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Schutzengel – Die Gesetze deiner Sippe richten dich!

Du bist der König deines Lebens,
aber lebst immer noch
nach den Gesetzen der Ahnen deiner Sippe.
Menschen sind hochmütig,
sie überschätzen sich.
Die Erwartungen von Anderen an mich
und m
eine Erwartungen an mich.
Schutzengelkontakt 

Ich bitte meinen Guide, mich mit Anette zu verbinden.
Anette bittet um diese Auskunft.

Ich gehe über eine breite Straße, die Allee-artig ist,
auf beiden Seiten stehen Häuser, die Palästen gleichen.

Sehr kalt ist die Atmosphäre hier.
Es sind nur wenige Menschen unterwegs.
Hier und da fährt eine Droschke,
ansonsten wirkt es wie ausgestorben.

Ich werde zu einem dieser Häuser geführt
und betrete es durch einen Seiteneingang.

Es geht viele Stockwerke hoch
durch ein sehr schmales Treppenhaus. 
Und irgendwie wirkt das hier „Geheim“,
als gäbe es einen breiteren Zugang,
der aber von mir nicht benutzt werden darf.
Dann komme ich in ein kleines Zimmer,
da steht nichts außer einem alten Sofa
und ein Spiegel und ein Garderobenständer.
Dann öffnet sich eine Tür und eine alte Dame kommt zu mir.

Guidin: Bitte seien sie nicht erstaunt,
ich bin Anettes Guidin.
Aber es ist mir ein Anliegen,
ihr diese eine meiner Inkarnationen zu zeigen,
weil sie dann besser versteht.
Dann versteht sie sowohl die Angst
als auch Sehnsucht ihrer Seele vielleicht etwas einfacher.

Interessiert mein Name, den ich zu dieser Zeit trug, so sehr?

U: Da bin ich sicher.

G. lächelt: Aglaia.
Das hier ist Petersburg und wir stehen am Rande der Revolution.
Die ganze Stadt hält den Atem an!
Sie sehen alle Ministerien verlassen.
Sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen:
die Minister und Angestellten: Bleiben oder fliehen?

Ich bleibe, es gibt nichts, wohin ich fliehen sollte oder wollte.
Kommen sie, meine Liebe,
kommen sie in mein Zuhause.

Wir gehen noch eine kleine Wendeltreppe hinauf
und dann stehe ich in einem Raum,
der ganz und gar nicht amtlich aussieht.
Er ist voll gestopft mit allem möglichen Tand,
sogar eine alte ausgestopfte Eule sehe ich hier.

Den größten Platz nimmt hier ein Tisch ein,
an dem drei Stühle stehen.
Auf der einen Seite des Tisches sehe ich wirklich alles,
was man sich bei einer Wahrsagerin vorstellen kann:
Kristallkugel,
Karten,
ein Pendel,
ein Tasse, in der ich Reste von Teeblättern sehe
und eine Art Globus, der allerdings aus Sternen besteht.

A: Erstaunt?

U: Das kann man wohl sagen.
Bist du eine Wahrsagerin?

A: Ja, bin ich, ich bin es seit mehr als dreißig Jahren.
Ich bin DIE Wahrsagerin schlechthin für alle,
die hier im Regierungsbereich zu arbeiten pflegen.
Aber ich bin auch eine Gefangene.

Seit dreißig Jahren habe ich
keinen Schritt mehr vor die Tür gesetzt.
Würde ich es versuchen, stünde sofort eine Wache da,
um mich zurück zu bringen.
Nun, heute vermutlich nicht, aber bisher war das so.

Das hier ist das Justizministerium.
Kann es etwas Skurrileres geben?
Eine gefangene Wahrsagerin mitten im Justizministerium,
die immer nur eines tut: Wahr sagen?

Die Ursache ist ganz simpel: 
Einerseits weiß ich zu viel
von all diesen hoch wohl geborenen Würdenträgern
und andererseits kann man mich nicht umbringen,
weil ich als einzige die Art von Wissen vermitteln kann,
nach der sie Alle so sehr lechzen.

Mir war es egal!
Ich habe die Arbeit als solche geliebt.
Nein, nein!
Nicht, weil ich einen so wunderbaren Kontakt
zu den Menschen hatte, das wäre Schönfärberei.
Sondern weil ich so die menschliche Seele erforschen konnte,
ohne ihr allzu nahe zu kommen,
ohne emotional verpflichtet zu sein.
Verstehst du?

