Himmel

Informationen für eine Jugendliche, Teil 2: Die Struktur, der Weg der Belehrung im Himmel

Die Struktur, der Weg der Belehrung im Himmel.

Wenn wir durch das Licht in das himmlische Bewusstsein gehen, begegnen wir meistens der ersten und wichtigsten Wahrheit
des tiefsten Willkommen seins
(anders als beim Eintritt ins irdische Leben).

Geborgenheit, Liebe, Frieden: Hier ruhen wir uns aus.

Manche sind dabei gerne ganz für sich,
andere mögen Gesellschaft liebender Seelen, das ist verschieden.

Dann kommt eine Phase, in der wir alle Rollen,
die wir im Leben eingenommen haben, als Rolle erkennen!

Wir erkennen zum Beispiel, dass wir zwar die Rolle,
Aufgabe und Funktion einer Mutter gelebt haben,
aber auch, dass wir mehr sind als nur dies.

Wir kommen sozusagen zu uns selbst.

 

Vielen Dank liebe Uta, dass du dir so viel Mühe gibst, mir das so gut zu erklären.

Das freut mich wirklich sehr, ich verstehe jetzt ein wenig besser den „Himmel“.

LG Laura😊

Liebe Laura!
Vielen Dank für dein Feedback!
Es ist mir eine große Freude, mit einem jungen Menschen zu kommunizieren, der so höflich ist wie du.

Nun soll es weitergehen, ich bin dir noch den Rest der Antwort schuldig.

„Wie ist es im Himmel?“

Und wie du gelesen hast, war meine Antwort: Es kommt darauf an, für wen.
Ich denke, das hast du verstanden.
Aber jetzt soll es da etwas weiter gehen.

Der Himmel ist also kein Ort.
Nichts, auf das man zeigen kann und sagen könnte: Da geht es entlang.
Denn der Himmel ist einfach die „Nicht-Materielle-Welt“.

Das Johannes Evangelium beginnt damit, die Inkarnation von Jesus zu erklären.
Johannes will das Woher und Warum von Jesus begründen.
Er erzählt kaum das Übliche der anderen Evangelien.
Er sagt nichts über Geburtsumstände.
Sondern er sagt etwas darüber, WER da mit Jesus in die materielle Welt gekommen ist und was war da los VORHER in der geistigen Welt:

„Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort ist Fleisch geworden.“

Das ist so schwer zu verstehen, wenn man nie das Jenseits sehen konnte, wie wir Medialen es können.
Das „Wort“, damit ist gemeint: der SINN, die Aufgabe, der Zweck…
Der war GOTTES! Zweck, Sinn…

Gott nahm sich vor, dass dieser Jesus, dieser Christus in die materielle Welt geht…
Christus entsteht also ZUERST in Gottes WILLEN!
Im KERN also im Zentrum der nicht materiellen Welt.
Der Kern, der Motor von allem, was existiert, ist GOTT.

Es würde jetzt viel zu weit führen, dir über das, was Gott ist, zu schreiben.
Auch könnte ich das niemals erschöpfend tun, denn soweit – das Phänomen Gott zu erfassen – reicht kein menschlicher Verstand.
Schließlich ist Gott ALLES.

Wir wollen uns hier nur mit einem ganz konkreten Aspekt Gottes beschäftigen: dem Aspekt des „Schöpfers!
Wir würden heute vielleicht sagen: Gott, der „Macher“.

Wenn wir etwas „erschaffen“ wollen, dann ist das Erste, was wir brauchen, die Idee, was es werden soll.
Wenn du einen Klumpen Ton hast, dann brauchst du erst einmal die Idee, was du daraus töpfern willst.
Diese Idee zu entwickeln, ist das Eine, das es braucht, damit etwas aus dem unförmigen Klumpen entsteht.

Und das Andere ist dein WILLE, das auch umzusetzen.
Idee und Wille zusammen bewirken die Schöpfung – von was auch immer – in der Welt.

Gott – so sagt uns Johannes – hatte die Idee und den Willen, dass etwas ganz Konkretes sich verwirklicht.
Etwas, das zu konkret ist, dass es ein Wort dafür gibt.
(Man kann Unkonkretes nicht beschreiben, weil dafür kein Wort existiert.)

Gott hatte die Idee und den Willen, dass der ganz konkrete Jesus in die materielle Welt hinein inkarniert.
Konkret bedeutet: Das war klar, wie und was dieser Jesus in seinem Innersten sein würde und wie und was er NICHT sein würde.

Soweit klar hoffe ich?
Wenn du zu diesen hoch komplizierten Aussagen Fragen hast, stell sie mir ruhig.

Vereinfacht könnte ich den Satz von Johannes also übersetzen in:
Gott hatte eine Idee und den Willen, dass Jesus sich in der Welt realisiert!

Was da über den Anfang von Jesus gesagt wird, das gilt allerdings auch für jede andere Seele.
Am „Anfang“ von uns allen gibt es Gottes Idee und Willen, dass wir eine ganz klar definierte Wesenheit werden.

