Paarseminar

Gastbeitrag – Unsere Erfahrungen beim Paarseminar.

Unsere Erfahrungen beim Paarseminar

 Ein Ehepaar berichtet

Referenz

Paar- und Sexualtherapie: haben wir so was nötig?

Da könnte ich sicher ein Dutzend Paare nennen,
die das ganz offensichtlich nötig hätten.

Aber wir doch nicht!

Wenn nicht, warum lese ich dann diese Seiten bei Uta?
Bin ich wirklich mit allem so zufrieden?

Könnte man nicht doch etwas „verbessern“,
ehe in der Beziehung – für jeden offensichtlich –
etwas nicht stimmt?

Ich sehe in Gedanken die schmunzelnden Gesichter
unserer Bekannten, wenn die von unserem Vorhaben wüssten.

Es kämen Aussagen wie: 
„Ihr habt doch 3 Kinder,
braucht man da noch Hilfe beim Sex?“ 
oder 
„Das ist doch normal,
das nach 16 Jahren Ehe keine Schmetterlinge mehr fliegen.
Erwartet ihr den zweiten Frühling oder was?“

Ja, das ist der springende Punkt:
Was erwarteten wir eigentlich von der Paar-Therapie
am Freitag bei Uta und Hajo?

Sollten wir uns wirklich mit dem Gedanken vertraut machen,
dass nach Jahren der Ehe keine Schmetterlinge mehr im Bauch fliegen?

Und das man bei einem Kuss nicht mehr Raum und Zeit vergisst?
Oder das gegenseitige Berührungen eher lästig als erregend sind?

Wenn das alles so normal ist,
was wird dann aus unserer Liebe,
wenn wir 70 oder älter sind?

Könnte ich dann immer noch aus vollem Herzen sagen,
dass ich diesen Mann sofort noch einmal heiraten würde?

Oder würde mein Mann mir dies sagen können?

Lebe ich wirklich in einem Wunschtraum? 
Vielleicht schon…

Aber allein der Gedanke,
mich ohne Kampf damit abfinden zu müssen, gefällt mir nicht und deshalb ist die Aussicht auf mein Ziel jede Mühe wert.

Ich will mit 36 Jahren noch mehr erwarten können
und zum zweiten Frühling brauche ich keinen neuen Mann,
denn ich liebe den, den ich habe.

Wir haben nur vor lauter „normal“ Leben
unsere Schmetterlinge zu weit von uns wegfliegen lassen,
also machen wir uns auf die Suche.

Den ersten Versuch startete ich,
indem ich mich meiner Frauenärztin anvertraute.

Ich hoffte auf ein Rezept, ein paar Pillen
und alles wäre so wie früher.

Diese lächelte nur und beruhigte mich mit der Aussage,
dass wir mit ca. 1-mal wöchentlich Sex im oberen Bereich
des bundesdeutschen Durchschnitts liegen würden.

Von was man nicht alles Statistiken macht!

Etwas beruhigter machte ich mich auf den Weg nach Hause.
Also alles doch normal!
Wir haben keine Therapie nötig!
Also ruhig weiter wie bisher.

Aber warum konnte mich ihre Aussage
trotzdem noch nicht beruhigen?
Etwas neidisch beobachte ich die frisch verliebten Paare
in meinem Umfeld.

Kann man nach 16 Jahren Ehe und mit 3 Kindern
nicht trotzdem noch solche Gefühle füreinander haben?

Ich möchte diese 16 Jahre nicht missen,
denn diese Zeit hat auch sehr schöne Gefühle gebracht.
Aus Verliebtheit wurde Liebe und tiefes Vertrauen.
Gefühle, die erst die gemeinsame Zeit bringen kann.

Doch leider bringt die Zeit auch Routine
für die Liebe und die Gefühle
und sie sind dadurch nicht mehr so offensichtlich,
so wunderbar spürbar. 
Und mancher kommt dadurch auf den Gedanken,
diese Gefühle wären ganz verschwunden.

Doch ich habe Hoffnung, dass wir sie wieder finden können
und sie dann wieder in unserem Alltag spüren und erkennen.

Denn um wie viel Glück hätten wir unser Leben gebracht,
würden wir es nicht wenigstens probieren!

Also, mein Entschluss stand fest!
Doch wie mache ich das meinem Mann klar?

