Deine Seele, Anna, hat wunderbare Gaben Gottes geerbt.

Deine Seele, Anna, hat wunderbare Gaben Gottes geerbt.

Sie ist zutiefst mitfühlend,
dabei aber sehr pragmatisch.

Sie ist freundlich.
Und wo immer sie ist und wirkt, ist sie „fördernd“.
Du hast eine Seele,
die sowohl die Gabe hat,

heilend als auch nährend zu wirken.
Um es anders auszudrücken: Du tust gut!

Aber, Anna, du bist natürlich noch nicht da,
wo du einmal sein wirst,
wenn du eine erwachsene Seele bist.

Was derzeit deiner Entwicklung
hauptsächlich im Weg steht,
sind zwei Dinge.

Deine Seele glaubt daran,
dass sie sich selbst aufzuopfern hat,

wenn andere das brauchen.
Und sie glaubt daran,
dass sie sich selbst nicht wichtig sein darf,

zumindest nicht wichtiger als andere.

Das geht so nicht weiter!

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Guide vom Anna zu verbinden.
Anna bittet um diesen Kontakt.

Ich bin in einem großen Park.
Hier sind wunderschöne, alte Bäume.

Seltsam nur: Es scheint gleichzeitig sowohl Frühling als auch Herbst zu sein.
Denn eine alte Magnolie zum Beispiel steht in voller Blütenpracht.
Gleichzeitig hat sich ein neben ihr stehender Ahorn sein buntes Blätterkleid angezogen.

Während ich noch fasziniert weitere Pflanzen ansehe, die derart im Widerspruch sind, legt mir jemand ganz sanft die Hand auf die Schulter.

„Alles wird gut…
Das ist nichts weiter als ein Moment der Verwirrung.“

Ich drehe mich zu dieser Stimme um.
Ein Mann – vielleicht Anfang 60 – nicht größer als ich, steht vor mir.
Sein graues Haar ist etwas schütter, hinter einer schmalrandigen Brille sehen mich graublaue Augen an.
Sehr sanft, sehr ernsthaft.
Daran ändert auch sein Lächeln wenig.
Er trägt unter einem Arztkittel einen altmodischen grauen Tweed-Anzug, an der Hand einen goldenen Ring.

Ohne irgendetwas Weiteres zu mir zu sagen, führt er mich zu einer Bank, die unter einer leuchtend gelb belaubten Birke steht.
Dort setzen wir uns hin.

Er sagt lange nichts und das empfinde ich als sehr angenehm.
So wortlos spüre ich seine Energie: ruhig, zuversichtliche Ruhe.
Frieden strahlt er aus und eine enorme Lebenskraft.

Es ist schön, bei ihm zu sein und eine Weile nur dem Treiben hier im Park zuzusehen.
Jetzt erst fällt mir auf, dass dieser Park offensichtlich zu einem hinter uns liegenden, altmodischen Krankenhaus gehört.
Einige der Patienten gehen gestützt durch Krankenschwestern zaghaft ihre Wege.
Andere werden im Rollstuhl geschoben.
Wieder andere scheinen völlig unversehrt, gehen aber sehr, sehr langsam und bedächtig.

Während ich mir diese Menschen hier anschaue, kommt ein kleines schwarz-weißes Kätzchen und springt dem Guide auf den Schoß.
Er streichelt das Tier. Es rollt sich ein und beginnt zu schnurren, ehe es einschläft.

Uta: Du bist der Engel von Anna?

Guide: Das bin ich, ja.
Sag ihr, ich bin mit ihr und es tut mir sehr leid, wie sehr sie ihr Leben lang kämpfen musste.
Sehr, sehr leid.

Uta: Mache ich.

Ich spüre seine Gefühle zu Ihnen, Anna: So tiefes Mitgefühl, solche sanfte, fast zärtliche Zuneigung und so viel Bedauern, dass ich es kaum in Worte fassen kann.

Uta: Es geht ihr nicht gut?

Guide: Sie hat Angst! Da geht es niemandem gut, nicht wahr?

Uta: Angst um ihre Gesundheit?

Guide: Ja. Und um die Zukunft, das vor allem.

Uta: Kannst du ihr helfen?

