das beinhaltet, es wäre zu schwer zu tragen für dich.
Hier schon: In unserer Kindheit hast du fest geglaubt, dass man dafür, dass man geliebt wird, Opfer bringen muss.
Und glaub mir: Diese deine Opfer waren unmenschlich.

Auch Mutter nahm unmenschlich harte Opfer von dir wie selbstverständlich an, auch ich als dein jüngerer Bruder.
Hätte Mutter wissen können, dass sie von dir viel mehr nahm, als sie zurückgab?
Nein, sie selbst kannte das nicht anders, sie selbst wurde ein Leben lang ausgebeutet.
Hätte ich es wissen können?
Nein, ich habe in dir immer den starken Bruder gesehen und nie, dass auch du noch ein schutzbedürftiges Kind warst!
Das hat diese Idee der Selbstopferung in dir verfestigt, ist dein tiefer Glaube geworden: Für Liebe und Anerkennung bringe ich jedes Opfer!

Kein Wunder also, dass wir letztlich da unten bei den Brüdern gelandet sind.
Denn genau diese Haltung lebten sie täglich: Opfere Gott all deine irdischen Wünsche und Bedürfnisse und er wird es dir mit Liebe im Jenseits belohnen!
Lothar, was ist das, wenn einer vom anderen ALLES verlangt?

Was ist das, wenn er sagt: Ich liebe dich, aber du musst mir dafür alles geben!
Das ist doch gar keine Liebe, das ist ein Handel!
Obendrein einer, der extrem unfair ist!

Liebe? Liebe handelt nicht, die wiegt nicht ab.
Die ist einfach da und fließt. Liebe stellt keine Bedingungen, die den anderen verletzt oder schwächt.

So soll Gott lieben? So überfordernd?
So blind für die Grenzen der menschlichen Belastbarkeit soll er sein?
Für dich anscheinend schon.
So groß wie deine Sehnsucht nach Mutters Liebe war, so groß wie deine Trauer darüber war, dass du deinen Vater nie kanntest, so groß war deine Bereitschaft, alles für Liebe und Geborgenheit zu opfern.
Nur hast du keine Mutter mehr erwartet und keinen Vater.
Beides war dir nun Gott und die Gemeinschaft der Brüder.
Ein Ersatz also!

Nichts weiter als der Ersatz für das, was du als Kind nie genug bekommen hast.
Liebe, auf die du dich jederzeit verlassen kannst!
Geborgenheit, die dir unter allen Umständen Schutz gibt!
Auf Mutters Liebe war kein Verlass!
Je nach dem, was sie gerade umtrieb, schwankte ihr Verhalten dir gegenüber zwischen Zuneigung und Ablehnung, zwischen Zärtlichkeit und Grausamkeit, zwischen Fürsorge und Vernachlässigung.

WAS FÜR EIN SCHMERZ war das deiner Seele!
Nie war jemand da, auf den du dich verlassen konntest.
Und das Schlimmste war, dass sie ihre Unzulänglichkeit als Mutter niemals zugab. IMMER gab sie dir die Schuld für ihr Fehlverhalten.

Ja, Lothar, das alles ist dir irgendwie vertraut, nicht wahr?
Ich muss noch über etwas anderes mit dir reden.
Ich denke, deinen unstillbaren Hunger nach zuverlässiger Liebe und Geborgenheit hast du jetzt verstanden?
Dann muss ich dir jetzt sagen, es gibt da noch etwas: deine Wut!
Wie alle Kinder hast du dich verglichen mit anderen Kindern: Warum habe ausgerechnet ich so ein Leben?
Und weil Kinder ganz klar in ihrem Urteil sind, hast du erkannt, dass dein Leben ungerecht war.
Es war nicht gerecht, dass es dir (und mir) so viel schlechter ging als anderen!

Allerdings: Hättest du diesen Gedanken weiterverfolgt, dann hättest du auf Mutter wütend sein müssen, sehr wütend, gefährlich wütend.
Dafür hast du sie viel zu sehr geliebt. Stattdessen wurdest du wütend auf dich!
Auf deine Bedürfnisse, auf deinen Körper, der so oft zu schwach war, um dich zu schützen.

Du hast die Liebe zu deinem Selbst verloren, Lothar.
Du stelltest Bedingungen: Nur wenn ich… dann bin ich liebenswert.
Mir zum Nutzen als der Kleine, der zu dir aufschaut, Mutter zum Nutzen.
Und letztlich hier – der „Sekte“ zum Nutzen – hast du dich nicht mehr geliebt.
Deshalb wurdest du gnadenlos: Zuerst dir selbst gegenüber, aber dann auch anderen gegenüber.

