Es ist ein kosmisches Gesetz, das für alles gilt, was existiert: Nichts bleibt, wie es ist!

Es ist ein kosmisches Gesetz, das für alles gilt, was existiert:
Nichts bleibt, wie es ist!

Das gilt auch für den Zustand der Seelen.

Du kannst deine Schwäche bleiben lassen,
aber letzten Endes wird aus ihr Stärke werden.

Auch das ist ein kosmisches Gesetz:
Die Entwicklung geht immer ins Gegenteilige.

Was schwach ist, wird stark, was groß ist, wird klein.

Noch ist dein Selbstvertrauen, dein Vertrauen
in deine körperliche Stärke und in deine körperliche Freiheit klein.

Aber das wird zur Stärke werden.

Noch ist deine Bindung an deine Ängste groß.

Aber die wird klein.

So wird es sein. Ganz sicher.

Schutzengelkontakt

 

Ich bitte meinen Guide, mich mit dem Schutzengel von Katharina zu verbinden.
Katharina war zu einem Seminar hier, das aber wegen Erschöpfung am Sonntag abgebrochen werden musste. Jetzt bittet Katharina um den ihr entgangenen Kontakt zu ihrem Schutzengel.

Ich stehe in einer Art „Guter Stube“ so wie man sie etwas vor Hundert Jahren hatte.
Ein großer Tisch mit weißen Spitzen umsäumter Tischdecke, eine mächtige Holzvitrine aus dunkler Eiche, Stühle mit rotem Samt bezogen, ein großer Kachelofen, der diesen sehr hohen Raum wohlig warm macht.
Durch die zwei offenen Fenster sehe ich, dass es draußen schneit.
In einem Ohrensessel am Fester, der ebenfalls mit rotem Samt bezogen ist, schläft ein kleiner Hund, ein Welpe.

Die Tür geht auf, eine ältere Frau kommt herein, das graue Haar schön und sorgfältig zu einem Knoten im Nacken frisiert, eine weiße Bluse, ein grauer Rock.
Der Mode nach schätze ich, es handelt sich etwa um den Zeitraum vor dem Ersten Weltkrieg.
Sie kommt zu mir und erst jetzt fällt mir auf, dass sie wirklich eher klein ist, etwas mollig, die Augen sanft braun, die Gesichtszüge weich und fein.
Ich spüre so eine milde, warme, herzensgute Energie in ihr.

Sie nimmt meine Hände ganz zart in ihre, schaut mir in die Augen und sagt: „Danke schön… wir brauchen viel Geduld, ja?“

Uta: Ja.

Sie nimmt aus einer Klappe im Kachelofen eine Teekanne mit typisch blauem Friesenmuster. Sie stellt sie auf den Tisch, holt in ruhiger Art zwei Tassen heraus, schenkt mir und sich ein. Und sie stellt – aus Silber gearbeitet – zwei kleine Gefäße dazu, eines enthält Kluntjes, eines enthält Sahne.

Mit einem kleinen Löffelchen schenkt sie mir und sich daraus ein.

Guidin: Na setzt dich doch!

Ich folge ihrer Aufforderung.

Guidin: Also zuerst: Ach, Katharina, ich bin dir doch nicht böse!
Das darfst du nie, nie denken. Meinst du nicht, dass ich verstehe, wie wenig Kraft du hast?

Wir haben doch noch so viel Zeit miteinander, irgendwann wirst du mich auch fühlen können.

Jetzt kannst du mich immerhin hören und das ist doch schön, findest du nicht?

Darüber freue ich mich schon so sehr.

So! Und jetzt wollen wir es uns mal so richtig gemütlich machen.

Zieh dir warme Socken an, kuschele dich ein, trink einen guten Tee und hör mir zu, mein Schatz.

Ich bin also dein Schutzengel.
Hm, das ist so.

Bist du mir eigentlich böse? Nein!

Könntest du natürlich sein, denn da war so oft kein Schutz, wenn er da sein sollte.