Du fragst dich:
Was um alles in der Welt das mit Annette zu tun haben könnte?
Das ist ganz einfach: 
Zum Einen ist sie genauso begabt, wie ich es gewesen bin.
Z
um Anderen hat sie genau wie ich Angst davor,
sich wieder emotional so sehr zu verpflichten, dass es weh tut.

Weißt du, wenn du eine Gabe hast,
die für Andere so schwer zu beurteilen ist wie diese hier,
dann bedeutet das in gewisser Weise
eine ausgesprochene Sicherheit vor Kritik und Einmischung.

Das ist eine Form von Rückzug, der Einerseits gestattet,
sich dennoch den Menschen zu widmen.
Andererseits aber es unmöglich macht,
sich mit ihnen zu verbinden.

U: Ein Elfenbeinturm?
Ich habe nicht den Eindruck gewonnen,
das Anette in einem Elfenbeinturm sein will.

A: Nein? Nein, stimmt! 
Und stimmt auch nicht.

Dieser Elfenbeinturm ist das eigentliche Problem,
um das es geht.
Ich sagte bereits:
Ich hätte diese Gefangenschaft verlassen können! 
Es steht keine Wache mehr dort unten.
Aber ich werde bleiben.

Ich habe nämlich weitaus größere Furcht davor,
mit den Menschen zu leben,
als hier entfernt von ihnen ein bizarres Dasein zu führen.

Das will ich klar stellen:
Das sind keine bewussten Entscheidungen!
Sondern unterbewusste Vorgänge,
die nicht einfach zu durchschauen sind.

Mechanismen einer zu Tode erschrockenen Seele!
Eine Seele, die eine ganz spezielle Art der Angst hat! 
Und diese Angst beruht
auf einer ganz speziellen Art des Hochmuts.

Alle, wirklich ALLE Menschen sind hochmütig: 
Sie überschätzen sich…
Sie überschätzen ihre Aufgabe, ihre Verantwortung…
Sie überschätzen ihren Einfluss…

Das glaubst du nicht?
Aber es ist so, es ist so, meine Liebe.
Das ist ja der Grund, warum ihr Gottes-Nähe nicht
oder nur teilweise ertragen könnt!

Weil Gott euch allen – jeder einzigen Seele – sagt: 
Du bist gut,
du bist richtig!

Das stelle man sich einmal vor!
Stell dir einmal vor! 
Das sagt der auch zu einem Kinderschänder!
Na ja, das kann doch nicht sein.

Wir wollen ja Alle als gut und richtig gelten.
Nur wie versuchen wir, herauszufinden,
dass wir das sind?

Dadurch, dass wir uns an Anderen messen.
Hier sind wir besser,
dort sind wir schlechter…

Und es ist uns so überaus wichtig!
Dass wir besser sind als die Schlechten.

Aber das ist unser Hochmut!
Gott setzt dagegen sein: Egal! 
Egal, wie du bist, was du bist: Ich liebe dich.
Du machst bestimmt Fehler
– jämmerliche Fehler – 
aber ich liebe dich trotzdem.

Wer das nicht versteht, der ist in der Angst! 
Eine solche Seele ist immer in der Angst,
nicht genug zu sein…
Und sie hört weder auf,
sich an Anderen zu messen.
Noch hört sie auf, zu fürchten,
von denen beurteilt zu werden in gleicher Weise,
wie sie es selbst tut.

DAS! ist der Elfenbeinturm, in dem Jeder von euch sitzt!
Der Eine mehr, der Andere weniger.

Anette aber spürt den Schmerz immer stärker,
der durch diese Isolation entsteht.
Das will sie nicht mehr!
Aber sie ist gerade erst auf der Treppe hinab,
sie ist dem Wächter noch nicht begegnet.

Hast du eine Ahnung,
ob der Wächter da noch steht oder nicht?
Weißt du überhaupt, wer der Wächter ist
und von wem er dorthin gestellt wurde?

U: Von denen, die dein Wissen für gefährlich halten?

A: Ja! Und wer ist das im übertragenen Sinn?
Wer hindert euch, so frei und stark zu sein,
wie ihr könntet?

U: Ich weiß nicht.