Guide: Vielleicht…
Vielleicht hilft ihr, was ich ihr sage.
Danke, dass du nicht gefragt hast, ob ich sie heilen kann.
Denn ich könnte nur sagen, dass ich darauf keinen direkten Einfluss habe.
Ich bin Begleiter, Unterstützer …
Nicht Gott!

Uta: Nein, nicht Gott…
Was ist der Unterschied zwischen euch: unseren Engeln und Gott?
Entschuldige die dumme Frage.

Guide: Oh, das ist keine dumme Frage.

Aber wenn du erlaubst, möchte ich mich zuerst vorstellen, damit Anna weiß, wer mit ihr durchs Leben geht.
In diesem Leben hier hieß ich Philipp. Ich war Arzt hier in diesem Sanatorium. Wir sprechen von der Zeit zwischen 1898 und 1921, das hier ist die Schweiz. Menschen aus aller Welt kamen hierher, um Heilung zu finden oder auch, um sie nicht zu finden, aber gut hinüber zu gehen.

Die Krankheit der Menschen hier war Tuberkulose.
Das war eine Krankheit, die wie ein Fluch auf allen Lebenden lag.

Jeden konnte es treffen und die Wege zur Heilung waren im Grunde ungewisse Experimente.

Es gab solche, die – obwohl es verzweifelt schlimm um sie stand – Heilung fanden.
Und es gab andere, bei denen dies nicht so war.
Trotz gleicher Methoden!

Als ich hier meine Tätigkeit anfing, war ich voller Optimismus.
Ich dachte, das einzig wahre Heilungskonzept zu kennen, weil ich vorher in einigen Fällen Erfolge erlebt hatte.
Aber mir ging es wie allen anderen.
Ich musste erkennen, dass ich nicht wusste, was heilen konnte.

Erst als Penicillin erfunden wurde und auch verbreitet vorhanden war, wurde der Weg gefunden.
Das war aber nach meiner Zeit.

Anna, ich bin dein Engel, weil wir Zwei uns hier an diesem Ort zutiefst ineinander verliebt hatten.
Du, meine Patientin, ich, dein Arzt.
Natürlich war das verboten und natürlich war das nicht „recht“.
Aber du weißt ja: Die Liebe fragt nicht nach Gesetzen.
Sie ist, was sie ist: Liebe.
Und sie bleibt, was sie war: Liebe.

So liebten wir uns eben über unseren Tod hinaus weiter.
Du bist wieder auf die Welt gekommen als Anna.
Aber vorher hast du mich gefragt, ob ich dich begleite als dein Seelenfreund, von dem du wusstest, dass ich dich unverbrüchlich liebe.
Da habe ich gerne „Ja“ gesagt.

Nun sind so viele Jahrzehnte vergangen und erst jetzt ist die Zeit reif für dich, mich kennenzulernen.
Das ist in Ordnung so.

Alles hat seine Zeit, weißt du?

Ich bin froh, dass ich jetzt in dein Bewusstsein kommen darf.
Denn ich möchte dir vieles zum Thema Krankheit sagen, was ihr heutigen Menschen nicht wisst.

Du sollst das aber unbedingt wissen, denn es gibt etwas, das ist mir ganz unerträglich.
Dass in dir selbst eine Angst ist, dass du – aus welchem Grund auch immer – mit deiner Erkrankung gestraft werden sollst.

Liebste, das DARFST du nie, nie mehr zulassen, dass solche Gedanken Macht über deine Gefühle bekommen, hörst du?

Es gibt weder Schuld noch Strafe vor Gott!

Ja, ja, das meine ich genauso, wie ich es sage!

Was es aber gibt, das sind Ursachen und ihre Wirkungen im irdischen Leben und auch im Jenseitigen.
Das ist ein Prinzip der Schöpfung, das nur sehr, sehr selten gebrochen werden kann!
Und WENN es überhaupt gebrochen wird, dann durch Gottes Kraft.
Und nicht durch menschliches Können oder Wollen.
Und auch nicht durch die Liebe der Engel.
Da müssen wir beten so wie ihr auch.

Ich will versuchen, es dir zu erklären, WARUM so selten Wunderheilungen geschehen.
Da kommt man doch ins Grübeln, nicht wahr?
Aber Millionen Menschen auf Erden sind derzeit krank und wie viele Gebete werden von ihnen und ihren Liebsten gesprochen!!!
Hört Gott nicht?