So KÖNNTEST du denken, tust du aber nicht.

Es ist, wie es ist: Schutzengel können nicht alles verhindern, was die Seele meint, erleben zu müssen.

Das wirklich nicht!
Und glaube mir: Das freut keinen von uns.

Alles, was wir können, ist, die Wirkungen all der Verletzungen der Seele zu mindern.

Angebote, die können wir ins Leben leiten, aber nicht mehr.

Das ist mir wichtig, dass du das verstehst.

Wir sind nicht mächtiger, als die Seele selbst es zulässt, zulassen kann.

So sind wir eben oft gerade nur soweit fähig, zu schützen, wie ein kleines Kerzenlicht einen dunklen Raum erleuchten mag.

Um es ganz hell werden zu lassen, brauchen wir die Mitarbeit unserer Schützlinge.

Oh je, das hört sich schon wieder nach Arbeit an.

Schon wieder eine Aufgabe, als hättest du nicht schon zu viel versucht und getan…

Nein!

Ein ganz entschiedenes Nein, mein Liebstes!

Das ist nicht, was ich von dir erwarte.

Wirklich nicht!

Weißt du, es ist einfach so, dass ich dich dabei begleite, zu dir zu kommen, zu dir hin. Das ist das Wichtigste überhaupt.

Denn hier in diesem Leben, in dem du einmal in diese Stube ein- und ausgegangen bist, da hattest du dich verloren.

Und etwas Schlimmeres kann einer Seele nicht passieren.

Ich kenne den Weg deiner Seele und ich kenne ihr Ziel. Darum von mir an dieser Stelle keine Aufforderung, mehr und mehr zu MACHEN, sondern der innige Wunsch, zu SEIN.

Nichts weiter?

Ach, das wäre mehr als genug.

Wir werden sehen, wie weit es geht, dass du Frieden hast mit dir.

Wir sehen das und jeder kleine Schritt dahin ist dir ein großer Schritt und aller Ehre wert.

Oh Ja!

Um zu verstehen, wo du bist und wie weit du kommen KANNST, musst du verstehen, wer du warst.

Deswegen habe ich unsere Begegnung in meinem und deinem Gestern beginnen lassen.

Jetzt also unsere Geschichte.

Mein Name war Friederike und ich war deine beste Freundin.

Dein Name war damals Auguste (lächelt).

Ja, Liebes, so war eben die Zeit…

Unsere Eltern wollten unserem Namen „Würde“ geben.

Aber wir Zwei, wir wollten miteinander gar nicht so würdevoll sein, darum nannte ich dich meine Gustel und du mich meine Rike.

Willst du mich noch Rike nennen? Das wäre schön…

Wir sind hier in Kiel und schreiben das Jahr 1908.

Es ist ein trauriges Jahr für mich gewesen, denn der liebste Mensch, den ich hatte – meine Gustel – ist von mir gegangen.

Und ich konnte es nicht aufhalten. Das Leben war ihr zu schwer geworden.

Du und ich, wir lernten uns kennen, als wir beide ganz junge Mädchen waren und uns unsere Eltern zu Tanzschule „schleppten“.

Ach du lieber Himmel!

Das war ja gar nichts für uns Zwei!

Ich war so unmusikalisch wie ein Frosch und du warst so stocksteif wie eine Gartenlatte.

Und nun sollten wir zwei Walzer lernen und Polkaschritte…

Na, jedenfalls könnten wir uns gegenseitig trösten.

Und DAS, meine Liebe, war mir solch ein Geschenk!

Vor dir brauchte ich nicht anders sein, als ich war!

Und du vor mir auch nicht!

Ich war ein Mädchen, das mit all dem Mädchenzeugs nichts anfangen konnte.

Ich liebte Mathematik und las unendlich gerne Bücher, die mich als Fräulein aus gutem Hause eigentlich nichts angingen: über Abenteurer und Weltenbummler, über Geschichte und medizinische Erkenntnisse.