A: Ich sagte: Das hier ist das Justizministerium! 
Wer waren denn die Gesetzesgeber eures Lebens?

U: Oh, die Eltern.

A: Ja, die Eltern…
Und die Großeltern…
Und deren Eltern…
Die haben das Gesetz immer und immer weiter gegeben:
Dass es sehr gefährlich ist,
seine ganze Stärke innerhalb der Gemeinschaft zu leben.

Da wird ein Kind geboren mit dem Herzen eines Löwen…
In dieser Familie sind viele Kinder geboren worden
mit einem Löwenherzen:
mit sehr viel Kraft und Wärme, zu lieben.
Aber DAS! ist verboten!
Das genau darf nicht sein, daran geht man zugrunde!
So lautet das Gesetz!

Leidenschaft? Verboten!
Lebensfreude? Verboten!

Immer die Kontrolle bewahren…
Immer in der Mitte bleiben…
Immer vorsichtig sein, alles Andere geht schlecht aus!
So ist das Familiengesetz.

Was soll das Kind jetzt tun?
Aha, der Elfenbeinturm!
Ich suche mir einen Bereich,
in dem ich so unentbehrlich und gut bin,
dass mich niemand antasten kann.
Ich werde immer das geheime Wissen meiner Sippe hüten!
Von mir wird niemand erfahren,
dass leidenschaftliche Lebensfreude eine gewaltige Kraft ist!

So geht es ins Leben: mit diesem obersten Gebot!
UND! mit der Angst, es aus Versehen brechen zu können.
Ja, oh, davor fürchtet sich dieses Kind!

Es lernt, seinen Elfenbeinturm mehr und mehr zu lieben.
Es sitzt da und hilft den Ratsuchenden.
Wer Ratschläge gibt, der ist nicht MIT den Ratsuchenden,
der steht über ihnen!

Das Kind erlebt sich mehr und mehr in dieser Rolle…
Aber Eines läuft falsch, ganz und gar gefährlich falsch:
Es entwickelt Leidenschaft!
Sie liebt nämlich diese Menschen da, die zu ihr kommen!
Das soll ja nun wirklich nicht sein,
wenn es nach dem Gesetz der Sippe geht.
Das doch nicht!

Aber sie tut das,
mit ihrem ganzen Löwenherz tut sie das.
Ein Löwe, das ist der König der Tiere!
Und wie ein guter König
will ihr Herz diesen Menschen,
die ihr anvertraut sind, helfen! 
Will, was jeder gute König will:
Sein Volk zur ganzen Reife führen.

Ja, ja das hört sich doch erst einmal gut an!
Aber das Gesetz der Sippe, das wird jetzt durch Andere vertreten,
die genauso sagen, wie es einst die Familie tat!
Deine Leidenschaft, deinen Löwenmut:
Den können wir nicht gebrauchen!

Da muss sie wieder hoch in ihren Elfenbeinturm!
Weißt du, was mir das absolut Schlimmste gewesen wäre?
Wenn hier niemand mehr her gekommen wäre,
um mich um Rat zu fragen!

Dann hätte ich nämlich zum ersten Mal wirklich begriffen,
dass ich gefangen bin!
Es waren die Ratsuchenden,
die meinem Dasein hier die Berechtigung gaben.

Jetzt stell dir Anette vor: Da kommt keiner mehr!
Sie ist aufgefordert, entweder in ihrem Elfenbeinturm zu vergehen
oder die Treppe ganz hinab zu steigen zu den anderen Menschen,
um MIT IHNEN zu sein.

Vorher allerdings muss sie dem Wächter sagen,
dass er gar keine Macht mehr über sie hat!
Dass es ja schließlich ihr Elfenbeinturm ist
und sie ganz allein darüber bestimmt, ob sie da oben hockt
oder runter geht.

Dass die Richter längst entthront sind
und sich nur noch um ihre Elfenbeintürme zu kümmern haben.

Also den Mut, den wird sie aufbringen müssen! 
Und dann kann sie jeden Tag neu entscheiden,
wo sie und wem sie begegnen möchte.

Ob es gut für sie und ihn ist, wenn sie über ihm ist…
Oder ob es gut für sie und ihn ist, wenn sie MIT ihm ist.

Was aber ganz sicher immer richtig ist, das ist:
Zu verstehen, dass dieses Maß nehmen ganz überflüssig ist.

