Elia – Geh, finde dein Lachen zurück. Nimm dich nicht so ernst und das Leben auch nicht.

Geh, finde dein Lachen zurück.
Nimm dich nicht so ernst und das Leben auch nicht.

Geh, übe dich in Erwartungslosigkeit.

Und denk daran: auch Engel lachen.
Genieße deine Gabe, Maria.
Sie soll nicht noch etwas sein,
was dir nichts als Pflicht ist, sondern Freude.

Maria, dein Weg zur Heilung führt über Freude.
Elia

Zu Gast ist Maria.

Elia: Deine nächste Frage bitte.

Maria: Das hat jetzt nichts mit dem Heilen zu tun.
Sondern:
Warum kann ich mich nicht entspannen?
Warum habe ich das Gefühl:
Ich muss laufen und laufen und laufen wie eine Maschine?

E: Ja, Maria:
Warum musst du immer was tun und immer was denken
und immer, immer, immer vor dir davon laufen?

Maria, wer immer läuft, der hat Angst.
Wir haben heute über Ängste gesprochen und ich möchte,
wenn ich es darf, dich mit deiner Angst bekannt machen.
Darf ich das tun?

M: Hm, hm.

E: Es ist die Angst davor,
dass – wenn du auf dich schaust – nichts da sein wird.

Du fürchtest dich nicht vor Begegnungen.
Du fürchtest dich nicht vor Auseinandersetzungen
intelligenter Art und Weise.

Du fürchtest dich nicht davor,
dich mit Problemen auseinander zu setzen.
Vor all dem hast du keine Angst.

Du fürchtest dich auch nicht davor
– da darf ich dich beruhigen –
eine schlechte Hausfrau und Mutter zu sein.

Das ist nicht dein Problem!
Sondern du fürchtest dich davor:
Wenn nur du da bist, dass dann nichts wäre.

Oder anders formuliert:
Dass es dir an Fülle mangeln könnte.

Ich weiß,
dass du mehrere Versuche und Ansätze unternommen hast,
dem zu begegnen, was man Gott nennt.

Oder vielleicht wenigstens deiner Guidin.
Ich weiß das.

Aber Maria: Wenn du ihnen begegnest,
ist das immer, immer verknüpft
mit der Begegnung mit dir selbst!
Gott ist nicht erreichbar für dich außer über dich selbst!

Du kannst ihn nicht spüren, ohne dich zu spüren.
Da kannst du so viele Atemtechniken anwenden, wie du möchtest.

Und du kannst dir sogar altgriechische Litaneien aneignen.
Es wird dir nichts nützen!

Außer du gehst über dich selbst!
Es geht darum, diese Angst loszulassen!
„Ich, ich bin’s.
Und ich kenne mich kaum.
Ich fühle und bin mir genug!“

Das ist der Beginn jeder Gottesbegegnung:
Einfach nur sein!

Vielleicht in einer meditativen Stunde,
aber vielleicht auch bei dummer Gartenarbeit.

Vielleicht auch einfach beim Autofahren
auf einer langweiligen Strecke:

„Ich bin und das ist genug!“

Ich habe am Anfang dieses Abends
den wichtigsten Grundsatz des Buddhismus zitiert:
Alles Leid des Menschen kommt aus seinem Begehren.

Anders formuliert:
Lieber Mensch, versuche, nichts zu erwarten.

Alles hoffen?
Aber natürlich.

Alles wünschen?
Warum nicht?

Aber nichts zu erwarten, nichts voraus setzen,
nichts für unabdingbar halten.
Offen bleiben!

„Ich bin ich! Aha, wie interessant.
Ich erwarte mir nichts von mir, wirklich nichts.
Weder gut noch schlecht, weder groß noch klein – wirklich nichts.“

Das bedeutet Neutral sein, einfach neutral!
Keine Erwartung haben, bedeutet: 
Nicht voraussetzen, dass dies und das und jenes zu geschehen hat.

Sondern das annehmen, was kommt:
„Ich nehme mich an.
Ich kann meditieren oder auch nicht.
Ich kann tief in mich versunken sein oder auch nicht.
Aber ich erwarte nichts von mir!“

Wenn wir es einmal ganz rational sehen, Maria
– und überhaupt nicht spirituell – ganz rational:

Was könnt ihr Menschen überhaupt erwarten?

Wovon könnt ihr sagen:
Das steht mir zu, so muss es sein?

Nichts, gar nichts!

Leben auf der Erde ist volles Risiko!
Ihr könnt das Leben nicht buchen „all inclusive“.
Vielleicht bekommt ihr alles, vielleicht auch nichts!

Fürchte deine Leere nicht.
Was du fürchtest, ist: dich selbst zu enttäuschen.
Was du fürchtest, ist:
Dass sich bestätigen könnte, dass du selbst zu dir sagst:

„Ich bin mir zu wenig.“

Wenn du aufhören würdest, von dir etwas zu erwarten,
wenn du neutral wärest, dann würdest du beginnen, zu sehen,
was du hast, was dein ist.

Das ist das Unangenehme an Erwartungen! 
Sie sind auf etwas gerichtet, was nicht da ist!
Das ganze Denken, Sehnen ist auf etwas Mögliches,
Zukünftiges gerichtet!

Und dadurch wird das Jetzt nicht gesehen!
Die ganze Aufmerksamkeit gilt einer Erwartung!
Die, wenn man realistisch ist, nichts weiter ist als Fantasie!
Wer diese Einstellung loslassen kann, der wird überrascht sein!