Doch, mein Schatz, er hört.
Und mehr noch: Er spürt SELBST das Leid, das ihr tragt.
Er ist nicht irgendwo da über euch und schaut auf euch herab, unermüdlich urteilend, ob ihr es ihm recht macht oder nicht.

Nein, nein, nein!
Er IST – auch jetzt in diesem Moment – IN DIR und du bist IN IHM.

In der Tat eine mächtige Kraft!

In der Tat: Diese seine Kraft kann heilen, ja.
Und das tut sie BEDINGUNGSLOS.
WENN sie es tut!
Aber OB sie es tun wird, das hängt nicht von uns ab.
Weder von Menschen, die im Leben auf Erden sind, noch von uns, euren euch liebenden Begleitern.

Da darf man sich fragen, ob Gott ungerecht ist.
Verteilt er seine Heilungskraft willkürlich?
Er gibt sie dem Einen und dem Anderen verwehrt er sie ganz nach seiner Laune?
Oder liegt es daran, ob man „richtig“ betet?
Oder ob man seiner Hilfe – aus welchen Gründen auch immer – nicht würdig wäre?
Vielleicht auch daran, ob man irgendwie falsch glaubt?

Nein, nein, nein, das ist es nicht.
Es hat einen ganz anderen Zusammenhang.

Gott ist WIRKLICH Liebe und zur Liebe gehört Erbarmen.
Er will euer Leid nicht, ganz und gar nicht.

Aber er liebt unsere Seelen so sehr, dass er, WENN die Seele eine Erfahrung mit Gesundheit oder Krankheit und dem, was damit zusammenhängt, machen muss, um in sich und aus sich heraus Kräfte und Bewusstsein zu entwickeln, die sie braucht, nicht heilt.

Über allem geht ihm, dass wir vollständig reife Seelen werden.
Er trägt den Schmerz, denn er leidet, wenn wir leiden.
Weil nichts, aber auch gar nichts jemals für uns so wundervoll und großartig sein kann wie unsere Selbstvollendung.

Und die, die wird er nicht verzögern: Um gar keinen Preis!

Solange wir leben, ist Krankheit, Leid und Tod uns teuflisch.
Es ist uns zutiefst Böses.

Das kann auch nicht anders sein!
Wäre es anders, wir würden uns nicht mehr schützen, gesund erhalten und zueinanderstehen, wenn einer, den wir lieben, krank ist.

Es würde weder Ärzte, Heiler noch Pfleger geben, wenn wir als Menschen Leiden nicht als Feind bekämpfen würden.
Es gäbe keine sozialen Regeln, keine Hilfen und Unterstützungen für die, die Leid tragen.
Dennoch ist diese Einstellung zum Leiden nicht die volle Wahrheit.

Leiden ist sehr schlimm, ja, das ist wirklich wahr!
Krankheit, Not und Tod sind wirklich, wirklich sehr, sehr schlimm.
Aber was ist die Ursache?

Der Teufel?
Nein, es gibt keinen Teufel.
Die Ursache davon ist die Tatsache, dass die Schöpfung noch NICHT fertig ist!

Sie ist auf dem Weg dahin, aber nicht fertig, nicht vollendet.

Das gilt für das Große und Allgemeine wie auch für jede einzelne Seele.

Anna, du kennst nur dich: die Anna.
Du weißt nichts von den Leben vor diesem jetzigen Leben.
Und du weißt nicht, wer und wie du bist, wenn du zwischen diesen Leben einfach nur DU bist.
Und du keinen Namen trägst, den andere dir gaben.
Wenn du nicht mit irgendwem verwandt bist, du keine Rolle zu spielen hast auf der Bühne des Lebens der anderen Menschen.

Ich weiß das, ich kenne deine Seele.
Gut ist sie, diese Seele!
Sie hat so viele Talente und Gaben und Kräfte in sich, aber fertig?
Nein.

Fertig im Sinn von ausgewachsen? Das nicht.
Es gilt noch einiges, was in die Reife zu bringen ist.
Das ist so bei dir, das ist so bei allen anderen Menschen.

Zuerst musst du etwas verstehen.
Als Jesus sagte:
„Betet mich nicht an, denn ich bin nur der erste Bruder, ihr folgt mir nach.
Es wird die Zeit kommen, da werden die Engel selbst vor euch auf die Knie gehen“.
Da meinte er das ganz ernst!