Diese Gottesidee beinhaltet Stärken und Fähigkeiten, aber auch Grenzen.
Einer hat vielleicht die Fähigkeit, mitfühlend zu sein, aber nicht die Fähigkeit, durchsetzungsstark zu sein.

Gottes Idee von unserem vollendeten Selbst ist also IMMER sehr individuell: eine einzigartige Mischung von Gaben und Defiziten.
Das ist das Eine, das du verstehen musst, damit du tieferes Verständnis über den „Himmel“ erreichen kannst.

Das Andere ist, zu verstehen, dass es einen „Bauplan Gottes“ gibt für jedes Selbst.
Was wir an Gaben haben, wird sich entwickeln, ganz sicher sogar.
Was wir nicht im Bauplan haben, wird nie vollständig zu erreichen sein, das ist auch ganz sicher.

Dieser Bauplan, der wird allerdings nicht in einem einzigen Leben umzusetzen sein.
Sondern ein Leben nach dem anderen in der materiellen Welt wird dazu benötigt.
Aber es wird auch ein Aufenthalt nach dem anderen in der nicht materiellen Welt benötigt.

Im Irdischen wie im Himmlischen geht es darum, dass wir mehr und mehr und mehr dem Bauplan Gottes entsprechen.
Dass wir also werden, wer wir im Kern sind.

Im irdischen Leben entdecken wir, wer und was wir sind durch unsere Wirkung, die wir auf das Leben anderer haben und durch die Wirkung, die anderes und andere auf uns hat.

Angenommen, ich wäre in meinem Kern eine Seele, welche die Gabe hat, Harmonie zu wirken.
Dann würde ich im irdischen Leben erleben, dass ich größte innere Freude darin habe, wenn ich Harmonie „herstelle“, das würde mich sehr glücklich sein lassen.

Andererseits würde ich unsagbar leiden, würde ich gezwungen werden, genau das Gegenteil zu bewirken oder zu erfahren.

Als Beispiel nehme ich hier mal Friedrich den Großen, der König von Preußen war.

Er war ein sehr harmoniebedürftiges Kind, er war ein Jugendlicher, dem nichts so wichtig war wie die Liebe und die Schönheit.
Und doch wurde er ein König, der schrecklichste Kriege führte.
Er stand unter dem Zwang, sich entweder für oder gegen seine Königswürde zu stellen.

Stellte er sich dagegen, verlor sein Land, das er sehr liebte, alles, was es hatte.
Nahm er seine Königsrolle aber wahr, mussten Tausende unschuldiger Menschen sterben.
Friedrichs Selbst hatte zu lernen, was Teil von ihm war (Harmoniesinn) und was ihm fremd war (Streithaftigkeit).

Sein nächstes Leben, in dem er sein Selbst entwickeln konnte, wird er sicher nicht als König verbracht haben, denn die Umstände zwingen zu sein, was er nicht ist: ein Gewaltmensch.

Die Erfahrungen, die wir in der materiellen Welt machen können, unterscheiden sich von denen, die wir in der nicht materiellen Welt machen können, durch einen ganz besonderen Unterschied.
In der nicht materiellen Welt ist genau das unsere Umgebung, die wir für „Richtig“ halten.

Das, was uns ganz wahr ist (siehe die Unterschiede zwischen Franz und Paul).
Alles, was in uns wahr ist, ist SOFORT unsere Umwelt, die wir „bewohnen“.
Ändert sich unsere innere Wahrheit, ändert sich unsere Umwelt.

Das heißt: Wir begegnen völlig NEUEN Erkenntnissen über das, was wir sind und das, was wir nicht sind.

Im Himmel ist nichts „Neu“!
Was uns umgibt, haben wir schon in uns entwickelt.
Haben wir zum Beispiel Liebe entwickelt, umgibt uns Liebe…
Der Wachstumsschub ist da einfach ausgeschlossen.

Gehen wir aber mit dieser Gabe, zu lieben, in eine Inkarnation, dann werden wir das Ausmaß unserer Liebesfähigkeit erkennen.
WIE VIEL Liebe habe ich, was ist mein Mass an Liebe?
Ich kann es nicht wissen, ehe ich es nicht erfahren habe!

Und diese Erfahrung ist ausschließlich im Materiellen möglich.
Nur was ich erfahren, erfühlt und erlebt habe, wird tatsächlich Teil meines Bewusstseins, gehört mir.

Im Himmel stehen mir zwar auch Wege des Verstehens offen.
Aber die muss ich nicht gehen und die werde ich auch nicht gehen, wenn es nicht meine Wahrheit ist, sie wissen zu wollen.

Wie aber soll das funktionieren, wenn ich nicht einmal weiß, dass mir noch etwas ganz Bestimmtes fehlt?
Gar nicht!
Die Seele spürt: Irgendwas verhindert noch, dass ich mich ganz und gar ausgefüllt fühle.
Ich habe irgendeinen Mangel, aber keine Ahnung, welchen.
Genau in diesem Moment der Erkenntnis beginnt die Vorbereitung auf eine weitere Inkarnation.