Am Liebsten hätte ich studiert, aber damit brauchte ich meinen Eltern gar nicht kommen.

Und da hatten wir eine weitere Gemeinsamkeit.

Schön war das, diese erste Zeit, die wir miteinander teilten.

Wie gerne haben wir uns zu gemeinsamen Spaziergängen getroffen oder sind zur Stadtbibliothek. Wie gerne haben wir zusammen geredet im wahrsten Sinn über Gott und die Welt.

Aber wir beide teilten auch eine Angst: die, bald heiraten zu müssen.

Heirat aus Liebe: Ja, das wünschten wir uns schon.

Aber ob die für uns möglich sein würde, das stand in den Sternen.

Eigentlich, so stellten wir fest, hätten wir am liebsten gar nicht geheiratet.

Eigentlich wären wir am Liebsten frei gewesen, hätten wir gerne ferne Länder gesehen, fremde Sprachen gelernt…

Ach ja, Träume.

Sowohl deine Eltern als auch meine ließen keinen Zweifel daran, was sie von uns erwarteten: Einen soliden Mann heiraten und Kinder kriegen.

Das war weit entfernt von unserem SELBST, sehr weit entfernt.

Da war also ein Schmerz in uns beiden, auch den teilten wir.

Wir würden nicht erreichen, was wir erträumten. Hm…

Was uns unterschied, war, dass ich damit völlig unzufrieden war.

Du aber in einer Art Resignation gar nicht zulassen konntest, auch nur gedanklich nach Auswegen zu suchen.

Die Erwartungen der Menschen, die du liebst, zu enttäuschen, war deiner Seele das Böse selbst!

Nie, nie, nie wolltest du das tun. Oh je!

Nun liebtest du deine Eltern und du liebtest mich.

Mit der Zeit fanden sich für mich Möglichkeiten, der drohenden Verheiratung zumindest eine Weile aus dem Weg zu gehen.

Ich rang meinen Eltern die Erlaubnis ab, Lehrerin werden zu dürfen, was ich mit Feuereifer in Angriff nahm.

Ich drängte in dich, mitzumachen, versuchte, dich, deinen Eltern das gleiche Zugeständnis abzuringen, wie ich es getan hatte.

Aber dein zaghafter Versuch, dein Vorhaben anzusprechen, löste einen tränenreiche „Theatervorführung“ deiner zur Hysterie neigenden Mutter aus.

Und das reichte schon für dich, um dich „schuldbewusst“ von deinem Wunsch zu distanzieren.

Wir zwei gerieten in einen Streit darüber.

Ich sagte viel zu oft zu dir: „DU MUSST.“

Und du sagtest viel zu oft zu mir „MAN DARF NICHT.“

Und so schien unsere Freundschaft ein Ende gefunden zu haben.

Wir verloren uns für viele, viele Jahre aus den Augen.

Bis es der Himmel fügte, dass wir beide zur gleichen Zeit an einer Blinddarmentzündung erkrankten.

Das war eine ernst zu nehmende Sache damals.

Wir kamen beide ins gleiche Krankenhaus in den gleichen Krankensaal – nur getrennt durch einen Vorhang – Bett an Bett…

Ach, wie freuten wir uns!

Das kannst du dir gar nicht vorstellen.

Und weil Freude in der Lage ist, alles zu heilen, heilten die Wunden unserer Operation schnell.

So schnell wie die offene Wunde, die wir beide nun schon so lange in uns trugen, die beste Freundin verloren zu haben.

Wir hatten uns wieder!

Das war das Größte überhaupt für uns.

Aber würden wir die Brücke zueinander wiederaufbauen können?

Es gab so viel, das uns nun unterschied.

Ich war Lehrerin geblieben, zwar zum Jammer meiner Eltern, aber das war mir egal. Geheiratet habe ich nie. Stattdessen hatte ich ein „Verhältnis“ und war damit völlig glücklich.

Und du?

Nun, da war der Mann, der dir von den Eltern bestimmt wurde.