Jesus meinte es auch ernst, als er sagte:
„Ihr seid alle Gottes Kinder“!

Aus Gottes Kindern werden Gottes erwachsene Kinder!
Anna, du kannst dir in deinen kühnsten Fantasien nicht vorstellen, was das bedeutet!

Nur so viel: Die Entwicklung jedes einzelnen Menschen führt da hin, dass seine Seele einmal Gottes erwachsenes Kind ist!

Deine Seele, Anna, hat wunderbare Gaben Gottes geerbt.
Sie ist zutiefst mitfühlend, dabei aber sehr pragmatisch.
Sie ist freundlich und wo immer sie ist und wirkt, ist sie „fördernd“.
Du hast eine Seele, die sowohl die Gabe hat, heilend als auch nährend zu wirken.
Um es anders auszudrücken: Du tust gut!

Aber, Anna, du bist natürlich noch nicht da, wo du einmal sein wirst, wenn du eine erwachsene Seele bist.

Was derzeit deiner Entwicklung hauptsächlich im Weg steht, sind zwei Dinge.

Deine Seele glaubt daran, dass sie sich selbst aufzuopfern hat, wenn andere das brauchen.
Und sie glaubt daran, dass sie sich selbst nicht wichtig sein darf, zumindest nicht wichtiger als andere.

Das geht so nicht weiter!
Keine Sorge, du kommst schon noch darauf, dass so was nicht stimmen kann.

Aber im Moment mache ich jetzt gerade den ersten Schritt dazu, dir diese Tatsache deines derzeitigen Entwicklungsstandes bewusst zu machen.

Wir fantasieren jetzt mal ein bisschen…

Stell dir vor, da wäre eine gute, gute Königin in einem fernen Land.
Sie liebt ihre Untertanen nicht nur, sie fühlt sich denen gegenüber auch verpflichtet, ALLES zu geben, was ihr zur Verfügung steht.

Also macht sie das: Sie meint es sehr gut mit den ihr anvertrauten Untertanen…

Die Bürger wollen eine Audienz?
Gut! Die kriegen sie.
Und damit sie dem Andrang gerecht wird, ist sie bereit, statt nur einer Stunde täglich sich rund um die Uhr sprechen zu lassen.
Jetzt gibt es allerdings Bürger, denen sie schon hunderte Stunden gewidmet hat, hunderte Hilfen und Ratschläge gegeben hat.
Aber die kommen immer wieder – durch ihre eigene Faulheit, an sich zu arbeiten – in die selben Schwierigkeiten.

Was wäre vernünftig?
Na, dass diese gute Königin denen sagt: Stopp!
Entweder du tust, was ich dir rate oder du kriegst keine weitere Audienz und auch keine weitere Hilfe von mir.

Vernünftig wäre, dass die Königin zwischen denen, die ihre Hilfe brauchen und denen, die das nicht tun, Unterschiede macht.
Nur dann wäre sie gerecht.

Außerdem ist sich diese Königin bewusst, dass ihr Arbeitspensum riesig ist.
So viele „Baustellen“: Dies ist zu regeln, das zu entscheiden.
Es hört einfach nicht auf, dass ihre Anwesenheit, ihr Urteil, ihre Ideen gebraucht werden.

Was macht sie?
Nun, sie versucht, mit immer weniger Schlaf auszukommen.
Sie versucht, sich so wenig Zeit wie möglich ihrem eigenen Erhalt zu widmen, damit mehr und mehr ihrer Zeit und Kraft ihren Untertanen zufließen kann!

Vernünftig wäre es, sie würde sich selbst so viel Zeit und Raum geben, dass sie sich körperlich und seelisch gesund erhält.
Dass sie selbst nicht nur gibt, sondern auch nimmt…

Aber da sie ja fest davon überzeugt ist, nicht so wichtig zu sein wie die Bedürfnisse der anderen, wird sie eben mehr und mehr entkräftet, entmutigt und überhaupt freudloser sein.

Und obendrein wird sie anfangen, Groll in sich zu tragen, Wut sogar manchmal. Denn NIEMAND sagt ihr mal: Stopp, ruh dich mal aus, denk mal an dich!

Und niemand wird sagen: Komm, lass dir doch mal helfen, überlasse das mal mir.
Oder: Komm, setz dich, ruhe dich aus, lass dich mal von mir verwöhnen!