Du wurdest irgendwann der Rabbi hier. Du hast dir eisern großes Wissen angeeignet über die Gesetze des Gottes, an den wir glaubten.
Und du hast deinen ganzen Tag der Erfüllung aller spirituellen Auflagen gewidmet, hast weder deine Gefühle geachtet noch die Bedürfnisse deines Körpers.
Du wurdest hart zu dir und in der Folge im gleichen Maß hart zu jedem Bruder der Gemeinschaft.
Wer sich selbst opfert, der erwartet das auch von seinen Mitmenschen!
Wer seine individuellen Bedürfnisse nicht achtet, achtet auch nicht die seiner Mitmenschen und hält doch beides für „Liebe“.

Dabei: Es ist gar keine Liebe, es ist nichts weiter als ein unfairer Deal.
Als Jesus zu uns kam, wussten wir nicht um seine Bedeutung.
Er war einer von vielen Gästen.
Als er ging, war der Grund, dass er diesen „Deal“ mit Gott, den wir versuchten, durchschaute.
Da hast du dich gefreut und ich habe geweint.
Lothar: Und dieses Leben hier, das hat bis heute Wirkung auf deine Seele.

Was suchst du?
Immer noch: zuverlässige Liebe.
Immer noch nicht: bedingungslose Liebe.
Immer noch: Gerechtigkeit.
Immer noch nicht: Erbarmen.
Immer noch: den Schutz „Gottes“.
Immer noch nicht: Gottvertrauen.
Deal, Deal, Deal…
Gott ein Jahrmarktshändler?
Wie soll man da nicht wütend sein?
Weißt du es immer noch nicht? Gott bist du gut genug!
Warum dir nicht? Weil du es besser weißt als er?

Es gibt viele „Götter“!
So viele Gesichter kann die Gottesvorstellung annehmen.
Du suchst immer noch außen, Lothar. Du wirst ihn außen nicht finden.

Finde seinen Teil IN DIR! Oder du gehst in die Irre.
Fang damit an, DICH zu sehen, wie du bist!
Und betrachte das Wunder, dass Gott dich sieht, wie du BIST und dich dennoch liebt.
Übernimm die Verpflichtung, die darin liegt: Nimm deine Wahrheit an, Lothar.
Nimm es hin: Du bist, wie du bist, einfach nur ein Mensch. Und damit bist du Gott genug.
Er erwartet von seinen Kindern keine Vollkommenheit, aber er hofft, dass sie seinen Wachstumsimpulsen folgen. Dabei ist er von großer Zuversicht und Geduld.

Du willst heilig sein? Dann gibt es nur einen Weg.
Erkenne, wer du bist: Nur ein Mensch von vielen!
Kennst du dich? Aber nein, keiner kennt sich!
Vom ersten bis zum letzten Atemzug dient dir das Leben im Irdischen, dich kennenzulernen.
Übe Achtsamkeit auf deine Stärken und unterstütze diese!
Übe Achtsamkeit auf deine Schwächen und überlass ihnen nicht die Macht, dein Leben oder gar das anderer zu dominieren.
Mehr ist nicht nötig.

Alles, was darüber hinaus geht, ist Eitelkeit! Eine Eitelkeit, die nichts weiter ist als der Versuch, der Angst, „nie gut genug zu sein“, zu entkommen.
Menschen sind unterschiedlich weit auf dem Weg der Selbstentfaltung.
Der unbewusste Mensch ist voller Eitelkeit und Ängsten, er ist verwirrbar, er ist nicht bereit, darauf zu sehen, WIE SEHR Gott ihn liebt.
Warum nicht? Weil er dann andere nicht mehr verurteilen kann!

Wer nicht bescheiden wird, der wächst nicht, der bleibt in seiner Entfaltung stehen.
Was aber ist Bescheidenheit? Dass man sich für NICHTS hält?
Dass man seine ureigensten Bedürfnisse nicht achtet?
Das ist keine Bescheidenheit, das ist die Verachtung der Wahrheit, dass jeder Mensch Großes und Kleines in sich trägt.

Bescheiden ist der, der seinen Platz in der Schöpfung annimmt, wie er in Wahrheit ist. Und nicht versucht, andere zu überstrahlen, aber auch nicht sich zu verabscheuen.
Der weder zu gering noch zu hoch von sich hält.
Einer, der akzeptiert, was wirklich wahr ist: Ich bin ein Kind Gottes, das jeden Tag und von einem Leben zum anderen weiter und weiter und weiter wächst.