Um diesen Teil kurz zu machen:
Die Aussicht,
nach Abschluss dieses Therapie-Freitags bei Uta und Hajo
die Statistik meiner Frauenärztin durcheinander zu bringen
und in unserer Liebe noch mal etwas
von der früheren „Verspieltheit“ zurückzubringen,
waren auch für meinen Mann Grund genug,
dem Vorhaben zuzustimmen.

Wir hatten nichts zu verlieren,
sondern nur viel zu gewinnen…

Wenn man es genau nimmt, hatten nicht nur wir zu gewinnen,
sondern auch unsere Kinder und unsere Freunde und Familie.
Jeder könnte sehen, dass es auch anders geht
und dass es sich zu kämpfen lohnt,
auch schon, ehe die Probleme für jeden sichtbar sind.
Man muss doch nicht warten, bis die Gefühle,
die man als junges Paar hatte,
selbst in Erinnerungen nicht mehr zu finden sind
und man dann meint,
man könnte diese nur durch einen neuen Partner wieder finden.

Liebevolle Gefühle füreinander, achten, bewahren
und dafür kämpfen.
Ja, das wollten wir!
Also auf nach Taufkirchen.
Mein Mann war auf der Fahrt ungewöhnlich nervös.
Ich dachte an meine erste Fahrt nach Taufkirchen zurück
und musste innerlich schmunzeln.

Wenn er Uta und Hajo erst mal persönlich kennen lernen würde,
wäre schnell alle Angst vergessen, da war ich mir sicher.

Denn mir war es bei meinem ersten Seminar über Medialität
ähnlich ergangen.

Wie erwartet, war unser Wiedersehen herzlich
und auch mein Mann fühlte sich schon nach ein paar Minuten
wie bei alten Freunden und alle Anspannung war verflogen.

Wir plauderten ein wenig, bezogen unsere Zimmer,
aßen zu Abend und dann ging’s los:

Unser Gespräch mit Elia.
Elia wartete auf meine erste Frage!
Oh je, schluck…
Also, unser, also, mein Problem…
(So ein Mist, Elia ist doch ein Engel,
er kann doch meine Gedanken lesen.
Er weiß doch genau, warum wir hier sind.
Muss er es uns denn jetzt doch so schwer machen??!)

Also Elia es geht um…
Mein Problem ist…
Ich liebe meinen Mann,
aber habe keine Lust mehr am Sex!!!
Puh, jetzt ist es raus!!!
War gar nicht so schlimm.
(Statistisch gesehen ja ganz normal!!!)

Elias Antwort sehr einleuchtend:
Natürlich hatte ich Freude am Sex mit meinem Mann.
(Hatte ich????!!!!! Na, wenn Elia das sagt…)
Denn sonst müssten wir einen Weg finden,
als Bruder und Schwester zusammen zu leben.
(Hurra, es war also noch nichts verloren!)
Doch wo sollte ich diese Freude wieder finden?
Warum hatte ich sie überhaupt verloren???

Elias Erklärungen dazu sehr interessant und vor allem sehr logisch 
(wenn man diese erst einmal aufgezeigt bekam).

Alles ganz klar und eigentlich offensichtlich,
doch man lebt an so vielem vorbei,
verdrängt manches und nimmt viel als zu selbstverständlich.

Man lässt sich gehen und tröstet sich,
dass das ja bei allen Anderen auch so ist.
Eine Frage berührte uns doch sehr…
Elia bat mich, dass ich uns ihm vorstellen soll.
Er wollte uns kennen lernen.

Ich erklärte ihm, ich heiße Andrea,
bin die Frau von Michael, bin die Tochter von Klaus und Else
und die Mutter meiner drei Kinder
und die Schwester von Bianca.

Das ist Michael, mein Ehemann,
der Vater unserer drei Kinder,
der Sohn von…

Stopp!!!
Elia sagte:
Was weiß ich nun über euch???
Ich wollte euch kennen lernen,
nicht eure Funktionen.

Was er eigentlich hören wollte war:
Ich, Andrea, liebe und hasse…
Ich habe Angst vor…
Und freue mich über…
Ich hoffe auf…
Und träume von…
Ich wünsche mir usw.

Und das alles sollte ich auch über meinen Mann sagen können.
Ich muss zugeben,
dass ich meinen Mann so nicht vorstellen konnte.
Hier und da wäre mir dazu was eingefallen,
aber ich hätte weit zurückdenken müssen:
in die Zeit unseres Kennenlernens.

Da wussten wir noch viel voneinander,
denn man hörte einander zu
und wollte sich so gut wie möglich kennen,
um festzustellen, ob man zueinander passt
und ob der Andere mit seinen Wünschen und Einstellungen
DER richtige MANN ist.
Oder auch DIE richtige FRAU ist.