Es war nicht mal Zwang, als du mit ihm zum Traualtar gegangen bist, es war ihm durchaus gelungen, dein Herz zu berühren.

Auch wenn es nicht Liebe war, so war es doch Zuneigung und das war dir genug.

Du hast dich immer ein bisschen geschämt, weil du ihn nicht liebtest, wie er dich angeblich! liebte.

Rein sachlich war er einfach ein Egoist, der in dir gesehen hat, was du eben warst: gutwillig!

Und er darum sehr zufrieden mit seiner Wahl war und blieb.

Wie es sein Wille war, hast du ihm 5 Kinder geboren.

Ja IHM, nicht dir!

Als Mutter hattest du gar keine Funktion.

Die übernahm nämlich nach der Geburt sofort SEINE Mutter, mit der ihr zusammengelebt habt.

Er war ein angesehener Bürger der Stadt und du hattest dem zu entsprechen.

So musstest du zu Veranstaltungen, die dich langweilten.

Du musstest Festivitäten organisieren mit Menschen, die dir nichts sagten.

Musstest Kleidung tragen, die du nicht mochtest.

Alles zu SEINER Ehre, nicht zu deiner.

Die Kinder wurden größer, sie wurden erwachsen.

Gerne hättest du gesehen, dass deine Töchter einen freieren Weg nehmen könnten als du.

Aber die wollten gar nicht, die wollten gerne Damen der Gesellschaft sein.

Warum? Nun ja: DU HATTEST DICH DOCH NIE BEKLAGT!

Also musste es ihnen doch scheinen, als wäre es ein schönes Leben.

In deinem Wortschatz kam eben nach wie vor der Satz vor mit: MAN darf doch nicht…

Undankbar sein zum Beispiel oder hochmütig oder, oder, oder, oder…

Dass du dich dabei verloren hast – dein Selbst, deine Art des Seins – das hat du nicht gewollt, aber es ist geschehen.

Langsam – nach und nach, kaum merklich – ist aus meiner Gustl einfach Frau Jensen geworden.

Und die war nichts weiter als die Frau ihres Mannes, die Mutter ihrer Kinder und die Dame der Gesellschaft.

Eine Marionette.

Wir waren uns schnell einig: Wir müssten uns eine Grenze ziehen, wollten wir unsere Freundschaft wiederbeleben.

Ich durfte nie, nie wieder „DU MUSST“ zu dir sagen und du nie, nie wieder „ABER MAN KANN DOCH NICHT“.

Das haben wir Zwei tatsächlich geschafft.

Darauf bin ich heute noch stolz.

Wir trafen uns einmal im Monat hier bei mir und das war sehr schön, wenn mich deine ununterbrochene Melancholie auch traurig machte.

Ich nahm meine ewig traurige Gustl so gern in mein Herz, wie ich die Junge in mein Herz genommen habe. Und du hast mich in dein Herz genommen, obwohl dich all die Freiheiten, die ich mir herausnahm, erschreckt haben.

Liebe ist Liebe, man muss ihr nur den Raum geben, nicht wahr?

Leider bist du viel früher als ich gestorben.

Für unsere Zeit nicht im ungewöhnlichen Alter, selten wurde jemand weit älter als 60.

Aber weißt du, die Ursache dafür lag gar nicht in der Zeit begründet, in der mangelhaften Gesundheitsversorgung oder den gesellschaftlichen Zuständen.

Nein, die Ursache für den relativ frühen Tod der meisten Menschen lag daran, dass sie Marionetten geworden waren!

Sie lebten nicht ihr Leben, sie lebten das Leben anderer „Wichtigkeiten“!

Wenn eine Seele das erlebt, dann nimmt sie eben den erstbesten Ausweg.

Wenn sie nicht reifen darf, so, wie sie reifen möchte, warum sollte sie länger bleiben als unbedingt nötig?

So ging es auch mit dir.