Jeder Mensch ist so auf dem Weg!
Und am Ende aller Entfaltung werden wir alle verstehen, dass nicht eine einzige Seele da ist, um ABSOLUT vollkommen zu sein. Sondern dass wir alle füreinander die Ergänzung sind und die Ergänzung zur ganzen Menschheit Gott ist.
Der Weg wahrer Bescheidenheit setzt deine besten Kräfte frei.
Ganz automatisch! Dazu brauchst du dich nicht mit Ritualen quälen oder dich opfern.

Der Weg ist ein Weg der Freude! Alles, was aus dieser Bescheidenheit herauskommt, ist leicht und freundlich und wie selbstverständlich.
Schau darauf, ob ein Mensch, der sich als dein Lehrer ausgibt, diese Bescheidenheit SUCHT (es gibt kaum jemanden, der sie schon hat).
Sucht er nicht, wie kann es dein Lehrer sein?
Mehr kann ich dir einstweilen nicht sagen, Lothar.

Du kannst die Verantwortung für dein Wachstum nicht anderen geben, es ist DEIN Weg!
Du kannst der Aufgabe, dich endlich mit Barmherzigkeit (nicht mit Nachlässigkeit!) zu lieben, nicht auf die Schultern anderer legen.
Du BRAUCHST Liebe und Respekt, das ist wirklich, wirklich wahr! Und zwar so, wie du im Leben BIST.

Aber du bist es, der diese barmherzige Liebe sich selbst gegenüber auch erarbeiten muss.
Lerne, dich zu lieben, indem du dich akzeptierst als einen, der noch längst nicht fertig ist. DANN, Lothar, liebst du!
So wie du dich liebst, dann auch andere.
Dann erst siehst du, WIE GROSS Gott ist, der sich dir immer wieder und wieder zuneigt.
Und der Verständnis für deine Fehler hat und wie ein guter Vater versteht, dass er von einem Knaben nicht die Kraft eines Mannes erwarten kann.
Ihm aber hilft, seine Kräfte zu entwickeln.
Es gibt keine Liebe ohne Erbarmen und keine Gerechtigkeit ohne Geduld.

Uta: Danke, Samuel, darf ich dir jetzt Lothar Fragen stellen?

Samuel: Die Fragen, ich beantworten kann, werde ich dir zeigen.

Uta: Gut, danke.
Er fragt, welche innere Einstellung er zu der Frau einnehmen sollte, die seine Freundin war?