Hatte man das festgestellt,
„verlangte“ jede Faser des Herzens nach mehr!!!
Man wollte Sex mit DEM MANN
oder DER FRAU und das war schön.

Nach Jahren der Ehe entwickelt sich aber jeder Partner weiter
und Wünsche und Träume, Ängste und Hoffnungen ändern sich…

Und man hat oft vor lauter Arbeit und Funktionen
keine Zeit mehr einander täglich neu kennen zu lernen…

Und man sagt und denkt oft: „Du verstehst mich nicht!“
Man sieht in dem Anderen nur noch seine Funktionen:
Ehemann, Vater, Sohn, Bruder, Arbeitskollege, Ehefrau,
Mutter, Schwester, Tochter…

Da bleibt wenig Lust, mit einer Funktion Sex zu haben.
Dass diese Funktion einmal DER MANN und DIE FRAU waren,
das ist ja soooo lange her.

Aber das ist sooooo wichtig,
sich das immer wieder vor Augen zu halten.

Wir hatten doch mal so viele gemeinsame Träume.
Hochzeit: geschafft
Haus: geschafft
Kinder: geschafft
Hund: geschafft

Gemeinsam alt werden
und verliebt wie am ersten Tag im Schaukelstuhl sitzen
und dabei auf unsere Enkelkinder aufpassen.

Bis dahin ist noch etwas Zeit, aber ich hoffe sehr,
dass sich auch dieser gemeinsame Traum noch erfüllt.

Bis dahin müssen wir uns noch einige gemeinsame Träume schaffen
und uns des Glücks bewusst werden,
dass unsere Ehe nie langweilig wird,
wenn wir uns ste
ts die Zeit nehmen,
uns immer wieder neu kennen zulernen.

Funktionen dürfen nicht alles sein,
was uns noch zusammenhält!!!!

Denn wenn sich diese Funktionen eines Tages
freudig von uns verabschieden und aus dem Haus gehen,
darf unsere Welt nicht zusammenbrechen,
weil wir dann keine Gemeinsamkeiten mehr haben…

Und merken müssen, dass ein Fremder neben einem lebt.

Wir wollen dann freudig winken, sie ziehen lassen und wissen,
dass wir nun Zeit haben,
gemeinsam weiter unsere Träume-Erfüllung angehen zu können.

Elia hat uns natürlich noch
viel mehr „alltägliche“ Dinge aufgezeigt
und Zusammenhänge erklärt,
die eine Liebe mit der Zeit „töten“ können.

Aber diese alle hier zu erläutern, wäre unmöglich.

Uta und Hajo haben uns die Zusammenhänge
dann später noch mal ausführlich erklärt
und uns nach Einzelgesprächen
dann in einem Rollenspiel unsere Ehe von „Außen“ erklärt.

Auch dieser Teil des Partner-Seminars
war sehr wertvoll und lehrreich für uns.

Auch die Regressionen zu einigen Alltagsproblemen
waren „heftig“, aber hilfreich.

Wir verließen mit einer Menge „Arbeit“,
jeder Menge Erkenntnissen
und etwas wehmütig Uta und Hajo und Taufkirchen.

Gerne wären wir noch geblieben,
hätten noch mehr über uns und das Leben gelernt,
aber nun geht es an das Umsetzen aller guten Vorsätze.

Wir beide teilen nach diesem Seminar das Gefühl,
dass die kommende Zeit unseres Lebens
und unserer Liebe noch schöner werden kann als alles zuvor.
Denn zu unserer Liebe wie am ersten Tag
mit dem MANN und der FRAU kommt noch
das tiefe Vertrauen zueinander
und das Eins sein mit dem Anderen
durch alle erlebten Höhen und Tiefen
und durch alle Erinnerungen
der vergangen Jahre.

Ihr seht also, es gibt noch viel für uns zu tun.
Gemeinsam und auch jeder für sich.

Aber der Kampf lohnt:
Der Kampf um die „alte Liebe“,
denn das Ziel ist das schönste Glück auf Erden.

Pssst, ganz unter uns gesagt:
Nach nun 4 Wochen „Arbeit“
spür ich schon so ein Knistern in der Luft
und in manch einem Moment hab ich auch schon wieder
so was wie Schmetterlinge im Bauch.

Das alles wieder zu entdecken, ist kein Weg zu weit.
(Vor allem nicht zu euch!)