Der Arzt sprach von einer natürlichen Todesursache, aber ich wusste: Gestorben bist du an denen, die deine Marionettenspieler waren.

An Herrn „Man darf doch nicht!“ und an Herrn „Ich MUSS ABER!“

Aus Liebe hast du dich verloren?

Nein, so schien es nur …

Aus Angst hast du dein Selbst verloren, liebe Katharina.

Aus Angst, zu enttäuschen.

Ja, sieh mal, das kommt dir bekannt vor, nicht?

Katharina, darf der Mensch eine Enttäuschung sein in seinem Leben?

Er muss!

Niemand kann sich selbst werden, wenn er sich nicht von den Erwartungen anderer zu distanzieren weiß.

Es ist doch ein jeder einzigartig!

Seine Stärken und Schwächen machen das einzigartige Wesen aus, das er ist.

Und beides – dass eine wie das andere – wirkt ins Netzwerk des Lebens: Hilft anderen, begrenzt andere, braucht andere, wird selbst gebraucht.

Und das ist nur so gut, wie es gelingt, zu sein, wie er ist!

Es gibt gar keine „man darf“ Regel, „man muss“ Regel, die uneingeschränkt für jeden gelten KANN.

Da, wo sie angewandt wird, entsteht immer Raubbau. Raubbau an der eigenen Kraft oder an der Kraft der anderen.

Alle Kraft liegt im SOSEIN, wie ein jeder sein kann.

Kann, nicht muss!

Im Leben der Gustl hatte das „Du“ eine übergroße Funktion.

Alle möglichen „Du´s“ waren bedeutender als dein ICH.

Aber Gottes Lebensenergie gilt doch diesem individuellen Ich, diesem einzigartigen Menschen, den er ins Leben gerufen hat.

Die beste Gustl, die es geben konnte in der Schöpfung, war die Gustel, wie sie wirklich war.

Das war die mit ihrem wachen Geist, mit ihrer Fähigkeit zum Mitgefühl, mit ihrer Gabe zur Gerechtigkeit, aber auch mit ihrer Schwäche, sich durchzusetzen.

Sie hätte die wundervollste Wirkung gehabt, hätte sie nicht unter Gewalt als Kind zu lernen gehabt, dass ihr NEIN nicht nur wirkungslos, sondern sogar böse wäre.

Der Gustel wurde die Kraft der Verweigerung geraubt, die Kraft der Abgrenzung.

Und zwar UM IHRER SELBST willen.

Verstehst du dich jetzt besser?

Denk nach, mein Lieb!

Worum geht es im Leben der Katharina? Was darf heiler werden, vollständiger?

Ja natürlich: die Kraft, sich zu verweigern, die Kraft, sich abzugrenzen.

Also die Gabe: Nein zu sagen.

Nun ist es so, dass dir das „Marionette sein“ auch in diesem Leben zum Thema wurde.

Nicht, damit du es wiederholst, sondern damit du daraus wächst. Das geht nicht schnell.

Ich finde, dass du sehr schöne Fortschritte gemacht hast. Das „DU“ steht längst nicht mehr so im Mittelpunkt wie in dem Leben hier.

Es gibt ein „Ich“.

Ja, das ist toll!

Und es gibt inzwischen das Große „Nein“.

Das ist auch toll.

Aber der Wachstumsprozess ist noch nicht beendet, liebe Katharina.

Wie ein Pendel, das angestoßen wird, erst einmal von einem extremen Außenpunkt zum gegenteiligen ausschlägt, so ist auch der Weg der Seele.

Aus der absoluten Hingabe an die Forderungen der „Du´s“ ist etwas anderes geworden, allerdings noch nicht „Ich SELBST“.

Du gehst da einen recht häufigen Weg.

Nämlich den, über die Schwäche und Krankheit die Legitimation zur Verweigerung zu leben.

Viele tun das so.

Das ist auch in Ordnung: EINSTWEILEN.

Wenn es dir so leichter fällt, ist es in Ordnung.