Dem fallen plötzlich all die Dinge auf, die er bekommen hat.
Der lernt, zu danken.
Der lernt, in den Frieden zu kommen.

Aber die Voraussetzung dafür ist:
Wirklich sich der Tatsache bewusst zu werden,
dass kein Mensch der Erde irgend einen Anspruch hat!

Vom Moment der Geburt an ist alles, was euch gegeben wird,
ein Geschenk.
Nichts davon ist selbstverständlich!
Auch dann nicht, wenn es ganz gewöhnlich ist.

Doch wenn wir mit rechtem Blick hinschauen,
dann ist es nicht einmal selbstverständlich,
dass man geboren wird! 
Und anschließend die Betreuung bekommt,
die man braucht, um groß zu werden.

Es gibt Tausende von Kindern,
die geboren werden und danach ausgesetzt werden!
Dies nur als eines von vielen, vielen Beispielen.

Was ist mit solchen Kindern?
Haben sie etwas Böses getan?

Nein, natürlich nicht!
Sondern sie haben dieses Schicksal.
Also ist schon der erste Moment, in dem euch eure Mutter nährt,
das erste Geschenk!

Es ist eine Kunst, nichts zu erwarten.
Es ist eine große Kunst!
Und es ist sehr schwierig, sich in dieser Übung zu halten.
Es ist nämlich eine Bewusstseins-Übung!
Und ich möchte dir empfehlen, jeden Tag
– zumindest in den ersten Monaten –
jeden Tag die Frage zu stellen:

„Was erwarte ich von dem Heute?
Was erwarte ich von mir, von meinen Mitmenschen,
vom Wetter 
oder vom Heizungsinstallateur?
Was erwarte ich?“

Und du wirst sehen, Maria:
Du erwartest ununterbrochen 16 Stunden lang am Stück.
Und wo so viele Erwartungen sind, da gibt es Enttäuschungen.
Enttäuschungen auf der einen Seite
und ein Mangel an Wahrnehmung für das,
was ist auf der anderen Seite.

Ich wünsche dir den Mut,
deinen Blick für deine eigenen Erwartungen
mit dem Humor zu nehmen, der dir eigen ist.

Übrigens: Ich möchte dies noch einmal erwähnen,
weil es mir sehr wichtig ist!

Wenn du dich fragen solltest:
Was denn eigentlich Gott in dir ist,
wie der dich beschenkt mit welcher Gabe,
welcher Teil Gottes du eigentlich bist?

Maria, es gibt so kleine Buddha-Statuen, die lachen.
Gottes Lachen in dir.
Das ist viel.
Das ist viel!

Das ist weitab von jeder Leere.
Gottes Lachen, Freuen,
die Absurditäten des Lebens leicht nehmen,
die eigenen Unzulänglichkeiten lachend akzeptieren.
Ja, sogar dem dummen Tod ins Gesicht lachen.

Gott in dir!
Das ist wie das Märchen vom Kaiser ohne Kleider:
Nur ein Knabe sah es, dass der Kaiser nackt war
und alle Anderen hielten sich an den Betrug.

Aber der Knabe lacht an der richtigen Stelle und bewegt die Welt.
Du denkst, das ist nichts?
Spaßmacher gibt’s genug?

Ja, schon.
Aber was sie nicht haben, ist:
Das ist das heilende Lachen.

Weißt du, wie gut es einem Kranken tut, zu lachen?
Weißt du, wie gut es einem Verzweifeltem tut,
seine Verzweiflung einmal von der heiteren Seite zu sehen?

Lachen steht auf dem Heil-Plan, Maria!
In deiner Welt nehmen sich die Menschen sehr ernst! 
Besonders ihre Erwartung und erst recht ihre Enttäuschung.

Du suchst Deins und du fürchtest: Es ist nichts.
Du kannst heilen und du kannst mit Seelen reden.
Und du kannst es nur
– Maria nur –
wenn du aufhörst:
Ernsthaftigkeit und nichts als Ernsthaftigkeit
von dir und ihnen zu erwarten.

Denn wenn du etwas vermitteln kannst,
wenn du ein Mittler zwischen uns und euch bist, dann der:
der alle Facetten des Lachens vermitteln kann.

Wir sind hier nicht immer ernst.
Wir lächeln, wir lachen, wir freuen uns.
Über was man lacht, das kann man lieb haben,
auch sich selbst.

Über was man sich so freut,
das kann man nie wieder wirklich verachten.

Lachen führt Ordnung herbei!
Das, was übergroß wurde,
wird reduziert durch ein Lachen auf ein gutes Maß.
Und das, was ganz klein ist,
wird durch ein Lachen wichtig und groß.

Maria, so viel Ernsthaftigkeit ist deiner Medialität sehr abträglich.
Kannst du das verstehen?

M: Hm, hm. Ja.

E: Gut.
Hast du noch eine Frage?

M: Nein, ich danke dir.

E: Sehr gern geschehen.
Geh und finde dein Lachen zurück.
Nimm dich nicht so ernst und das Leben nicht.

Geh und übe dich in Erwartungslosigkeit.

Und denk daran: auch Engel lachen.
Genieße deine Gabe, Maria!
Sie soll nicht noch etwas sein, was dir nichts als Pflicht ist,
sondern Freude! 
Maria: Dein Weg zur Heilung führt über Freude!
Gute Nacht.

Hajo und Maria: gute Nacht.