Es ist ganz egal,
ob man etwas besser oder schlechter macht als Andere!
Alle werden geliebt!
Alle sind richtig in Gottes Augen!

Anette, ich möchte, dass du das ERLEBST!
Dass du dich selbst wieder erlebst! 
Merkst du:
Wie deine Angst dich vom richtigen Erleben abschneidet,
von deinem leidenschaftlichen Löwenherz trennt?
Riechen,
schmecken,
tasten,
sehen,
hören…
Anette, das kannst du gar nicht intensiv genug tun!
Das geht aber nur, wenn man wieder den Mut schöpft,
zu ERLEBEN, was die Welt dir bietet.

Das ist ganz einfach zu bewerkstelligen!
Denn Gottes wunderbare Welt ist ja immer um dich herum!
Immer und überall kannst du erleben,
was die Materie dir zu bieten hat!

Und das solltest du auch tun,
um wieder in Kontakt mit deiner Löwenkraft zu kommen.

Du brauchst gar keinen Elfenbeinturm mehr,
aber du brauchst deine Würde zurück!

Schau dich an: Sieht so eine Königin aus?
Du schaust aus, als hätte man dir dein Reich geraubt
und des Landes verwiesen.

Aber du, meine Liebe,
hast dein Reich niemals bewohnt!

Du bist in die Welt gekommen, um zu erleben,
was du an Handfestem deinen Mitmenschen geben kannst.
Die einfachen, guten Dinge des Lebens:
Für Stabilität sorgen…
Für Lebensfreude sorgen…
Für Genussfähigkeit sorgen…
Sich der Dinge annehmen, die essentiell wichtig sind!

Arbeite! Was hindert dich?
Arbeite und zwar so, dass du selbst bestimmst,
was du tust und was du nicht tust!

Sei wirklich der König!
Selbstständig sein UND dafür sorgen,
dass es Anderen besser geht!

So und nur so ist es für dich Richtig!

Wenn du dich fragst,
warum du solchen Prüfungen ausgesetzt bist,
dann ist die Antwort so banal,
dass sie dir einfach nicht richtig erscheint:

DU MUSST LERNEN,
DAS BESTE FÜR DICH UND!!!
FÜR ANDERE ZU SCHAFFEN.

Das für Andere zu bewirken, das ging ja gut.
Aber der Elfenbeinturm war nur gut für sie!
Nicht für dich!

Es geht aber darum, zu nehmen und zu geben!

Und, Anette, es geht auch darum,
dass sinnliche Leben mit dankbarer Freude
immer und immer wieder zu erfahren!

U. Danke, Aglaia,
ich möchte dir jetzt die Fragen von Anette stellen.

A: Natürlich.

U.: Sie fragt, wie sie lernen kann, zu vertrauen?

A: Ah! Das geht doch nicht dadurch,
dass ich es mir vornehme! 
Sondern dadurch, dass ich Vertrauen lebe.

Also, wenn ein Mensch schwimmen lernt: 
Da kann er noch so lange auf dem Trockenen geübt haben,
das hilft ihm gar nichts.
Er muss irgend wann einfach ins Wasser springen.

Und es wäre gut,
wenn du deine Erwartungen in dich und an Andere
einmal unter die Lupe nimmst.

Siehst du, das ist so eine Sache mit den Erwartungen.
Sie führen nicht selten erst dazu, dass man enttäuscht ist: 
Entweder von sich selbst oder von Anderen
oder vom Leben selbst.

Deine Frage lautet ja eigentlich nicht:
Wie lerne ich, zu vertrauen?
Sondern:
Was mache ich eigentlich
mit meiner Angst vor Enttäuschungen?
Ja, was denn nur?

Liebes, die Enttäuschungen gehören zum Lernen im Leben!
Die sind an sich unangenehm.
Aber sie sind gut, damit wir wieder verstehen lernen,
wer und was wir sind!

Kein Guide der Welt
wird seinen Schützling vor Enttäuschungen schützen,
wenn es darum geht:
Dass der nur dadurch zu sich selber findet.

Wenn dich Andere enttäuschen, dann frage dich:
Was an DEINEN! Erwartungen überzogen war,
was eine Überforderung des Anderen war.