Aber das ist nicht der Punkt, wo es klug ist, stehen zu bleiben, nicht wahr?

Nein, nein…

Und da möchte ich dich auf etwas Wesentliches Aufmerksam machen, Katharina.

Viel, viel größer als bei Gustl ist bei dir deine Bereitschaft, dich am Leben zu freuen, wo und wie auch immer du kannst!

Das ist das ganz Große, das gewachsen ist!

Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich das freut.

Ja, es gibt deine Schwäche.

Ja, es gibt deine Ängste.

Aber ja, es gibt da auch immer noch und trotz allem deine Gabe, dich zu freuen!

Und sei der Anlass auch noch so klein!

Dass du dir das erhältst, darum kämpfst, dass es dir bleibt trotz allem, darüber bin ich unendlich froh.

Jetzt will ich dir abschließend Folgendes sagen.

Es ist ein kosmisches Gesetz, das für alles gilt, was existiert: Nichts bleibt, wie es ist!

Das gilt auch für den Zustand der Seelen.

Du kannst deine Schwäche bleiben lassen, aber letzten Endes wird aus ihr Stärke werden.

Auch das ist ein kosmisches Gesetz: Die Entwicklung geht immer ins Gegenteilige.

Was schwach ist, wird stark, was groß ist, wird klein.

Noch ist dein Selbstvertrauen, dein Vertrauen in deine körperliche Stärke und in deine körperliche Freiheit klein.

Aber das wird zur Stärke werden.

Noch ist deine Bindung an deine Ängste groß.

Aber die wird klein.

So wird es sein. Ganz sicher.

DAS hängt nicht von deinem Tun oder Nichttun ab.

Aber das WANN das ist etwas, auf das du Einfluss nimmst.

Allein die Tatsache, dass ich dir all dies sagen darf, zeigt, dass du Einfluss nimmst.

Katharina, das ganze Kunststück besteht darin, dass du den Moment des Wandels ergreifst dann, wenn sich die Gelegenheit bietet.

Für mehr bist du nicht verantwortlich.

Dein Leben ist voller Beschränkungen, das ist wahr.

Aber es muss nicht so bleiben.

Wann immer für dich Gelegenheiten auftreten, dass eine Schranke sich hebt, dann zögere nicht.

Es ist das Zögern, das dich aufhält und festhält.

Wer weiß: Vielleicht schaffst du es, ein Zehntel weniger zögerlich zu sein?

Ich glaube schon.

Ich glaube, du bist auf gutem Weg.

Ich kann dir nicht versprechen, dass es schnell geht, ich weiß es nicht.

Aber ich kann dir sagen: Sei sicher, du KANNST mit deiner Freiheit gut umgehen und sie wird NICHT bedeuten, dass du jeden Schutz und Halt verlierst.

So, ich meine liebe Uta, jetzt wäre es Zeit, sich Katharinas Fragen zu widmen?

Uta: Ja, es gibt da noch eine Frage nach Verstorbenen, das kann ich in diesem Rahmen nicht…

Friederike: Ja, das konnte Katharina nicht wissen, wir nehmen dann die Alternative.

Uta: Gut. Dann das, was sie mir geschrieben hat:

Liebe Uta,

Es fiel mir nicht leicht, die Fragen an meinen Guide zusammen zu stellen, aber hier sind sie nun:

Ich möchte so gerne richtig am Leben teilhaben, Dinge unternehmen, mich mit anderen treffen, z. B. auf Konzerte gehen, unbeschwert Spaß haben etc.

Warum ist da diese große Angstblockade / Überforderung und schnelle Erschöpfung.

Was ist der Grund dafür, dass ich bis heute mit der angezogenen Handbremse leben und um jedes Stückchen für Lebensfreude kämpfen musste?

Friederike: Den Grund kennst du nun.

Katharina, wollen wir mal auf die Erwartungen sehen?

Du wirst mit Ängsten konfrontiert.