Und so findet sie ihr Leben immer ungerechter, findet sie die anderen ungerecht, findet sie Gott ungerecht…
Dabei: Ist sie es nicht selbst, die ungerecht ist?
Und zwar zu sich selbst?

Siehst du, Anna, ich weiß und du weißt, dass du voller Liebe bist, voller Mitgefühl, voller Gerechtigkeitssinn.
Dass es dir Freude macht, anderen zu helfen und zu unterstützen.
Das fühlt sich jedes Mal richtig gut für dich an.
Aber, mein Schatz, sag mir mal: Wo bleibst du dabei?

Andere denken nicht wie du, fühlen nicht wie du und vor allem SEHEN nicht wie du.
Du SIEHST das, was andere brauchen, ohne dass es dir gesagt wird.
Aber weißt du: Das ist eine sehr besondere Gabe!
Du kannst das nicht erwarten, dass es andere so sehen können bei dir, wie du es für sie sehen kannst.
Was muss deine Seele lernen?

Sie muss lernen, ihr MASS zu akzeptieren!
Kraft, Liebe, Geduld darfst du nur in dem Maß schenken, das du hast!
Es IST nun einmal begrenzt wie bei allen anderen auch!

Und jetzt schauen wir auf die Erkrankung, unter der du leidest.
Deine Beine versagen den „Dienst“.
Ja, genau, den „Dienst“!
Nicht nur dir versagen sie den Dienst, sondern auch allen anderen, die dich brauchen könnten, gebraucht haben.

Die Erkrankung sagt der Welt etwas!
Etwas, das dir nie, nie, nie über die Lippen käme.
Schaut alle her!
Alle, denen ich mit meiner Lebenskraft dienlich war!
Das ist das Resultat: Ihr habt soviel Dienstbarkeit von mir bekommen, dass ich keine Reserve mehr habe!

Das sagt dein erkrankter Körper ALLEN, den Lebenden wie den Verstorbenen.
Er sagt: Für dich habe ich mich vollkommen aufgeopfert.
Für dich habe ich mich für nicht so wichtig geachtet, mich zurückgenommen in allem, was ich bin und habe.
Für dich! war ich GEGEN mich!

Anna, das muss aufhören: unbedingt!
Die Erkrankung ist Folge dieser Fehlwahrnehmung, dass es irgendwie gut ist, wenn du dich und dein Selbst opferst.

Und noch etwas „macht“ diese Erkrankung!
Sie erlaubt es dir, „Bedürftig“ zu sein.

Wann hast du dir je helfen lassen?
Nur in höchster Not!

Aber, Anna, wir sind alle immer bedürftig!
Vom ersten bis zum letzten Atemzug BRAUCHEN wir Unterstützung.
Sei es von anderen Menschen oder von der Natur oder von Gott…
Eines ist auf das andere angewiesen und das ist auch sehr gut so.

Es ist die Krankheit, die dir das vor Augen führt.

Aber sag selbst: MUSS es über diesen Weg gehen?
Muss es sein, dass deine Seele so lernt, was wahr ist?
Nein!
Dennoch ist es, wie es ist: Ursache / Wirkung.

Ob es sich ändert?
Ich weiß es nicht.
Auch wenn ich dein Engel bin: Ich weiß es nicht.

Aber ich weiß, dass ganz viel davon abhängt, dass du jetzt JEDE Art von Zuwendung, die du bekommen kannst, annimmst, akzeptierst.
Und dass du lernst, dich darüber zu freuen.

Und dass dich diese Erfahrung heilt.
Dass sie in der Seele heilt, was so tief, tief verwundet wurde.

Deine Seele hat viele Leben verbracht, in der ihr abverlangt wurde, sich und ihr Wohl als ganz unwichtig zu betrachten.

Das war hier schon so, das war vor diesem Leben schon so!
Und du bist wieder in eine Familie geboren, in der es dir schon als Kind beigebracht wurde, dass es völlig unwichtig wäre, was du brauchst!

Wir können das, was dir an Ausbeutung, Unachtsamkeit, Egoismus begegnet ist, nicht rückgängig machen.
Was geschehen ist, ist geschehen!

Aber was du jetzt tun kannst, ist: Aufzuhören, SELBST zu viel von dir zu verlangen.