Samuel: Lothar, Liebe kann auch heißen, jemandem die Freiheit zu geben, wenn er die will.
Wer das nicht kann, liebt noch nicht, sondern will das Objekt seiner Liebe behalten.
Aber kein Mensch ist des Anderen Besitz, nicht wahr?
Wenn einer losgelassen wurde und dann freiwillig zurückkommt, dann wird er bleiben. Kommt er nicht von sich aus zurück, dann IST das nicht die rechte Bindung.
Du kannst die Kunst der Manipulation anwenden, aber ist das Ergebnis dann Freiwilligkeit?
Lothar fragt: Wie kann ich besser mit der Situation umgehen, dass mein Schatzi nicht mehr da ist und was sollte ich daraus lernen?
Samuel: Du kannst daraus lernen, das keines deiner Opferungen zur bleibenden Liebe führt.
Lothar, niemand kann Liebe „machen“: durch NICHTS.
Weder in sich selbst noch in einem anderen. Das ist wirklich wahr!
Lothar fragt: Wie gewinne ich Freude im Leben, wie verliere ich die Trostlosigkeit und vermeide zukünftig solche Konstellationen?
Samuel: Gar nicht, Lothar, das gehört zum Leben!
ABER! Schau dich doch um, ist WIRKLICH ALLES trostlos?
Hat dein Leben nicht stets beides? Die Möglichkeit sich zu freuen, Frieden zu haben, Hoffnung zu entfalten UND genau das Gegenteil?
Ja natürlich. Die Frage ist: Was bist du bereit, zu sehen?
Leben ist nie einseitig! Es gibt in jedem Yang den Ying Punkt, in jedem Ying den Yang Punkt.
Lerne zu sehen, dass immer BEIDES da ist!
Lothar fragt: Wieso braucht er die Hilfe medialer Menschen?
Samuel: Dagegen ließe sich nichts sagen, es ist Menschenart, einander zu ergänzen.
Aber du willst, dass sie dir die Verantwortung abnehmen, für die du dich zu geringachtest: nämlich DEIN Leben zu leben.
DICH selbst zu beurteilen und FEHLER zu machen.
Dazu habe ich dir jetzt sehr, sehr viel gesagt.
Wenn du viele Menschen nach der „Wahrheit“ fragst, bekommst du viele Antworten. Warum?
Weil die sich alle letztlich irren? Nein, weil es Menschen sind!
Und nicht ein einziger Mensch kann dir abnehmen, DEINE Wahrheit zu definieren. Nicht einer!
Soviel du auch fragst: Du bist wie jeder aufgerufen, die Wahrheit deines Selbstes zu erspüren.
Nur Gott hat die alles umfassende Wahrheit, nicht ein Mensch kann sie erfassen.
Der Blick der Anderen hilft dir, deine Perspektive zu erweitern.
Wenn allerdings ein Mensch behauptet, dir deinen eigenen Wahrheitsweg abnehmen zu können, ist er ein eitler Lügner. Solche Menschen meide.
Andererseits: Wenn du einem zumutest, dass er FÜR DICH herauszufinden hat, was deiner Seele wahr ist, wird dich jeder meiden, der tatsächlich hilfreich wäre. Hüte dich auch davor.
Lothar fragt: Wie kann ich meinen spirituellen Weg noch bewusster gehen, um meine spirituellen Fähigkeiten auszubilden, um mich weiter und höher zu entwickeln, z.B. Personen, Fortbildungen, Wohnort usw.
Samuel: Lothar, warum willst du denn SPIRITUELLER sein?
Damit du „Gottesliebe“ bekommst?
Bist du dir nicht genug? Dann kannst du machen, was du willst: Du wirst dein Ziel nicht erreichen.
Adam und Eva wollten auch besser sein, als sie waren. DARUM verloren sie ihr Paradies.
Das wird nie aufhören, dass du dir und der Welt und Gott meinst, beweisen zu müssen, dass du wertvoll bist.
Gott verlangt solche Verbesserungsversuche nicht.
Darauf werde ich nicht antworten.
Aber auf deine nächste Frage antworte ich dir sehr gern: Welche Ziele / Lebensaufgabe sollte ich in meinem Leben verfolgen / sind angedacht, welche mich erfüllen und glücklich machen?
Samuel lächelnd: Zu lernen, welche Kraft an Erbarmen und Bescheidenheit in dir darauf warten, entfaltet zu werden. Zuerst für dein Selbst, dann für andere.
Zu lernen, dass Liebe, Respekt und Gerechtigkeit durch GAR NICHTS zu erkaufen, zu erhandeln sind.
Zu lernen, das opfern nicht bedeutet, zu lieben.
Lieben bedeutet, von dem abzugeben, von dem viel da ist, ohne sich selbst zu mindern und zu schaden und nicht sich wegzuwerfen!
Nehmen bedeutet, vom Anderen zu bekommen, was der dir aus seiner Fülle heraus überfließend schenken KANN, und nicht es zu erzwingen, zu nötigen oder einzuklagen.
Liebe fließt selbstverständlich. Diese Art der Liebe ist leicht, aber auch schlicht und ohne Eitelkeit.
Sie erkennt die eigenen Begrenzungen genauso an wie die anderer und wie die der Schöpfung.
Liebe überfordert nicht, sie fördert das Gute und mindert das Schlechte.
Zuerst in sich selbst, daraus entsteht Fülle und die Fülle fließt dann selbstverständlich dorthin, wo sie gebraucht wird.
Schau mit Mitgefühl auf die Bedürftigkeiten, die durch deine Kindheit entstanden sind. Aber lass das Bedürfnis los, beweisen zu müssen, dass du es WERT bist, zu leben.
Versuch, aufzuhören, dich glänzend zu machen!
Lass es genug sein mit dem, was natürlicherweise an dir schon leuchtend ist.
Wer zu sehr leuchten will – das hast du doch beobachtet – der blendet doch nur.
Und nun geh und hör dir zu, lerne dich kennen!
Deine Aufmerksamkeit geht dahin, dich Disziplinen zu unterwerfen.
Nun lerne, dich der befreienden Bescheidenheit zu öffnen, die dich immer und jeden Tag deines Lebens fördernd begleitet, ohne dich je zu überfordern.
Die andere ganz selbstverständlich fördert, ohne sie je zu überfordern.
Dein Samuel.