Wäre deine Erwartung, diese mit einem Schnick wegzukriegen, würdest du enttäuscht werden, klar.

Aber was lernst du gerade?

Dass du es in Maßen durchaus schaffst TROTZ Angst, zu tun, was dir gut ist.

Ja, ich weiß, das sind kleine Schritte.

Jetzt liegt es aber an dir, WIE DU DAS BEWERTEST.

Ist das nun ein Verlust oder ein Gewinn, dass du es ein Ministückchen weiter geschafft hast?

Du bewertest, ob es Erfolg ist oder Enttäuschung.

Fütterst du mit deinen gedanklichen Urteilen das Erfolgsbewusstsein oder Verliererbewusstsein?

Achtest du bitte mal darauf, WIEVIEL weiter du INSGESAMT schon gekommen bist?

Schneckentempo? Nun ja… und?

Nächste Frage: Was war der Auslöser / Grund dafür, dass ich in diesem Jahr noch einmal so tief in die Angstgefühle gerutscht bin?

Friederike: Dass dir suggeriert wurde, dass du absolut hilfsbedürftig und ohnmächtig bist.

Abhängige Ohnmächtigkeit macht dir enorme Angst. Durch was ist das zu überwinden?

Dadurch, dass deine Aufmerksamkeit dem gilt, wo du durchaus „mächtig“ bist.

Angst resultiert immer aus dem Ansatz, dass die Ursache ABSOLUT wäre, aber das ist nicht wahr.

Frage dich in solchen Situationen: Was ist jetzt und hier tatsächlich meine Macht im Sinn von Machen können. Die Betonung liegt auf TATSÄCHLICH.

Nächste Frage: Gibt es einen Rat, was ich noch für meine Heilung (Angst/Panikattacken) und gegen die schnelle Reizüberflutung tun kann?

Friederike: Nein, Katharina.

Keinen Rat, weil du Schritt für Schritt wächst und weil ich möchte, dass du diese Schritte dir aus deiner inneren Haltung heraus erspürst.

Jeder Schritt ist eine Erfahrung und die Aufmerksamkeit ist dem Ich gewidmet, so ist es auch gut.

Was wirklich nicht geht, ist alles, was dich in eine Marionetten-Position bringt.

Das kann verführerisch sein, weil es dich von Verantwortung entlastet.

Aber du weißt schon: Das bringt dir nur noch mehr Ängste.

Du hast es schwer, dir selbst zu vertrauen, ja.

Das wird sich nicht einfach so ändern, aber Schritt für Schritt.

Vorausgesetzt: Du fängst an, es zu wagen, deinen Blick auf die Defizite zu erweitern auf die Gewinne in deinem Leben.

Wie alles in der Welt gilt es auch für dich; das große sowohl / als auch.

Erwartungen, ja…

Wann – sag mal – sind Erwartungen gut und förderlich? Wenn sie erreichbar sind.

Wie kannst du wissen, was du erwarten kannst?

Na, indem du es ausprobierst!

Katharina, das ganze Leben ist wirklich ein Experiment. Nichts weiter, einfach ein Experiment.

Ohne Erfolgzwang würdest du dich leichter tun.

Kann es sein, dass da immer noch Angst ist, zu enttäuschen? Nein!

Oder?

Aber, Katharina, du kannst so toll mit Enttäuschungen fertig werden, das hast du längst bewiesen…

Und das ist ganz großartig!

Deshalb bräuchtest du davor gar keine Angst zu haben. Nur ein Experiment, nur offen für das Ergebnis sein … Und daran festhalten, dass es nichts gibt, was bleibt, wie es ist.

Auch nicht das Schlechte im Leben.

So, wie das Gute geht, geht ganz sicher auch das Schlechte, das ist ein unumstößliches Gesetz.

Man kann allerdings der Angst erlauben, dass alles auf ewig bleibt, wie es ist, zu flüstern, dauernd!

Musst du aber nicht, du kannst auch einmal herzlich deinen Angstgedanken sagen: Ach, du bist mir jetzt mit deinem Geplapper gerade ganz egal!