Es wird gesagt: Im Himmel ist Frieden und Glückseligkeit.
Das stimmt auch, aber da ist auch Sehnsucht: die Sehnsucht nach Vollständigkeit.

Laura, es ist Herbst und vielleicht hilfst du ja deiner Mutter schon, für das nächste Frühjahr vorzusorgen.
Ihr steckt sicher bald ein paar Blumenzwiebeln in die Erde, damit es im nächsten April schön blüht um euer Haus herum.

So eine Tulpenzwiebel, die scheint gar kein Leben zu haben, nur im Kern, da ist was.
Aber da in der kalten Erde, da beginnt in wenigen Monaten dieser Kern lebendig zu werden.
Eine „Sehnsucht“, zu wachsen, liegt in ihm und das ist ganz sicher: Er wird dieser Sehnsucht folgen.
Der Kern wird alle Kraft aufwenden, um durch die Erde zu dringen, der Sonne entgegen, um zu sein und zu wirken, was er ist: eine Tulpe.

Also fasse ich zusammen: Im Himmel leben wir so und dort, wie es unserer inneren Wahrheit entspricht.
Wenn es uns wahr ist, dass uns noch Wahrheiten fehlen, bekommen wir die Belehrung, die wir suchen (aber nur! die).

Das kommt uns durch die Begegnung anderer Seelen, aber auch durch die Betrachtung unserer Wirkung in vergangenen Leben.
Aber es gibt nichts und Niemanden, der uns dazu zwingt.
Zuerst muss uns wahr sein, dass wir Belehrung suchen!

So sehr die einzelne Seele diese Belehrung auch suchen mag: Das, was sie da lernt, ist noch nicht Teil von ihr.
Das ist so beim Lernen.

Alles, was ich dir hier schreibe, ist Teil dessen, was mir wahr ist.
Du kannst es auswendig lernen, aber das bedeutet noch nicht, dass es Teil deiner Wahrheit wird.
Das wird es erst dann, wenn du selbst SPÜRST, dass es wahr ist.
Um zu spüren, was ihr wahr ist, muss die Seele also erst Erfahrungen in der materiellen Welt machen.

Die Struktur, der Weg der Belehrung im Himmel.

Wenn wir durch das Licht in das himmlische Bewusstsein gehen, begegnen wir meistens der ersten und wichtigsten Wahrheit des tiefsten Willkommen seins (anders als beim Eintritt ins irdische Leben).
Geborgenheit, Liebe, Frieden: Hier ruhen wir uns aus.
Manche sind dabei gerne ganz für sich, andere mögen Gesellschaft liebender Seelen, das ist verschieden.

Dann kommt eine Phase, in der wir alle Rollen, die wir im Leben eingenommen haben, als Rolle erkennen!
Wir erkennen zum Beispiel, dass wir zwar die Rolle, Aufgabe und Funktion einer Mutter gelebt haben, aber auch, dass wir mehr sind als nur dies.
Wir kommen sozusagen zu uns selbst.

Der nächste Schritt ist der, dass wir erkennen, dass wir mehr sind als nur dieser Teil, der innerhalb einer bestimmten Zeitspanne in bestimmten Funktionen und Umständen gelebt hat.
Dies ist der Moment, in dem wir uns wieder mit dem Bewusstsein aller schon gelebten Leben vereinen.

Als nächsten Schritt erkennen wir, dass uns die Liebe bewegt, uns mit anderen Selbsten zusammen zu fügen.
Wir erkennen, was und wen wir lieben und wie schön diese Liebe ist.

Als Nächstes erkennen wir, dass wir NICHT ALLES sind, sondern wir Ergänzung brauchen durch andere und anderes.
Und dass wir Grenzen haben, die nicht überwunden werden müssen, sondern gut sind, weil das erst zur Ergänzung fähig macht.
Hier bekommen wir das Bewusstsein dafür, dass wir ein Teil sind von einem sehr großen WIR.

Laura, ich weiß, dass der Entfaltungsweg noch weiter geht, aber hier ist bisher die Grenze meiner Erkenntnismöglichkeit erreicht.

Jede dieser hier aufgezählten Entwicklungsstufen kann noch einmal verfeinert werden, aber das führt hier zu weit.
Aus jeder dieser Stufen heraus kann es wieder zu Inkarnationen kommen.
Aus dem Inkarnationsweg gehen wir heraus, wenn wir der „Bauplan Gottes“ sind.
Wenn aus der Zwiebel die Tulpe geworden ist …
Wie es danach weitergeht, hängt von der Wahrheit ab, die in uns liegt.

Zur Gänze weiß ich das auch nicht zu sagen.

Laura, das war jetzt sehr kompliziert.
Wenn du Fragen dazu hast, dann stelle sie mir bitte.

Ich wünsche dir eine schöne Zeit!

Deine Uta!