Du enttäuschst dich? 
Das Gleiche!
Was waren deine Forderungen an dich? 
Eine Überforderung?

Die Welt enttäuscht dich? 
Das Gleiche!
Was warst du nicht bereit, an Wahrheit zu sehen?

Es geht hier um das Akzeptieren der Schwäche:
Der Schwäche des Anderen…
Der eigenen Schwäche…
Und der des Systems des Lebens.

Ihr seid in einer werdenden Welt!
Nichts ist schon so, wie es sein könnte!
Vor Enttäuschungen schützt sich der Weise,
in dem er seine Fähigkeit zur Gnade kultiviert.
Und zu dem Positiven!

Egal, wie es kommt!
Gott sagt:
E
gal, was du schaffst und was nicht,
du bist ein von mir geliebtes Wesen.

Das heißt nicht, dass du dich wieder aufzuopfern hast,
ganz und gar nicht!
Aber es bedeutet,
mehr und mehr zu einer Art Gleichmut zu finden.

Vertrauen heißt: Zu-Trauen haben!
Das bedeutet, dass man die Möglichkeit einer Entwicklung
zum Positiven anerkennt.
Aber auch!
Die Freiheit jedes Einzelnen,
dass diese Entwicklung nicht vollzogen wird.

U: Wie ändert sie das Gefühl
lähmender Angst und Überforderung?

A: Tätig werden!
Ins Wasser springen!
Anders geht es nicht!
Sie wird sich dem Wächter zu stellen haben!

Sie wird sich mit den Gesetzen ihrer Familie
auseinander zu setzen haben.
U
nd sie wird ANFANGEN müssen,
zielstrebig auf ein Ziel hin zu arbeiten.

Es ist das ewige Warten,
das sie mürbe macht!

Wie soll die Seele begreifen,
dass dieses Leben ein Geschenk ist,
wenn sie es nicht lebt?

Deine Gesundung liegt einzig und allein darin,
wieder tätig zu werden.

U: Was ist der Grund ihres Blockiert seins?

A: Ihre Angst davor: 
Tatsächlich ungewöhnlich zu sein.
Tatsächlich ein „König“ zu sein.
Das liegt in ihrer Kindheit.
Sie muss anfangen,
selbstständig nach IHREN! Werten zu agieren!
Und sie muss anfangen, gegen die Lustlosigkeit
Lusterfahrung zu setzen!
Es geht nicht anders!

Sie wird sich schon entscheiden müssen,
wer der Richter über ihre Werturteile ist: 
Sie selbst!
Oder ihre Sippe!

U: Was kann sie tun,
um Gesund zu werden oder zu bleiben?

A: Ein Leben ohne Lust ist kein gelebtes Leben. 
Sie braucht ihre Gesundheit nicht,
wenn das Leben freudlos ist!
Und ich spreche hier nicht
von hoch spirituellen Freuden…

Ich spreche hier von den tausend irdischen Freuden,
die es auszukosten gilt.

U: Was ist ihre Begabung?

A: Ich antworte darauf ungern.

U: Warum?

A: Weil sie sich dann wieder unter Leistungsdruck setzt! 
Ich will, dass sie jetzt erst einmal ins Leben hinein geht.

Nur so viel:
Es ist ihre natürlich Gabe,
Menschen dabei zu helfen,
an Leib und Seele zu gesunden
auf einfache, irdische, sinnliche Weise.

U: Damit wird sie nicht zufrieden sein.

A: Das muss genügen! 
Ich führe sie da hin, wohin sie gehört!
Aber nicht jetzt!

Jetzt muss sie erst einmal lernen,
dass sie das Leben zu genießen hat!
Sie muss ihre Bedürfnisse erkennen und ehren! 
Und damit ist sie ausreichend beschäftigt!

Eines vielleicht noch: 
Ehrgeiz ist eine wunderbare Sache!
Sie kann aufhören, zu glauben, dass sie Mittelmaß zu sein hat
oder sich ein – beziehungsweise – unter – zu ordnen hat.

U: Dann danke ich dir sehr und hoffe,
dass wir Anette damit helfen konnten.

A: Gib ihr das hier:
(Sie gibt mir eine einfache Wild-Rose und eine rote Rose.)
Sag ihr, sie wird sich zu entscheiden haben 
zwischen der Einen
und der Anderen.
Und nun Lebewohl, meine Liebe.