Ist mir wurscht, ob du mir meinen Körper durcheinanderbringst, ist mir schnurz piep egal!

Geht gut, in Maßen, klar, aber immerhin: es geht!

Nächste Frage: Ich habe zum Herbstbeginn bisher immer ein ungutes Gefühl, welches ich im Winter auch in abgeschwächter Form habe, womit hat das etwas zu tun?

Friederike: Das hast du geerbt: Das ist der Lichtmangel und der damit verbundene Vitaminmangel.

Wenn du dich überwinden könntest, auch nur täglich eine halbe Stunde spazieren zu gehen – egal, ob die Sonne scheint oder nicht – würde es schon besser.

Nächste Frage: Bin ich medial?
Welche Art von Medialität und wie kann ich lernen, damit umzugehen, es auch für andere dienlich anzuwenden.

Friederike: Oh, rein theoretisch könntest du alle Fähigkeiten ausüben, Katharina.

Darum geht’s gar nicht!
Es reicht, zu wissen, dass du es bist und du darum sehr suggestibel bist.

Die Stimmung der anderen ist etwas, das dich beeinflusst: weit mehr als normal.

Der Schutz ist, dir deiner Selbst bewusst zu sein.

Ich bin ich und nicht du.

Das ist sehr, sehr wichtig, um es dir wieder und wieder zu sagen!

Nächste Frage: Bei folgender Frage bin ich mir nicht sicher, ob ich sie stellen „darf“.

Da du in einem deiner Bücher geschrieben hast, man sollte keine Fragen zu Personen stellen.

Ich vermute, es geht hierbei um lebende Personen in meinem Umfeld, zu denen ich nichts fragen „darf“?

Es geht bei meiner Frage um 2 verstorbene Personen, die mir schon seit geraumer Zeit immer wieder im Kopf „herumschwirren“.

Ich weiß nicht, ob hier eine Information zu oder von ihnen wichtig für mich sein könnte.

Sollte die Frage okay sein, dann würde ich gerne wissen:

Gab es / gibt es eine besondere Verbindung zu Tante Hilde und Angelina?

Gibt es etwas, dass sie mir sagen wollen, da ich sehr häufig an sie denke?

Uta: Katharina, das geht nicht.

Ich kann niemanden kontaktieren, zu dem ich keinen Ankerpunkt habe: keine Bilder, keine Daten, kein Andenken, einfach gar nichts, nicht einmal dich hier…

Tut mir leid, deine Uta!

Sollte die 6. Frage nicht ins Reading hineinpassen, habe ich eine alternative Frage, dessen Antwort mich auch interessiert:

Ist mein Guide von Geburt an mein Begleiter oder gab es schon einmal einen Wechsel?

Friederike: Ich bin von Geburt an bei dir, aber ich war auch einmal dein kleiner imaginärer Spielkamerad.

Ich war auch einmal in einer männlichen Variante bei dir, dennoch war es immer ich, liebe Katharina!

Ich bin wirklich gespannt und hoffe, dass die Antworten mir weiterhelfen können.

Viele liebe Grüße Katharina

Friederike: Das hoffe ich auch, Katharina.

Katharina, widerstehe weiter der Versuchung, alles für fest zementiert zu halten, was dich quält.

Das ist das Einzige, was dich bitte, dir zu erhalten.

Es geht vorbei, Katharina.

Alles, was gutzutun wäre, ist, diesen Gedanken zuzulassen.

Und du solltest – so gut du kannst – im Experiment zu bleiben.

Vor allem aber auch die Erfolge SEHEN!

Ich habe dich sehr lieb!

Das sage ich, auch wenn du damit gerade nicht so viel anfangen kannst.

Ich habe großen Respekt vor dir und würde mich sehr freuen, wenn du den auch wiederfinden würdest.
Und zwar ganz und gar unabhängig von Erfolgserwartungen.

Deine Friederike!