Du hast daran geglaubt, dass du selbst dir helfen musst, sonst tut es keiner.
Jetzt erfährst du, dass dies kein heiliges Gesetz ist!
Obwohl du so gelebt hast: Nichts war dir ZU VIEL!

Die Erkrankung ist dein Lehrer, der dir jetzt zeigt, dass du zu lernen hast, dass es ein ZU VIEL gibt.
Wirst du diese Lehre in Frieden annehmen können?
Ohne Groll auf das Leben, auf Gott, auf dich selbst?

Das wäre sehr gut!
Denn Groll – auch wenn er noch so tief vergraben ist – hemmt die Heilkraft, die da ist, um dir zu helfen.

Mir tut es in der Seele weh, dich wieder so leiden zu sehen!

Wie hier, wie hier in diesem Leben.
Alles hattest du damals an Kraft in deine Familie gesteckt.
Aber dann kam die Tuberkulose und dein Mann hat dich nach hier verfrachtet.
Nur ja weit weg!
Nur ja nicht sich selbst der Gefahr der Ansteckung aussetzen.

Das war ein schwerer Schlag für dich.
Aber warst du zornig auf ihn oder deine Kinder, die dich nie besuchten?
Aber nein: Du hattest Verständnis…

Dabei: Das war wirklich ungerecht!
Sie hätten sich nicht anstecken müssen.
Es gab da durchaus Schutzmaßnahmen hier, die es verhindert hätten!

Dass DU ungerecht behandelt wurdest, hast du nicht sehen WOLLEN!

Also was hast du gemacht?
Gar nicht darüber nachgedacht und stattdessen sich den anderen Patienten zugewandt.
Denen hast du nun deine restliche Zeit und Kraft geschenkt.
Dagegen hätte ich als dein Arzt und Liebster nicht das Mindeste gehabt.
WENN du dabei deine Grenzen der Kraft beachtet hättest.
Hast du aber nicht!

Es ist heilig, sich dem guten Zweck aufzuopfern!
An diesen Glaubenssatz hast du dich gehalten bis zuletzt.
Und ich konnte nichts anderes tun, als dir ein wenig Kraft durch meine Liebe zu schenken.
Nicht genug, um dir Heilung möglich zu machen.

Als deine Seele genug von ihren Opfergängen hatte, ist sie gegangen: ganz still, ganz unaufgeregt.

Deine letzten Worte an mich waren: Es ist genug!
Ja! Genug gegeben, zu wenig genommen.
Dann ist es wohl genug!

Nehmen, ach, Anna!
Nimm wenigstens jetzt, was immer du kriegen kannst!
Versuch nicht, so viel an Vergangenes zu denken!
Egal, wie es dich geschmerzt hat: Es ist vorbei!

Versuch nicht, so viel in die Zukunft zu denken!
Sie steht WIRKLICH nicht fest!
Egal, was gesagt wird.

Sei JETZT!
Versuch, jeden einzelnen Tag eine GABE an dich abzugewinnen.
Das ist das Beste, was ich dir raten kann!

NIMM, was du kriegen kannst: von wem auch immer und was auch immer! Konzentriere dich darauf!

Denn NEHMEN ist, was du zu lernen hast!
Wer weiß, ob dann nicht doch der „Lehrmeister Erkrankung“ ganz überflüssig wird!
Es ist auf gar keinen Fall wahr, dass der Mensch nur durch Leiden lernt.
Gute Erfahrungen zu machen, lehrt ganz genauso intensiv!

Es liegt an dir, ob du das dann annehmen kannst und willst.

Anna, ich habe dich so sehr lieb und ich wünschte, ich könnte dich auf Händen durch dein Leben tragen.
Aber so, wie es ist, kann ich das auch als dein Engel nicht!
Ich kann dich nur begleiten und dich bitten, zu tun, wozu ich dir rate.

Dein Philipp.

Uta: Philipp, bitte geh noch nicht, da sind noch Annas Fragen…

Philipp: Liebe Uta, ich habe doch alle Fragen beantwortet…

Sage ihr: Ich liebe sie und ich verlasse sie niemals.
Ganz egal, ob sie es schafft, was ihr geraten habe oder nicht.

Ja?

Uta: Ja, das werde ich tun.

Danke und Lebewohl!